Anzahl der Aufrufe: 2275 Rheingoldstaße Deutschland · Rhein
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Tour erstellt am 23.04.2010
Informationen zur Tour
Die 75 Kilometer lange Rheingoldstraße zwischen Königswinter und Bacharach ist eine der schönsten Weinstraßen Deutschlands und eine echte Sightseeing-Tour.
Wenn die Himmelsrichtungen plötzlich ihre Geltung verlieren, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir sind, wenn die Nase der Maschine immer neue und verwirrendere Bögen zieht – dann fahren wir garantiert auf dem südlichen Teil der Rheingoldstraße. Dort, zwischen Koblenz und Bacharach, hat sich der Rhein jahrmillionenlang ein tiefes Bett zwischen Hunsrück und Westerwald bzw. Taunus gegraben. Und damit eine der herrlichsten deutschen Flusslandschaften geschaffen. Windungsreich sucht sich das Wasser seinen Weg, links und rechts der Strecke geht die Zahl der Burgen und Schlösser schon fast ins Inflationäre.
Wenn die Himmelsrichtungen plötzlich ihre Geltung verlieren, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir sind, wenn die Nase der Maschine immer neue und verwirrendere Bögen zieht – dann fahren wir garantiert auf dem südlichen Teil der Rheingoldstraße. Dort, zwischen Koblenz und Bacharach, hat sich der Rhein jahrmillionenlang ein tiefes Bett zwischen Hunsrück und Westerwald bzw. Taunus gegraben. Und damit eine der herrlichsten deutschen Flusslandschaften geschaffen. Windungsreich sucht sich das Wasser seinen Weg, links und rechts der Strecke geht die Zahl der Burgen und Schlösser schon fast ins Inflationäre.
Aber nicht nur die Raubritter wussten die strategisch günstige Lage auf den Kämmen oberhalb des Rheins zu schätzen. Auch die Winzer lieben diese steilen, sonnenverwöhnten Flächen. Die Römer begannen hier mit dem Weinanbau, dann folgten die Franken, schließlich die Zisterzienser-Mönche. Ihre Blütezeit erlebte die Region Mittelrhein in den 1970er-Jahren. Über 1.000 Hektar Reben gab es zwischen Königswinter und Bingen. Heute sind es nur noch 700. Weshalb? Wer die oft winzigen Weinbergfetzen sieht, die an den Bergen kleben, erkennt den Grund: Es lohnt sich einfach nicht mehr. Unter außerordentlichen Mühen werden die Terrassen gehegt und gepflegt. Viel Tradition und Brauchtum sind dabei. Doch die Einnahmen lohnen den immer höher werdenden Aufwand nicht mehr. Und so zieht sich der Weinanbau zwangsläufig auf seine allerbesten Lagen zurück.
Dort findet eine Konzentration zum Riesling statt. Denn der edlen Traubensorte scheint der schüttere Tonschiefer des Mittelrheins zu bekommen. Blumig, kernig, herzhaft, die Fruchsäure betonend – so wird die Nummer eins des Mittelrheins beschrieben. Darüber hinaus sind es die windgeschützten Steillagen, der Wärmespeicher des Rheins und das bis in den Spätherbst hineinreichende schöne Wetter, die dem Riesling viel Zeit zum Reifen lassen. Denn die braucht er, soll er richtig gut werden.
Der Rheingold-Fahrer startet am besten in Königswinter. Das Städtchen mit seiner hübschen Rheinpromenade wurde von den Franken als „Königswingert“, Weinberg des Königs, gegründet. Nach einem Stopp in einem Café direkt am Wasser geht es auf der breiten Bundesstraße südwärts. Wenig Kurven, dafür schöne Ausblicke auf das Siebengebirge. Andernach zieht vorbei, ebenso Koblenz mit seiner massigen Festung Ehrenbreitstein.
Kurz nachdem bei Lahnstein die Lahn den Rhein begießt, heißt es: Lenker fest in die Hand nehmen, Augen auf die Straße. Die Rheinschleifen beginnen. Und ebenso der offizielle Teil der Rheingoldstraße. Gut ausgeschildert, entfernt sie sich immer wieder vom Wasser und führt ins weinbautechnische Hinterland. Enge Wege, holperiger Asphalt, viele Kehren. Zum Beispiel hinter Boppard. Zuerst ein Abstecher zur Cäcilienhöhe wegen der unvergleichlichen Aussicht (von Boppard aus Richtung A 61), dann weiter über Bad Salzig und Hirzenach nach St. Goar zurück zum Rhein.
Drüben auf der anderen Seite spielen zwei Burgen Katz und Maus. Ein Stück weiter taucht der Loreleyfelsen auf. Lockte früher die singende Blondine die armen Schiffer in die Stromschnellen, so geht heute die Anziehungskraft eher von den vielen hübschen Cafés aus. Ein Zwischenhalt mit Kaffee und Kuchen und Blick auf die Weinberge ist obligatorisch. Ebenso wie ein Bummel zu Fuß durch Oberwesel: Das Motorrad im Ortskern abstellen und auf jeden Fall die gut erhaltene Stadtmauer anschauen.
Vor Kaub macht die Rheingoldstraße wieder einen Schlenker landeinwärts, um schließlich in dem Örtchen Rheindiebach zu enden. Von hier aus sollte man ein Stück zurückfahren. Nicht nur wegen des alten Weinhandelszentrums Bacharach. Oder der mitten im Rhein stehenden Zollstation von Kaub. Sondern wegen der dortigen Fähre. Denn auf der anderen Flussseite beginnt die Rheingauer Riesling-Route. Sie führt über Lorch, Rüdesheim, Oestrich-Winkel, Eltville, Biebrich und Wiesbaden direkt am Rhein entlang nach Mainz.
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