Anzahl der Aufrufe: 1854 Obstmarschenweg Deutschland · Niedersachsen Küstenregion


Diese Tour bewerten Tour erstellt am 23.04.2010

Informationen zur Tour

Klein, aber fein – das ist der Obstmarschenweg. 85 Kilometer weit führt er von Hamburg aus an der Elbe entlang nach Norden und durchquert dabei das größte Obstanbaugebiet Nordeuropas. Hier im Alten Land wachsen rund sieben Millionen Obstbäume, die meisten von ihnen tragen Äpfel. Aber auch außerhalb der farbenprächtigen Zeit der Obstblüte kann die Region gefallen: In den Dörfern stehen die hübschen Bauernhäuser mit ihrem typischen weißen Fachwerk und ihren kunstvoll gemauerten Ziegeln.

Zum Kurvenräubern ist das Alte Land weniger geeignet. Flach, viele Geraden, kaum Bögen – diese Landschaft wird in erster Linie dem Anhänger des genüsslichen Dahingleitens gefallen. Der kann entspannt die Nase in den Fahrtwind halten, die Seebrise schnuppern und sich an dem Panorama der bunten Obstplantagen kaum sattsehen.

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Startort Buxtehude, die Stadt, in der das berühmte Wettrennen zwischen dem Hasen und dem Idel stattfand. Doch mit Tempo hat der heutige Tag nichts zu tun. Nachdem wir die reizende Altstadt Buxtehudes mit ihren mittelalterlichen Bauten angeschaut haben, nehmen wir Kurs auf Estebrügge, einen Ortsteil der Gemeinde Jork. Auch Estebrügge glänzt durch einen Kern mit schönen, alten Gebäuden. Vorbei an Ständen mit Obst geht es parallel zur Elbe nach Jork. Das Stätdchen mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern gilt als das historische Zentrum des Alten Landes. Hier spielte sich schon im Mittelalter der Handel der Region ab.

Nach dem Überqueren der Brücke über das Flüsschen Lühe erreichen wir das so genannte Guterhandviertel. Ob da jemand beim Bau der reizenden Bauernhäuser ein „gutes Händchen“ hatte? Wie auch immer – die traditionsreichen Gebäude ziehen einen sofort in ihren Bann. Ein kurzer Stopp ist daher Pflicht. Nun geht es auf dem Deich weiter, Richtung Steinkirchen und Grünendeich. Die alte Hojen-Dieck-Klappbrücke kommt in Sicht, dann rollen wir nach Grünendeich mit seiner typischen Schifferkirche aus dem 17. Jahrhundert hinein.

In ständig wechselnden Abständen zur Elbe führt die Route in Richtung Norden. Hollern erinnert mit seinem Namen an seine holländische Vergangenheit. Nachdem die Elbe mit ihren Überschwemmungen immer wieder für Not und Unglücke sorgte, rief man holländische Deichspezialisten herbei, die die Bevölkerung vor dem Wasser schützen sollten. Die Holländer machten ihre Arbeit gut und errichteten entlang der Küste die ersten Deiche.

Ein Abstecher führt uns nun nach Stade. Die Kreisstadt des Alten Landes gehört mit ihrem reizenden Kern zu den schönsten Städten Norddeutschlands. Die Fassaden glänzen mit leuchtend buntem Fachwerk und versetzen den Besucher ins Mittelalter zurück. 1659 wütete ein Großbrand in Stade und zerstörte viele Gebäude.

Parallel zur Süderelbe gelangen wir nach Wischhafen. Hier mündet dieser Seitenarm der Elbe in den großen Strom. Von Wischhafen fährt eine Fähre regelmäßig hinüber ans andere Ufer nach Glückstadt. In dem Örtchen Freiburg und seinen hübschen Bauernhäusern wendet sich die Route nach Westen und durchquert dabei Weideland mit Kühen, Schafen und Pferden. Die Obstplantagen treten nun zu Gunsten der traditionellen Landwirtschaft zurück. Die Oste kommt in Sicht, der mit einer Länge von ca. 160 Kilometern längste Nebenfluss der Elbe. Dann erreichen wir Neuhaus, den Endpunkt der Obst-Route. Ein Tipp für Technikfreunde: In der Nähe steht das Oste-Sperrwerk, das die Schwankungen von Ebbe und Flut ausgleicht, die die Region ansonsten regelmäßg überschwemmen würden.

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