Anzahl der Aufrufe: 2875 Rund um Solingen Deutschland · Westerwald/Bergisches Land
Diese Tour bewerten
Tour erstellt am 23.04.2010
Informationen zur Tour
Will man sich innerhalb eines Tages einen charakteristischen Eindruck vom Bergischen Land verschaffen, gibt es keine geeignetere Region als die Gegend rund um Solingen. Denn nirgendwo anders treten die typischen Merkmale dieses Mittelgebirges deutlicher und komprimierter auf als hier. Hügelige Wald- und Wiesenlandschaften säumen die Straße. Man kommt durch malerische Ortschaften mit bildhübschen Schiefer- und Fachwerkhäusern, kurvt an einsam gelegenen Talsperren vorbei und lernt schließlich den bekanntesten Exportartikel des Bergischen Landes sowie die Stammburg seiner Namensgeber kennen. Der Name Bergisches Land stammt nämlich nicht von Bergen oder Gebirgen ab. Vielmehr waren es die Grafen von Berg, die dieser hügeligen Region östlich von Köln ihren Namen gaben.
Autobahn A 1, Ausfahrt Remscheid und dann auf der B 229 in Rich tung Radevormwald. Anfangs herrscht noch dichter Verkehr. Hat man allerdings Remscheid und seinen Vorort Lennep erst einmal hinter sich gelassen, taucht man sofort in die Natur des Bergischen Landes ein. Auf dem gepflegten Asphalt der Bundesstraße legt sich die Maschine in die ersten sanften Schräglagen. Unter uns glitzert das Wasser der Wuppertalsperre. Sie haben im Bergischen Land eine lange Tradition, diese Staubecken. Denn ob man es glaubt oder nicht: In diesem regenreichen Gebiet wurde während des 19. Jahrhunderts das Wasser knapp. Und so entstanden die ersten Talsperren. Wer in naturbelassener Umgebung von oben einen Blick auf die Wuppertalsperre werfen will, fährt zu dem ausgeschilderten Parkplatz auf der rechten Straßenseite.
Autobahn A 1, Ausfahrt Remscheid und dann auf der B 229 in Rich tung Radevormwald. Anfangs herrscht noch dichter Verkehr. Hat man allerdings Remscheid und seinen Vorort Lennep erst einmal hinter sich gelassen, taucht man sofort in die Natur des Bergischen Landes ein. Auf dem gepflegten Asphalt der Bundesstraße legt sich die Maschine in die ersten sanften Schräglagen. Unter uns glitzert das Wasser der Wuppertalsperre. Sie haben im Bergischen Land eine lange Tradition, diese Staubecken. Denn ob man es glaubt oder nicht: In diesem regenreichen Gebiet wurde während des 19. Jahrhunderts das Wasser knapp. Und so entstanden die ersten Talsperren. Wer in naturbelassener Umgebung von oben einen Blick auf die Wuppertalsperre werfen will, fährt zu dem ausgeschilderten Parkplatz auf der rechten Straßenseite.
Es geht mitten in die grünen Bergischen Hügel hinein. Auf den Wiesen stehen schwarzweiß gefleckte Kühe und grasen friedlich vor sich hin. Eine ländliche Idylle, kaum einen Steinwurf von den Solinger und Remscheider Fabrikschloten entfernt. Dieses Miteinander von Natur und Industrie ist charakteristisch für das Bergische Land.
In Radevormwald begegnen wir zum ersten Mal den verschieferten Häusern mit ihren weißen Fensterrahmen und grünen Fensterläden. Sie prägen ganz entscheidend das Erscheinungsbild des Bergischen Landes. Was dem Bayern sein Weiß-Blau, das ist dem Bergischen sein Grün-Weiß-Grau. Die »Rodung vor dem Walde« war einst stark befestigt, wurde aber dann in Kriegen immer wieder böse in Mitleidenschaft gezogen.
Hinter Radevormwald taucht ein Kreisverkehr auf. Dort biegen wir nach rechts auf der Erlenbacher Straße in das Industriegebiet Ost ab. Wenn auf dem Ortsendeschild als nächstes Wipperfürth angeführt ist, sind wir richtig. Was folgt ist eine ca. 25 Kilometer lange Etappe auf Fahrbahnen der Marke Geheimtipp. Landstraßen im wahrsten Sinne des Wortes. Abseits der Hauptverkehrsrouten gelegen, sehen sie ganz selten einmal ein fremdes Kennzeichen. Sie sind so schmal, dass zwei Autos gerade so aneinander vorbeikommen. Der Belag wechselt von wellig über holperig zu sehr holperig.
Die Navigation bei dieser Landpartie ist mitunter alles andere als einfach. Man sollte an keiner der vielen Gabelungen einfach vorbeibrausen, sondern immer zuerst die Richtung checken. Die lautet im Groben: Eggen, Schwenke, Hohenplanken, Anschlag, Mühlen-Schmidthausen, Rönsahl. Eine erste Falle lauert in Anschlag. Man durchquert den Ort, trifft dahinter an einer T-Kreuzung auf eine Vorfahrtstraße, zweigt dort links Richtung Meinerzhagen/Kierspe ab und biegt dann sofort wieder rechts nach Mühlen-Schmidthausen ab.
Aufgepasst heißt es auch in Mühlen, denn hier biegt die Route unausgeschildert nach rechts in den Wald hinein. Und zwar tut sie das am Wegweiser nach Meinerzhagen/Kierspe direkt gegenüber der Bushaltestelle. In Ohl treffen wir dann in Form der B 237 wieder auf die Zivilisation.
Der ordentliche Belag und die lang gezogenen Bögen der Bundesstraße tun nach der vorangegangenen Kurverei richtig gut. Entspannt lehnen wir uns zurück und genießen die langen Reihen von Alleenbäumen. Diese Eichen sind zum Teil uralt und haben auf wundersame Weise den Motorsägen übereifriger Kommunalbeamter widerstanden. Die Orte und Städte entlang der Straße heißen meist Wipper und noch etwas dazu. Klaswipper, Böswipper, Niederwipper, Wipperfürth. Wieso eigentlich Wipper und nicht Wupper? Weil die Wupper in ihrem Oberlauf noch Wipper heißt und sich nicht entscheiden kann, wann genau der Namenswechsel stattfindet.
Grobe Richtung Hückeswagen. Kurz vor dem Ort weist ein Schild nach rechts zur Bevertalsperre. Dem folgen wir, passieren Groß- und Kleineichen und fahren dann genau auf den Motorradtreff an der Staumauer zu. Der ist gut frequentiert, und das Wetter muss schon sehr schlecht sein, damit einmal keine Motorräder auf dem Parkplatz stehen.
Wem der Sinn nach Pommes oder Eis steht, der ist hier genau richtig. Wer hingegen lieber bei Kaffee und Kuchen lauschig am Seeufer sitzt, überquert die Staumauer und folgt am Ortseingang von Groß-Berghausen nach rechts dem Wegweiser zur Zornigen Ameise. Ein interessanter Name für ein Ausflugslokal in absolut genialer Lage: Seeterrasse direkt am Wasser, auf der Speisekarte stehen neben Süßem auch Snacks und normale Gerichte.
Nach ein paar Minuten ist Hückeswagen mit seinen grünweißen Schieferhäusern erreicht. Dann geht es weiter auf der 237er in Richtung Wermelskirchen und Remscheid. Nach wenigen Kilometern folgen wir an einer Gabelung nach links dem Schild Dabringhausen und landen auf einem angenehm zu fahrenden Überlandsträßchen. Gut ausgebaut und mit runden Bögen versehen, führt es auf dem Scheitel einer Hügelkette entlang. Links ab nach Dhünn. Jetzt geht es zur Sache. Schon auf der Karte ist der folgenden Etappe ihre Motorradtauglichkeit anzusehen. Und in der Tat zirkelt sie wie eine Achterbahn zwölf Kilometer lang über Berg und Tal. Die Schräglagen kommen am laufenden Band. Einzig die Ortsschilder der Weiler bremsen den flotten Strich. Der Straßenbelag: Ab und zu geflickt, sonst ganz manierlich. Der Pausentipp heißt Gasthaus Jägerhof. Er steht direkt an der Gabelung in Dhünn-Neuenhaus, wo die Route links nach Kürten und Halzenberg abzweigt.
Auf der B 506 geht es rechter Hand nach Bechen. Und schon die folgende Sektion rechts in Richtung Burscheid lässt wieder Freude aufkommen. Auf griffigem und abwechslungsreichem Asphalt geht es kreuz und quer durch Wiesen, Wald und Felder. In Altenberg steht der Bergische Dom. 1255 von den Zisterziensern gegründet, dient das imposante Bauwerk heute als moderne Tagungsstätte. Ora et labora – beten und arbeiten, lautete das Motto der Zisterziensermönche.
In Burscheid folgt die Route eine Weile dem Schild Leverkusen/Opladen und zweigt schließlich nach rechts Richtung Witzhelden ab. Durch ein Meer von Obstbäumen rollen wir entspannt nach Leichlingen. Dort biegen wir am großen Kreisverkehr ins Zentrum ab, überqueren einen weiteren Kreisel und setzen an Kreis Nummer drei den Blinker rechts nach Witzhelden. Das Motto: Sämtliche Wegweiser nach Solingen ignorieren und erst in Herscheid zur Stadt der scharfen Messer abbiegen. Zugegeben, die richtige Strecke ist hier nicht leicht zu finden. Doch die Mühe lohnt sich: Ein sympathisches Sträßchen führt kurvenreich zuerst durch ein Obstanbaugebiet und dann in Kehren nach Solingen hinein.
Quasi erst am Ortsschild entlässt uns die Natur in die Stadt. Typisch fürs Bergische Land. In Solingen bringt uns die B 224 (Richtung A 46) zum Ortsteil Gräfrath. Denn der ist das Sahnestück der 1944 leider stark zerbombten Stadt. Die Hauptstraße führt in einem Bogen um Gräfrath herum, dann weist ein Schild mit der Aufschrift Historischer Marktplatz und Deutsches Klingenmuseum den Weg. Zuerst ins Museum oder lieber gleich zum Bilderbuch-Marktplatz? Egal. Begeistern können beide.
Das Klingenmuseum (täglich geöffnet 10.00 bis 17.00 Uhr, Freitag 14.00 bis 17.00 Uhr, Montag geschl.) zeigt alles von der Rasierklinge bis hin zum Zweihandschwert. Me fecit Solingen – ich wurde in Solingen hergestellt, war im Mittelalter auf den Klingen eingraviert. Das sicherte dem Besitzer weltweite Anerkennung. Denn die Solinger Klingen waren berühmt für ihre Schärfe und Geschmeidigkeit. Diese beiden sich eigentlich ausschließenden Eigenschaften zu vereinen, war nämlich das Geheimnis der Solinger Waffenschmiede. Es durfte nur vom Vater an den Sohn weitergegeben werden und sorgte jahrhundertelang für eine Vormachtstellung Solingens im Klingengeschäft.
Der historische Marktplatz von Gräfrath ist der optische Höhepunkt einer jeden Tour durch das Bergische Land. Rund um den Platz mit seinen Kneipen und Cafés gruppiert sich ein einmaliges Ensemble aus verschieferten Häusern. Ein Meer von Grün-Weiß-Grau empfängt den Besucher. Unser Tipp: Das Motorrad abstellen und zu Fuß durch die gepflasterten Gassen bummeln. Anschließend entweder im gemütlichen Gasthof Kaffeehaus oder im Eiscafé Primavera einkehren.
Zurück im Solinger Zentrum halten wir uns an die Ausschilderung Stadtteil Burg. Auf halbem Weg dorthin heißt es: Remscheid über Müngsten. Unbedingt folgen. Denn ein paar Bergabkehren weiter wartet mit der Müngstener Brücke eine der gewagtesten Stahlkonstruktionen Deutschlands. Als sie am 6. Juli 1897 eingeweiht wurde, war sie Europas höchste Eisenbahnbrücke. Man kann sie von unten betrachten und sich den Kopf in den Nacken reißen lassen.
Der Schlussspurt der Tour führt uns nach Burg, wo das Stammschloss der Grafen von Berg steht. 1133 erbaut und im 19. Jahrhundert renoviert. Eigentlich ginge es jetzt über das hübsche Wermelskirchen zum Ausgangspunkt der Tour zurück. Doch halt! Vorher genehmigen wir uns noch eine Bergische Kaffeetafel. Im Café Burghof gegenüber dem Schloss gibt es diese üppige Mahlzeit aus Kaffee, frisch gebackenen Waffeln, Brot, Wurst und Käse zum vernünftigen Preis. Mahlzeit!
Die Kommentare zu dieser Tour
Als Mitglied der Biker Betten-Community können Sie hierzu einen Kommentar abgeben. Jetzt mitmachen!
Tour kommentieren

