Anzahl der Aufrufe: 8117 Auf dem Balkon des Gardasees Italien · Gardasee/Trentino
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Tour erstellt am 23.04.2010
Informationen zur Tour
Die Monte-Baldo-Höhenstraße verwöhnt mit tollen Kurven und atemberaubenden Ausblicken. Sie ist rund 60 Kilometer lang, überquert das Monte-Baldo-Massiv östlich des Gardasees von Norden nach Süden und gehört zu den Klassikern unter den Alpenrouten: die Monte-Baldo-Höhenstraße. Nicht dass sie besonders spektakulär wäre. Aber eng, steil, kurvenreich und holperig. Und vor allem lang.
Denn die 60 Kilometer ziehen sich auf diesem zwar asphaltierten, aber sehr an einen Feldweg erinnernden Pfad ganz schön. In völliger Einsamkeit durchzieht die „Strada Panoramica del Monte Baldo“ eine raue und karge Hochalpenregion und legt über diese gesamte Tour einen Hauch von Abenteuer.
Denn die 60 Kilometer ziehen sich auf diesem zwar asphaltierten, aber sehr an einen Feldweg erinnernden Pfad ganz schön. In völliger Einsamkeit durchzieht die „Strada Panoramica del Monte Baldo“ eine raue und karge Hochalpenregion und legt über diese gesamte Tour einen Hauch von Abenteuer.
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Rot: Partnerhäuser in der NäheDass diese Straße überhaupt existiert, ist ein Wunder. Denn wirklich brauchen tut sie eigentlich niemand. Dass es sie heute immer noch gibt, ist ein noch größeres Wunder. In dieser Höhe den Asphalt gegen die Härte des Winters zu verteidigen, ist eine großartige Leistung. Also danken wir der italienischen Straßenbaubehörde und hoffen, dass uns dieser motorradfahrerische Leckerbissen noch möglichst lange erhalten bleibt.
Die Anfahrt nach Mori, dem Ausgangspunkt der Höhenstraße, verläuft über Torbole, Nago und Loppio. Das Schild mitten in Mori ist nicht zu übersehen, und schon wenige Minuten später liegt die Maschine in den ersten Kehren hinauf nach Brentonico. Der Belag ist hier noch tadellos gepflegt und erlaubt einen zügigen Strich. In den wie vom Zirkel gezogenen Radien findet man schnell seinen Rhythmus. Ein Ortsschild, Brentonico. Mein lieber Mann, weshalb ging das so schnell? Das hübsche Brentonico kauert auf einer windigen Hügelkuppe, und seine hauteng aneinanderstehenden Häuser scheinen sich vor den Fallwinden des Monte Baldo regelrecht wegducken zu wollen.
Nun verengt sich die Fahrbahn zusehends. Einen Gang zurückschalten, das Ganze vorsichtiger angehen lassen. Erst einmal sehen, was hinter der nächsten Kurve wartet. Wir passieren San Giacomo. Am Ortsrand steht in exponierter Lage mit herrlicher Aussicht das gleichnamige Drei-Sterne-Hotel. Wer in absoluter Ruhe seinen Urlaub erleben will, ist in diesem gemütlichen Haus sicher richtig.
Eine Handvoll Kehren weiter, und die Kreuzung bei San Valentino ist erreicht. Nach links würde es hinab ins Etschtal gehen. Wir fahren deshalb geradeaus weiter und folgen den braunen Schildern Lago di Garda und Monte Altissimo. Jetzt ist es mit den oberen drei Gängen vollends Essig, und die Zahnräder der ersten und zweiten Getriebestufe übernehmen die Hauptarbeit. Zwei Tunnels folgen. Höllisch eng und niedrig. Es geht unter weit überhängenden Felsen hindurch, nur ein mickriges Mäuerchen trennt Rad und Abgrund voneinander. Links unten taucht das Rifugio Graziani auf. Kein schlechter Platz für den ersten Stopp.
Nun schlägt die Höhenstraße einen weiten Linksbogen und erreicht schließlich den 1.425 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt Bocca di Navene. Auch hier wartet im Rifugio eine gute Tasse Caffe latte. Vor allem aber der Blick hinab auf den Gardasee und den Küstenort Navene macht den Halt an dieser Stelle zum absoluten Muss. Nirgends sonst entlang der Strecke gibt es ein beeindruckenderes Panorama.
Während der Zucker im Kaffee verschwindet, bleibt etwas Zeit, sich Gedanken über diesen Monte Baldo zu machen. Das Bergmassiv ist 2.200 Meter hoch und entstand während der Eiszeit vor 500.000 Jahren. Unten am See besteht seine Vegetation aus Olivenbäumen, Zypressen und Steineichen. Die gehen allmählich in Tannen- und Buchenwälder über. Ganz oben schließlich blüht auf den Bergwiesen die für den Monte Baldo typische Vielzahl äußerst seltener Blumen und Pflanzen. Den Garten Europas nennen deshalb Botaniker den Monte Baldo.
Im Schatten einiger Zweitausender kringelt sich das Sträßchen nun an der Bergflanke entlang. Cima delle Pozzette, Cima Valdritta und Tratto Spin heißen diese Gipfel. Gerade letzterer ist wegen seiner phantastischen Aussicht berühmt und viel besucht. Der ganze Gardasee liegt vor einem, dahinter reichen die weiß bedeckten Gipfel der Brenta-Dolomiten bis an den Horizont. Um diesen Blick genießen zu können, ist allerdings eine Fahrt mit der Seilbahn von Malcesine aus notwendig. Denn der von der Höhenstraße abzweigende Schotterweg ist wie alle unbefestigten Pfade der Monte Baldo-Region für Motorfahrzeuge gesperrt. Das in den letzten Jahren allzu ungezügelte Treiben der Offroad-Fans machte diese Maßnahme erforderlich. Die Bahn verkehrt übrigens täglich zwischen 8.00 und 19.00 Uhr. Bis zur Mittelstation kann man mit dem Motorrad fahren, dann heißt es umsteigen.
Der Abstieg beginnt. Kehre an Kehre, der Belag wechselt zwischen mäßig und saumäßig. Es geht am Rifugio Novezza vorbei. Rechts oben ist die Bergspitze Punta Telegrafo zu sehen. Sie bekam ihren Namen durch die Kundschafter Napoleons, die dem in der Po-Ebene wartenden Heer von hier oben aus Lichtsignale gaben. Ferrara ist erreicht, und der Asphalt wird nun wieder besser. In Spiaggi ist der nächste Stopp angesagt. Wegen der Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Die wurde im 16. Jahrhundert unter unvorstellbaren Anstrengungen in den fast senkrechten Fels hineingebaut. Der Blick auf die Kirche und das rund 700 Meter tiefer liegende Etschtal ist wirklich beeindruckend. Vom Parkplatz aus sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß.
Auf dem Weg nach Caprino überwindet die Route in schönen Kehren noch den einen oder anderen Höhenzug. In Caprino selbst gibt es dann zwei Möglichkeiten zur Weiterfahrt. Die erste führt über Lumini nach San Zeno und trifft in Torri auf das Ufer des Gardasees. Vor allem das letzte Stück von San Zeno hinab ans Wasser ist sehr schön zu fahren und mit tollen Ausblicken garniert. Variante zwei erreicht über Pesina und Costermano bei Garda den See. Der Vorzug dieser Strecke: Man hat von oben den Blick auf die wunderschöne Bucht von Garda.
Ist der Tag noch nicht ganz zu Ende, empfiehlt sich der Rückweg über Garda. Denn gerade im warmen Abendlicht bekommt der Ort einen ganz besonderen Charme. Außerdem zaubert die Natur an dieser Stelle des Sees die allerschönsten Sonnenuntergänge aufs Wasser. Dem Reiz dieser Bucht erlagen die Menschen schon im frühen Mittelalter. Als erste errichteten im 5. Jahrhundert die Goten auf dem Rocca di Garda, dem Berg südlich des Ortes, eine Burg. Danach kamen die Langobarden, die Franken, die Skaliger und schließlich die Venezianer. Sie bauten am Ufer zahlreiche Villen und Paläste und legten damit den Grundstein für das heutige Garda.
Altstadt und Promenade lassen sich am besten zu Fuß erkunden. Viele Gassen des historischen Kerns sind überbaut und überdacht. Schnell fühlt man sich hier wie im Mittelalter. Entlang der Uferpromenade steht ein Café am anderen. Kein Wunder: Der Blick über den Cappuccino auf das Wasser ist einmalig.
Kurz vor dem Sonnenuntergang sollte man sich wieder auf den Weg machen. Denn an der ein Stück nordwestlich von Garda liegenden Punta San Vigilio soll es die schönsten Sonnenuntergänge am See überhaupt geben. Einen Parkplatz findet man direkt an der Uferstraße. Von dort aus sind es zur Landzunge hinaus noch ein paar Minuten zu Fuß. Unten an der Mole steht ein Hotel mit einer sehr schönen, direkt am Wasser gelegenen Bar. Noch romantischer dürfte es den Aperitif nirgends geben.
Der abendliche Rückweg am Ostufer entlang ist wieder einmal etwas fürs Gemüt. Würzige, milde Luft füllt Nase und Lungen. Lange Reihen von Zypressen zerteilen das golden glitzernde Wasser, Dunst hebt die Konturen zwischen Ufer und Gebirge auf. Das ist der Gardasee wie aus dem Bilderbuch.
Die Kommentare zu dieser Tour
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ageier
am 29.12.2010 um 20:02 Uhr
Für den Bereich Gardasee eine durchaus sehens, pardon erfahrenswerte Strecke. Im Sommer ist auf dem Monate Baldo ein reges Motorrad Treiben zu erleben. Als wir im Mai 2008 dort waren, war leider die Abfahrt über San Valentino und San Giacomo wegen Schneefall gesperrt. Also mussten wir die ganze Strecke bis nach Madonna del Pieve wieder zurück fahren. Es hat sich schon deshalb gelohnt !!!
Ich bewertete diese Tour mit

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Ich würde diese Tour gerne fahren. Bin aber nicht sicher, ob die Kurven mit meiner BMW 1600 GTL fahrbar sein oder eben doch zu eng sind. Bin für Eure Erfahrung dankbar und freue mich auf Feedback, liebe Grüsse, carcos