Anzahl der Aufrufe: 2762 Bodensee/Oberschwäbische Barockstraße Deutschland · Bodensee/Oberschwaben
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Tour erstellt am 23.08.2010
Informationen zur Tour
Sie ist rund 300 Kilometer lang, die Rundfahrt um den Bodensee. Und bringt unerwartet viel Abwechslung mit sich. Unerwartet, weil sich der Bodensee aus vier Teilgewässern zusammensetzt, die alle einen komplett unterschiedlichen Charakter haben. Damit erwartet den Bodensee-Umrunder eine Vielfalt von Landschaften, die man allenfalls in Richtung Mittelmeer vermutet hätte. Zum Beispiel auf dem Bodanrück, der bewaldeten Anhöhe zwischen Überlinger See und Untersee. Bei klarer Sicht ein Blick wie am Gardasee. Oder auf der Insel Mainau. Hier blühen im Freien Bananenstauden, Zitronen-, Orangen- und Feigenbäume. Südfrankreich? Fast.
Ganz anders wiederum zwischen Lindau und Bregenz. Hier sind es die schroffen Alpen, die zu den übrigen Uferlandschaften einen faszinierenden Kontrast ergeben. Ständiger Wechsel. Gewächshäuser und Tomatenfelder auf der Insel Reichenau, hohe Felsen am Nordufer des Überlinger Sees, sanfte bewaldtete Hügel zwischen Lindau und Friedrichshafen, bunte Obstplantagen entlang der gesamten Nordseite des Obersees. In dieser Ecke sollte man das Wasser übrigens ruhig für eine Weile verlassen und einen ausgedehnten Streifzug durch die Welt der Äpfel und Birnen unternehmen. Schmale und schmalste Fahrwege zacken zwischen zum Horizont eilenden Baumreihen hin und her. Gleich hinter Lindau z. B. in Richtung der Orte Bettnau, Hege und Hattnau. Ganz offiziell befahrbar. Nur kennt sie keiner.
Wer die Rundfahrt in Lindau beginnt, tut gut daran. Denn seine herrliche, auf einer Insel liegende Altstadt versetzt uns sofort in Urlaubslaune. Einfach das Bike am Fährhafen abstellen, sich auf eine Bank setzen und Wasser, Boote und Panorama wirken lassen. Süden, wir kommen. Die vielen hübschen Dörfer entlang des Ufers aufzuzählen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. In fast allen lohnt es sich anzuhalten und irgendein Schloss, eine Burg oder einen Marktplatz zu besichtigen. Mit den Städten ist es ähnlich. Ein paar Tage am Bodensee vergehen deshalb schneller als man denkt.
Ein Muss ist in jedem Fall das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen. So viel Technik rund um die Luftschiffe gibt es sonst nirgends. Kulinarisch hingegen hat Tettnang mehr zu bieten: In seiner Umgebung wächst ausgezeichneter Spargel. Der beste Schwabens, behaupten einige. Für Meersburg steht ein Bummel durch den mittelalterlichen Stadtkern auf dem Programm, für Uhldingen ein Besuch im Pfahlbautendorf im Vorort Mühlhofen.
Vom Bodensee aus lässt sich ein fahrerisch und kulturell höchst interessanter Ausflug nach Norden ins Oberschwäbische unternehmen. Und zwar auf den Spuren der Oberschwäbischen Barockstraße. Die führt auf insgesamt 500 Kilometern gitterförmig durch die Region zwischen den Städten Lindau, Friedrichshafen, Messkirch, Ehingen, Ulm, Memmingen und Kempten. Die Hauptroute der insgesamt vier Teilstrecken eignet sich für einen schönen Tag im Motorradsattel am besten. Sie ist rund 400 Kilometer lang und führt vom Bodensee aus über Ravensburg, Bad Waldsee, Bad Schussenried, Riedlingen, Zwiefalten, Ehingen und Blaubeuren nach Ulm und von dort über Laupheim, Biberach, Memmingen, Leutkirch, Bad Wurzach, Kissleg, Isny, Wangen und Tettnang zurück zum Start.
Der Begriff Barock hat in Deutschland leider einen negativen Beigeschmack. Wer denkt da nicht an schwülstige und kitschige Architektur? „Sällsam“ heißt der Barock in Schweden und „Zonderling“ in den Niederlanden. Wer nicht in der Barockregion Oberschwaben geboren ist, hat vielleicht so seine Schwierigkeiten mit Bauwerken wie dem Münster von Zwiefalten oder der Basilika von Weingarten. Auf der anderen Seite öffnet eine Fahrt auf der Oberschwäbischen Barockstraße die Tür zu den Seelen der Menschen. Denn der Barock hat die Bewohner dieser Region entscheidend geprägt. Beim Gang durch das Stift Obermarchtal, bei einer Fronleichnamsprozession in Saulgau oder beim Altstadt- und Seenachtsfest in Bad Waldsee merkt man das sehr schnell.
„Heute esse ich mich tot. Wer weiß, ob ich morgen noch lebe?“ Dieser Satz eines Salemer Abtes spiegelt die Lebensauffassung der Oberschwaben wieder. Die hatten nach dem fürchterlichen 30jährigen Krieg einen Nachholbedarf an schönen Dingen. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Erholung ließ neue Schlösser, Kirchen und Klöster entstehen, deren pompöser Stil sagen sollte: „ Wir sind wieder wer, wir leben noch.“ Frankreich diente als Vorbild, etwa zwölf Schlösser wurden nach dem Modell Versailles erbaut. Bedingt durch den Krieg, beherrschen den Barock vor allem Gegensätze, Leben und Tod, arm und reich, Krieg und Frieden.
Es sich gut gehen lassen – nach diesem Motto lebt der Oberschwabe. Er versteht es, Feste zu feiern. Nicht umsonst hat beispielsweise die alemannische Fastnach einen Ruf bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Dass zwischen Ulm und dem Bodensee gut gegessen wird, kommt dem Barockfahrer bei jeder Pause zugute. Darüber hinaus darf er verträumte Landschaften wie das Donautal genießen. Die Straßenführung ist entspannt, der Belag in der Regel sehr gut. Kein Tummelplatz für Schräglagensammler, dafür umso mehr für Anhänger eines ruhigen Fahrstils.
Ganz anders wiederum zwischen Lindau und Bregenz. Hier sind es die schroffen Alpen, die zu den übrigen Uferlandschaften einen faszinierenden Kontrast ergeben. Ständiger Wechsel. Gewächshäuser und Tomatenfelder auf der Insel Reichenau, hohe Felsen am Nordufer des Überlinger Sees, sanfte bewaldtete Hügel zwischen Lindau und Friedrichshafen, bunte Obstplantagen entlang der gesamten Nordseite des Obersees. In dieser Ecke sollte man das Wasser übrigens ruhig für eine Weile verlassen und einen ausgedehnten Streifzug durch die Welt der Äpfel und Birnen unternehmen. Schmale und schmalste Fahrwege zacken zwischen zum Horizont eilenden Baumreihen hin und her. Gleich hinter Lindau z. B. in Richtung der Orte Bettnau, Hege und Hattnau. Ganz offiziell befahrbar. Nur kennt sie keiner.
Wer die Rundfahrt in Lindau beginnt, tut gut daran. Denn seine herrliche, auf einer Insel liegende Altstadt versetzt uns sofort in Urlaubslaune. Einfach das Bike am Fährhafen abstellen, sich auf eine Bank setzen und Wasser, Boote und Panorama wirken lassen. Süden, wir kommen. Die vielen hübschen Dörfer entlang des Ufers aufzuzählen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. In fast allen lohnt es sich anzuhalten und irgendein Schloss, eine Burg oder einen Marktplatz zu besichtigen. Mit den Städten ist es ähnlich. Ein paar Tage am Bodensee vergehen deshalb schneller als man denkt.
Ein Muss ist in jedem Fall das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen. So viel Technik rund um die Luftschiffe gibt es sonst nirgends. Kulinarisch hingegen hat Tettnang mehr zu bieten: In seiner Umgebung wächst ausgezeichneter Spargel. Der beste Schwabens, behaupten einige. Für Meersburg steht ein Bummel durch den mittelalterlichen Stadtkern auf dem Programm, für Uhldingen ein Besuch im Pfahlbautendorf im Vorort Mühlhofen.
Vom Bodensee aus lässt sich ein fahrerisch und kulturell höchst interessanter Ausflug nach Norden ins Oberschwäbische unternehmen. Und zwar auf den Spuren der Oberschwäbischen Barockstraße. Die führt auf insgesamt 500 Kilometern gitterförmig durch die Region zwischen den Städten Lindau, Friedrichshafen, Messkirch, Ehingen, Ulm, Memmingen und Kempten. Die Hauptroute der insgesamt vier Teilstrecken eignet sich für einen schönen Tag im Motorradsattel am besten. Sie ist rund 400 Kilometer lang und führt vom Bodensee aus über Ravensburg, Bad Waldsee, Bad Schussenried, Riedlingen, Zwiefalten, Ehingen und Blaubeuren nach Ulm und von dort über Laupheim, Biberach, Memmingen, Leutkirch, Bad Wurzach, Kissleg, Isny, Wangen und Tettnang zurück zum Start.
Der Begriff Barock hat in Deutschland leider einen negativen Beigeschmack. Wer denkt da nicht an schwülstige und kitschige Architektur? „Sällsam“ heißt der Barock in Schweden und „Zonderling“ in den Niederlanden. Wer nicht in der Barockregion Oberschwaben geboren ist, hat vielleicht so seine Schwierigkeiten mit Bauwerken wie dem Münster von Zwiefalten oder der Basilika von Weingarten. Auf der anderen Seite öffnet eine Fahrt auf der Oberschwäbischen Barockstraße die Tür zu den Seelen der Menschen. Denn der Barock hat die Bewohner dieser Region entscheidend geprägt. Beim Gang durch das Stift Obermarchtal, bei einer Fronleichnamsprozession in Saulgau oder beim Altstadt- und Seenachtsfest in Bad Waldsee merkt man das sehr schnell.
„Heute esse ich mich tot. Wer weiß, ob ich morgen noch lebe?“ Dieser Satz eines Salemer Abtes spiegelt die Lebensauffassung der Oberschwaben wieder. Die hatten nach dem fürchterlichen 30jährigen Krieg einen Nachholbedarf an schönen Dingen. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Erholung ließ neue Schlösser, Kirchen und Klöster entstehen, deren pompöser Stil sagen sollte: „ Wir sind wieder wer, wir leben noch.“ Frankreich diente als Vorbild, etwa zwölf Schlösser wurden nach dem Modell Versailles erbaut. Bedingt durch den Krieg, beherrschen den Barock vor allem Gegensätze, Leben und Tod, arm und reich, Krieg und Frieden.
Es sich gut gehen lassen – nach diesem Motto lebt der Oberschwabe. Er versteht es, Feste zu feiern. Nicht umsonst hat beispielsweise die alemannische Fastnach einen Ruf bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Dass zwischen Ulm und dem Bodensee gut gegessen wird, kommt dem Barockfahrer bei jeder Pause zugute. Darüber hinaus darf er verträumte Landschaften wie das Donautal genießen. Die Straßenführung ist entspannt, der Belag in der Regel sehr gut. Kein Tummelplatz für Schräglagensammler, dafür umso mehr für Anhänger eines ruhigen Fahrstils.
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