Anzahl der Aufrufe: 1799 An der Küste entlang Niederlande · Noord-Holland


Diese Tour bewerten Tour erstellt am 23.04.2010

Informationen zur Tour

Der Startschuss zur Tour erfolgt in Bergen op Zoom, gleich hinter der belgisch-niederländischen Grenze. Von dort aus geht es geradewegs nach Westen in Hollands südlichste Provinz Zeeland. Im Mündungsgebiet von Maas und Waal gelegen, ist die Region geprägt durch ein Geflecht von Dämmen, Schleusen und Deichen, die allesamt den Wasserhaushalt regeln. Auf verschlungenen, kurvenreichen Sträßchen rollen wir zunächst nach Middelburg.

Im 2. Weltkrieg durch deutsche Bomben schwer zerstört, wurde die mittelalterliche Handelsstadt wieder aufgebaut und erstrahlt heute wieder in altem Glanz. Ein Bummel durch die Altstadt gehört daher zum Pflichtprogramm dieser Tour. Weiter nach Veere. Dort wacht der 500 Jahre alte Verteidigungsturm mit seinen Kanonen über den malerischen Hafenort.

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Von Veere aus führt die Route auf kerzengeraden Straßen mit kreuzungsfreiem Verkehr hinaus zur Delta-Expo auf der künstlichen Insel Neeltje Jans. Die Ausstellung erzählt vom harten Leben ohne Deiche in grauer Vorzeit und vom Bau des Oosterschelde-Wehres. 1986 wurde dieses hochmoderne Bauwerk fertiggestellt, dessen Tore bei drohender Sturmflut geschlossen werden.

Weiter auf kleinsten Sträßchen und asphaltierten Pfaden durch die Region Schouwen Richtung Zeelandbrug. Über die Seelandbrücke, mit 500 Metern eine der längsten Brücken Europas, gelangen wir nach Brouvershaven. Dort ist deutlich das Prinzip der Landgewinnung zu sehen: Hier der alte Fischerort mit seiner hübschen Häuserzeile und dem Renaissance-Rathaus, keine fünf Kilometer weiter die uniforme Neubausiedlung. Ein Damm führt über das Brouvershavense Gat zu einem herrlichen Sandstrand.

Direkt am Meer entlang rollen wir Richtung Norden. Nächster Halt an den Entwässerungsschleusen im Haringvlietdamm. „Wasserhahn der Niederlande“ werden sie gerne genannt. Kein Wunder, regeln sie doch den gesamten Wasserhaushalt der Region. Bei geringem Zufluss über Rhein und Maas bleiben sie geschlossen und verhindern das Abfließen des Flusswassers. Darüber hinaus sorgen sie dafür, dass das Salzwasser zurückgehalten und die Strömungsgeschwindigkeit geregelt wird, um Schifffahrt und Deiche nicht zu gefährden.

Nächster Halt in Hellevoetsluis. Das pittoreske Hafenstädtchen besitzt einen historischen Kriegshafen und den ältesten Leuchtturm im Land. Ein perfektes Plätzchen, um einen Sonnenuntergang zu genießen. Danach fahren wir auf den Schnellstraßen der Provinz Zuid-Holland Richtung Rotterdam, umrunden die Metropole und steueren das mondänste und meist besuchte Seebad der Niederlande an: Scheveningen. Das ehemalige Fischerdorf wurde im 2. Weltkrieg komplett zerstört und in den architektonischen Wirren der Nachkriegszeit wieder aufgebaut. Besonders idyllisch sieht es heute in Scheveningen deshalb nicht aus. Macht nichts: Das Kurhaus, der Pier, die Promenade, der Strand und zahlreiche interessante Museen machen einen Besuch zum bleibenden Erlebnis.

Zwischen Hoek van Holland und Den Helder kommt die geschlossene Küstenlinie dank hoher Dünen ohne künstlichen Schutz vor dem Meer aus. Wir fahren die Küste entlang nach Norden, passieren hübsche Ferienorte wir Katwijk, schauen auf der Rennstrecke von Zandvoort vorbei und nehmen dann Kurs auf Amsterdam. Wir umrunden die Stadt und machen einen Abstecher hinauf nach Hoorn. Die Hafenstadt ist berühmt für ihre Vergangenheit: Hier legte die Ostindienkompanie durch den Handel mit Indonesien die Grundlage für den Wohlstand in den Niederlanden. Das Hafengebiet ist gesäumt von den typischen Kaufmannshäusern mit ihren hohen, verzierten Giebeln. Über Valendam geht es am Deich entlang zurück nach Amsterdam, von dort aus nach Nordosten in die Provinz Flevoland.

Diese jüngste aller niederländischen Provinzen gibt es erst seit 1986 und besteht im Wesentlichen aus zwei trocken gelegten Teilstücken des Ijsselmeeres, so genannten Poldern. Bis 1932 hieß das Ijsselmeer noch Zuidersee und war eine weit ins Land hineinragende Nordseebucht. Dann baute man einen gigantischen Damm, schnitt die Zuidersee vom Meer ab und begann mit der Trockenlegung. Auf der Fahrt durch Flevoland kann man beobachten, wie das Meeresniveau teilweise höher liegt als das der umgebenden Felder und Wiesen.

Nahe Lelystadt steht das Infozentrum „Nieuwe Land“. Hier erfährt der interessierte Besucher, wie die Trockenlegung damals von statten ging. Zum Beispiel, dass der Vorgang erst abgeschlossen ist, wenn der Grundwasserspiegel eineinhalb Meter unter der Oberfläche liegt. Am Infozentrum beginnt eine Straße, die aufs Meer hinaus scheinbar ins Nichts führt. Ins Nichts? Nicht ganz. Diese Straße verläuft auf einem Damm, der die Markerwaard, den südlichen Teil des Ijsselmeeres, vom Hauptgewässer abtrennt. Die Markerwaard sollte ursprünglich ebenfalls trocken gelegt werden, was jedoch inzwischen aufgegeben wurde.

In der Hafenstadt Enkhuizen erreichen wir wieder „Festland“. Ein kleines verträumtes Sträßchen führt uns über den Deich nach Norden zum Afsluitdijk, dem Abschlussdeich zwischen Ijsselmeer und Nordsee. 30 Kilometer geradeaus. Keine Kreuzung, keine Kurve, keine Ortschaft. Linker Hand kann man bei klarem Wetter die Westfriesischen Inseln sehen. In Harlingen erreichen wir schließlich den Endpunkt der Tour.

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