Anzahl der Aufrufe: 2570 Fläming-Rundfahrt Deutschland · Brandenburg
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Tour erstellt am 23.04.2010
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Seine größte Erhebung ist knapp über 200 Meter hoch, er wurde im 12. Jahrhundert von flämischen Einwanderern besiedelt, heißt deshalb Fläming und ist durchzogen von einem Netz aus kleinen und kleinsten Sträßchen. Letztere sind der Grund, weshalb der Fläming für den Anhänger des entspannten Dahingleitens ein unbedingtes Muss ist. Als ob sie am Reißbrett entstanden wären – so exakt und geradlinig durchziehen unzählige Alleen den Fläming. Verbunden sind sie durch Kurven, die etwas Aufmerksamkeit verlangen: Sie sind nämlich eher eckig als rund. Dennoch: Unter dem Strich erwartet uns in dieser hügeligen waldreichen Landschaft ungetrübter Fahrspaß. Keine Tricks, keine Fallen. Einfach nur Motorrad fahren. Den ganzen Tag. Und dabei die Abgeschiedenheit und die weiten Wiesen und Wälder dieser Region genießen.
In Luckenwalde ist man stolz auf Hermann Hentschel, der 1867 hier den Pappteller erfand. Weniger stolz ist man auf Rudi Dutschke. Der Mitbegründer der 68er-Bewegung besuchte das Luckenwalder Gymnasium von 1954 bis 1958. So steht es auf einer Gedenktafel. Kaum vorstellbar, dass es wegen dieser Tafel monatelangen Streit gab. Aber so richtig beliebt ist er hier eben nicht. Der Rudi. Bekannt wurde Luckenwalde einst durch die Hutbranche. In den 20er-Jahren residierten hier ein Dutzend Hutfabrikanten, eine Kopfbedeckung aus Luckenwalde war damals der letzte Schrei. Übrig geblieben ist die Firma Schröder. In ihren Räumen in der Anhaltstraße entstehen noch heute sehr haltbare und hochwertige Meisterstücke. Wer sich z. B. eine lederne Oldtimer-Kappe zulegen will, ist hier goldrichtig.
In Luckenwalde ist man stolz auf Hermann Hentschel, der 1867 hier den Pappteller erfand. Weniger stolz ist man auf Rudi Dutschke. Der Mitbegründer der 68er-Bewegung besuchte das Luckenwalder Gymnasium von 1954 bis 1958. So steht es auf einer Gedenktafel. Kaum vorstellbar, dass es wegen dieser Tafel monatelangen Streit gab. Aber so richtig beliebt ist er hier eben nicht. Der Rudi. Bekannt wurde Luckenwalde einst durch die Hutbranche. In den 20er-Jahren residierten hier ein Dutzend Hutfabrikanten, eine Kopfbedeckung aus Luckenwalde war damals der letzte Schrei. Übrig geblieben ist die Firma Schröder. In ihren Räumen in der Anhaltstraße entstehen noch heute sehr haltbare und hochwertige Meisterstücke. Wer sich z. B. eine lederne Oldtimer-Kappe zulegen will, ist hier goldrichtig.
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Rot: Partnerhäuser in der NäheWir verlassen Luckenwalde in Richtung Beelitz. Doch schon in Frankenförde zweigen wir nach links ab und folgen dem Schild Felgentreu. Wer kann bei einem solchen Namen schon widerstehen. Der Abstecher entpuppt sich als Geheimtipp, die Allee von Niebelhorst nach Bardenitz als Herausforderung. Optisch und fahrerisch. Sie ist zwar gepflastert, lässt sich aber komfortabel befahren. Und unsere Felgen bleiben sich treu. Oder so ähnlich.
Am Ortseingang des beschaulichen Kleinstädtchens Treuenbrietzen sticht das hübsche Heimatmuseum ins Auge. Außerdem gibt es hier noch die Reste einer Stadtmauer, schöne Fachwerkhäuser und Kopfsteinpflaster der rauhesten Sorte. Dass einem die Zähne klappern. Mitte des 18. Jahrhunderts machte die Moritat »Sabinchen war ein Frauenzimmer ...« Treuenbrietzen in ganz Deutschland bekannt. Aus Liebe zu ihrem Freund, einem Schuster, stahl Sabine bei ihrer Herrschaft silberne Löffel. Das Denkmal der beiden ziert heute den Brunnen vor dem Rathaus.
Die B 102 bringt uns an Niemegk vorbei nach Belzig. Erholsamer, breiter Asphalt. Nach dem Geholper durch Treuenbrietzen genau das Richtige. Hauptattraktion von Belzig ist seine tausend Jahre alte Burg Eisenhardt. Martin Luther und Zar Peter der Große übernachteten schon auf ihr. Und auch heute kann man in mittelalterlicher Atmosphäre nächtigen – Burg Eisenhardt ist ein Schlosshotel. Der Tipp für Panorama-Freaks: Vom Burgfried aus hat man einen tollen Rundblick.
Vom Parkplatz der Burg zielt ein schmales Sträßchen direkt nach Borne, einem typischen Flämingdorf mit romanischer Kirche. Dahinter warten zwei Alternativen. Erstens: Man setzt den Blinker rechts und erklimmt über den Ort Klein Glien den 201 Meter hohen Hagelberg, die höchste Erhebung Brandenburgs. Zweitens: Man fährt geradeaus weiter, rattert zunächst über prähistorisches Kopfsteinpflaster und rollt anschließend genussvoll über einen einsamen Sandweg weiter nach Wiesenburg. Im Sattel eines leichten Bikes eine Wucht.
Hunger? Dann auf ins Tequila Drive nach Reuden. Der Bikertreff liegt an der B 246, zwölf Kilometer von Wiesenburg entfernt. Von Awo bis V-Max ist hier alles vertreten, im Biergarten herrscht meist Hochbetrieb. Routiniert bedient Andy den Grill und zaubert Steaks und Würste auf den Tisch. Wer übernachten will: Das Zelten auf dem Gelände ist gratis.
Die Waldstrecke von Jeserig über Grubo nach Raben hat es in sich. Versprüht noch den Charme der alten Zeit. Schmal und holperig ist ihr Belag, der rechte Fahrbahnstreifen unbefestigt. Wer über lange Federwege verfügt, ist hier König. Und erreicht als erster Burg Rabenstein. Das Gemäuer gelangte durch die Walpurgisnacht-Szene in Goethes Faust schon zu literarischem Ruhm. In der Burg weilte einst Kurfürst August der Starke, seit 40 Jahren wird sie als Jugendherberge genutzt.
Ein Abstecher führt uns nach Niemegk. Robert Koch, der Entdecker des Tuberkulose- und Cholera-Bazillus, eröffnete 1868 in der Großstraße 69 eine Landarztpraxis. Doch das Wartezimmer blieb meistens leer. Nach einem Jahr hatte der spätere Nobelpreisträger die Nase vom einsamen Landleben voll und kehrte Niemegk den Rücken. Wir tun es ihm gleich und fahren an der alten kursächsischen Postsäule vorbei Richtung Marzahna. Bis Schönefeld auf einer gut ausgebauten Straße. Dann wird es immer enger. Bis sich schließlich der Mittelstreifen verabschiedet. Von Seehausen bringt uns eine geflickte Plattenstraße mit Mittelmarkierung nach Niedergörsdorf und Dennewitz. Insgesamt acht Denkmäler zum Gedenken an die Schlacht gegen Napoleon stehen in der näheren Umgebung. Ein Lageplan kurz vor der Bahnschranke bei Niedergörsdorf zeigt den Weg.
In Kloster Zinna sollte man den Zündschlüssel abziehen. Wegen der herrlichen, 1170 gegründeten Klosteranlage, wegen des beschaulichen Ortes und vor allem wegen der Alten Försterei. Das Essen in dem Romantik-Hotel/Restaurant ist ein Genuss. Zum Verdauen hinterher empfiehlt sich etwas Hochprozentiges: ein echter Zinnaer Klosterbruder aus der Destille des Klosters.
An Jüterbog sollte man keinesfalls achtlos vorbeifahren. Das Städtchen gefällt durch seinen mittelalterlichen Stadtkern mit drei imposanten Toren. Wer will, kann sich vom Turm der Nikolai-Kirche einen Überblick verschaffen. Aber Vorsicht: Bei stürmischem Wind wehte es hier schon so manchen in die Tiefe. Einer hatte viel Glück: Im Jahr 1560 der Türmer Steub. Er fiel auf seine Trommel und überlebte.
Auf der B 102 geht es flott aus Jüterbog hinaus. Kurz hinter Werbig rechts ab, vier Kilometer Landstraße, dann kommt Wiepersdorf in Sicht. Im dortigen Schloss wohnte Bettina von Arnim, die Frau vom ehemaligen Fünfmarkschein. Heute steht das Schloss Künstlern aller Fachrichtungen zur Verfügung und setzt damit die musische Tradition der von Arnims fort.
Ein Schlenker führt uns nach Schönewalde, an dessen Mühle man bei schönem Wetter dem Müller zusehen kann. Meinsdorf und Illmersdorf folgen, dann erreichen wir Dahme. Ein hübscher Anblick: Das Städtchen bietet das kaum veränderte Bild einer märkischen Kleinstadt vor 100 Jahren. Weiter nach Gebersdorf und dort rechts ab nach Buckow. Wegen des herrlich schmalen Sträßchens, das von hier aus zurück nach Luckenwalde zackt.
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