Anzahl der Aufrufe: 3145 Hochsauerland Deutschland · Sauerland


Diese Tour bewerten Tour erstellt am 23.04.2010

Informationen zur Tour

Was fällt Ihnen auf Anhieb zum Sauerland ein? Talsperren. Gut. Bierbrauereien. Auch gut. Erzbergwerke. Sehr gut. Und nicht zu vergessen: Spannende, kurvenreiche Motorradstrecken. Da wäre eine Tour durch den Hochsauerlandkreis genau das Richtige. Denn links und rechts der Achse Warstein, Meschede, Lennestadt warten sie nämlich: Eine Talsperre, zwei Brauereien, ein altes Erzbergwerk und jede Menge kleinster Nebensträßchen.

Warstein bietet sich als Ausgangspunkt für diese Tour geradezu an. Die gepflegte Kleinstadt liegt auf einer zugigen Kalkhochfläche und ist wegen ihres würzigen Bieres in ganz Deutschland bekannt. Da die Altstadt im Jahr 1802 einem Großbrand zum Opfer fiel, gibt es leider nicht viel zu sehen. Wir biegen deshalb im Zentrum gleich rechts ab und folgen dem Schild nach Hirschberg. Dieser Weg führt uns direkt zur Warsteiner Brauerei, die seit 1973 ihren Sitz in einem idyllischen Waldgebiet hat. Im Hof der Anlage steht ein kupferner Braukessel. Wer tiefer in die Geheimnisse des Bierbrauens eindringen will, kann an einer Führung teilnehmen. Die findet an Wochentagen stündlich statt und kostet ca. 5 Euro. Im Preis enthalten sind Essen, Getränke und ein Bierglas. Sicherer ist es, sich vorher anzumelden (Fon: 02902/888866).

Download der GPS-Daten

Kartenansicht

Rot: Partnerhäuser in der Nähe



Zügig fahren wir weiter und sind schon nach wenigen Kilometern mittendrin in der prallen Natur. Die Bäume stehen an der Straße Spalier, und wir genießen die wunderschöne Aussicht über die Warsteiner Hochfläche. Die Fahrbahn taucht nun in den Wald ein, die Radien der Kurven werden allmählich enger. Die ersten Schräglagen dürfen auf den Asphalt gezaubert werden. Lust auf einen Ausflug in die Unterwelt? In der am Straßenrand auftauchenden Bilsteinhöhle gibt eine 30-minütige Führung darüber Auskunft, was Kalk und Wasser im Laufe von Millionen Jahren vollbringen können.

Wir streifen Hirschberg und biegen kurz hinter dem Ortsausgang links ab nach Meschede. Dicht an dicht stehen die Bäume neben der Straße. Das sollte uns daran erinnern, dass drei Fünftel des Sauerlandes aus Wald bestehen. Der perfekte Fahrbahnbelag und die übersichtlichen Bögen verlocken zum Gas geben. Dummerweise ist die Geschwindigkeit für Motorräder auf 70 km/h begrenzt. Die Strecke birgt wohl einiges an Gefahrenpotential.

Zum Schluss treffen wir auf die B 55, wo wir das Motorrad nach rechts lenken. Danach überquert die Route die Ruhr und fällt nach Meschede ein. Die Geburtsstadt des Malers August Macke lag im Mittelalter direkt an der wichtigen Heerstraße Hagen – Brilon – Marsberg und besaß eine große strategische Bedeutung. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde Meschede neu aufgebaut. Allzu viel zu entdecken gibt es deshalb leider nicht, und so klinken wir uns auf die B 7 ein und nehmen Kurs auf Brilon.

Von Wehrstapel aus empfiehlt sich ein kleiner Umweg nach Eversberg. Das hübsche Fachwerkdorf besitzt eine verfallene Burgruine mit einem Wehrturm, der einen herrlichen Blick über das Sauerland bereithält. Dazu ist ein wenig Kondition nötig, da der Turm zu Fuß erobert werden muss.

Zurück auf der B 7 geht es über Velmede und Bestwig nach Nuttlar. Kurz hinter Nuttlar verlassen wir die Bundesstraße, biegen rechts ab nach Winterberg und erreichen bald den Kneippkurort Olsberg. Eine kurze Rast in einem der netten Cafés kann nicht schaden. Denn hinter Olsberg lauert eine ganze Reihe landschaftlicher und fahrerischer Höhepunkte.

Zuerst geht es auf der B 480 Richtung Winterberg. Auf der Bundesstraße nehmen wir sozusagen Anlauf für die kommende Kurvenetappe. Die naht nach dem Abzweig in Richtung Siedlinghausen. Von einem Meter zum nächsten wird aus topfebenem Asphalt ein Flickenteppich. Mit den vielen Bodenwellen und Schlaglöchern hat das Fahrwerk eine Menge Arbeit. Die Landschaft ändert sich ständig. Hügelketten reihen sich aneinander, Wälder und Wiesen wechseln sich ab. Brunskappel liegt verträumt im Tal des Flüsschens Neger. Vor der Kirche biegen wir rechts ab nach Elpe und schlagen einen Haken nach Norden. In steilen Haarnadelkurven rückt die Fahrbahn einer Anhöhe zu Leibe. Ein kurzer Blick zurück ins Negertal, dann rollen wir den Berg hinab nach Elpe.

Wir fahren rechts ab auf Gevelinghausen zu. Linker Hand steht der Freizeitpark Fort Fun. Die Anlage ist ein gutes Beispiel für einen gelungenen Strukturwandel. Sie entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Erzgrube und gibt nun zahlreichen Menschen der Region Arbeit.

Herrliche Kurven geben den Takt bis Gevelinghausen vor. Dort fahren wir erst nach links auf Bestwig zu, um dann einen 90-Grad-Schwenk nach Heringhausen einzuleiten. In Form einer großen Abraumhalde rücken die Spuren des Erzbergbaus ins Blickfeld. Hinter Heringhausen begleitet die Straße den Lauf der Valme. Der Fahrbahnbelag ist ruppig und verlangt Aufmerksamkeit.

In Ramsbeck wurde schon im Mittelalter Erz abgebaut. Mehrere Jahrhunderte lang ernährte der Berg die Menschen im Ort. 1974 fuhren die Kumpel dann zur letzten Schicht ein, und im Dörnberg gingen die Lichter aus. Glücklicherweise nicht für lange. Bald darauf machte man aus dem Ramsbecker Erzbergwerk eine Besuchergrube mit Museum. Jetzt können Interessierte mit einer kleinen Bahn die 300 Meter tiefer liegenden Stollen erkunden.

In Westernbödefeld halten wir uns zuerst in Richtung Meschede. Nach wenigen hundert Metern zweigt dann eine kleine Strecke nach Kirchrarbach ab. Das folgende Teilstück entpuppt sich als landschaftlicher Leckerbissen. Es führt über einen Höhenzug und bietet weite Einblicke ins Bödefelder Land. Saftig grüne Wiesen und dichte Nadelwälder huschen an uns vorüber. Auch die nächste Station, Kirchrarbach, ist hübsch anzusehen. Seine Fachwerkhäuser sind schön restauriert und bestens gepflegt.

Über Sögtrop und Landenbeck peilen wir Reiste an. Dort richten wir den Lenker nach rechts. Steil geht es bergauf, ein Blick über das Bödefelder Land, dann schwingen wir uns mit 14 Prozent Gefälle nach Reiste hinab. An der Bundesstraße 55 Blinker links nach Bremke.

Die B 511 bringt nach dem ganzen Klein-Klein der zurückliegenden Kilometer eine willkommene Erholung. Allerdings nur bis Dorlar. Hier zweigen wir links ab und navigieren auf Altenilpe und Bad Fredeburg zu. Ein Abschnitt, um die Seele baumeln zu lassen. Grün so weit das Auge reicht. Eine völlig intakte Natur umgibt uns, einzelne Bauernhöfe liegen wie auf einer Modelleisenbahn verstreut. In Bad Fredeburg biegen wir Richtung Schmallenberg ab, überqueren die B 511 und halten auf Ebbinghof zu.

Das schmale Sträßchen mit seinem holperigen Untergrund scheint eine Insiderstrecke zu sein, da uns nur einheimische Kennzeichen entgegenkommen. Ein Bahnübergang, dann bessert die Fahrbahn ihre Manieren und serviert uns gepflegten Untergrund. Wir lassen Ebbinghof mit seinen urigen Bauernhöfen hinter uns, überqueren eine Kuppe und lenken das Bike über Wormbach nach Felbecke. Von nun an geht es in einer ständigen Berg- und Talfahrt über die Höhenlagen des zentralen Hochsauerlandes. Spektakuläre Ausblicke auf die gesamte Region sind die Folge.

Felbecke kommt in Sicht. Im Ort halten wir uns links in Richtung Oedingen. Lockere Bögen erlauben einen ganz passablen Schnitt. Kurvenschwingen in Reinkultur. Erst kurz vor Oedingen warten ein paar enge Ecken, dann stoßen wir auf die Bundesstraße 55.

Richtung Eslohe führt die Strecke an einem Schrein vorbei. Speziell für die auto- und motorradfahrende Klientel aufgebaut, soll die »Madonna der Straße« für sichere Fahrt sorgen. An der Stelle eine besinnliche Minute einzulegen, kann deshalb sicher nicht schaden.

Weiter auf Eslohe zu. In Cobbenrode erwartet uns eine Gaumenfreude. Die alte Mühle im Ort wurde von einigen Bewohnern in jahrelanger, mühevoller Arbeit restauriert und wieder in Betrieb genommen. Heute wird dort wie eh und je Korn gemahlen. Das Mehl gelangt zum ebenfalls historischen Backhaus, um dort zu Brot verarbeitet zu werden. Jetzt den Terminkalender zücken: Denn an jedem ersten Samstag im Monat ist Backtag. Von überall her strömen die Menschen, um das knusprige Cobbenroder Steinofenbrot zu kaufen. Für den Fan leckerer Backwaren ein absolutes Muss.

Die Bundesstraße 55 mit ihren sauber angelegten und gut ausgebauten Kurven bringt uns zum Luftkurort Eslohe. Bereits im Jahr 1072 erstmals urkundlich erwähnt, zählt Eslohe zu den ältesten Kirchdörfern des Sauerlandes. Einen Besuch wert sind die Pfarrkirche St. Peter und Paul sowie das Maschinen- und Heimatmuseum (Öffnungszeiten samstags 15.00 bis 17.00 Uhr und sonntags 10.00 bis 12.00 Uhr).

Wir durchqueren Eslohe, halten für ein paar Meter auf Bremke zu und nehmen dann Kurs auf Wenholthausen. Idyllisch gluckert die Wenne neben der Straße. In Wenholthausen erwarten uns mehrere Gelegenheiten, dem Körper in Form von Kaffee und Kuchen Kalorien zuzuführen. Anschließend kurven wir nach Berge, wo wir uns rechts halten und Richtung Meschede/Calle weiterfahren.

Übrigens: Wer sich die bekannte Veltins-Brauerei in Grevenstein ansehen will, muss in Wenholthausen links abbiegen. 1824 wurde sie von dem Gastwirt Franz Kramer gegründet, der sie 28 Jahre später an Clemens Veltins verkaufte. Die Brauerei ist heute die viertgrößte in Deutschland. Jeden Dienstag um 9.30 Uhr findet eine Führung statt.

Kurz hinter Calle biegen wir rechts ab nach Schüren. Eine kleine, aber feine Allee geleitet uns über Schüren und Enkhausen zum Henne-Stausee. Enge Kurven, holperiger Belag – man sollte sein Augenmerk nicht nur auf die reizende Umgebung richten. Der Weg windet sich hinunter zum Hennesee und trifft auf die Bundesstraße 55. Jetzt geht es nach links an der knapp 40 Millionen Kubikmeter fassenden Henne-Talsperre entlang. Das Ufer säumt ein schöner Badestrand. Mittels Ausflugsbooten lässt sich das Wasser auch trockenen Fußes überqueren.

Auf der Rückfahrt nach Warstein statten wir dem westlich von Meschede stehenden Schloss Laer einen Besuch ab. Das weiße Wasserschloss mit seinem grauen Schieferdach stammt aus dem 17. Jahrhundert. Leider ist es in Privatbesitz und kann nur von außen bestaunt werden.

Hinter Meschede bleibt die Route weiterhin auf der B 55 und endet in Warstein, dem Ausgangspunkt unserer Tour.

Die Kommentare zu dieser Tour

Als Mitglied der Biker Betten-Community können Sie hierzu einen Kommentar abgeben. Jetzt mitmachen!

Tour kommentieren

Bislang keine Einträge

Partner werden Partnerhouse-Login © 2012 TVV Touristik-Verlag GmbH Über uns Links Kontakt Impressum AGB Datenschutz by B2
Alpentops.de - TOP Alpen-Sites