Anzahl der Aufrufe: 3278 Sächsische Silberstraße Deutschland · Erzgebirge
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Tour erstellt am 23.04.2010
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Seit dem Mittelalter ist die Silberstraße in Sachsen ein Begriff. In Schneeberg, Aue, Annaberg, Freiberg und Marienberg wurde das Silber geschürft und dann nach Meißen und Dresden gebracht. Dort trug es zum Reichtum der Herrscher bei. Die 1993 eingeweihte Ferienstraße führt kurvenreich und mit ordentlichen Höhenunterschieden durch eine intakte Natur zu einer Vielzahl von bergbaulichen Anlagen, die in jüngster Zeit stillgelegt und zu Schauobjekten umgestaltet wurden. Die Route ist rund 160 Kilometer lang und lässt sich an einem Tag bequem fahren. Als Beschilderung dient ein silbernes S auf braunem Grund.
Start in Zwickau. Die Stadt erlebte ihre erste wirtschaftliche und kulturelle Blüte bereits im Mittelalter. Damals machten vor allem die Tuchherstellung und der Silberbergbau im benachbarten Schneeberg die Zwickauer Bürger reich. In unserer Zeit wurde Zwickau als Produktionsort des legendären „Trabbi“ bekannt. Noch heute zeugt das Automobilmuseum von der spannenden Geschichte des Autobaus in Zwickau.
Start in Zwickau. Die Stadt erlebte ihre erste wirtschaftliche und kulturelle Blüte bereits im Mittelalter. Damals machten vor allem die Tuchherstellung und der Silberbergbau im benachbarten Schneeberg die Zwickauer Bürger reich. In unserer Zeit wurde Zwickau als Produktionsort des legendären „Trabbi“ bekannt. Noch heute zeugt das Automobilmuseum von der spannenden Geschichte des Autobaus in Zwickau.
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Rot: Partnerhäuser in der NäheWir verlassen die Stadt auf der B 93 nach Süden, kreuzen die Autobahn und erreichen nach rund 20 Kilometern entspannter Fahrt das barocke Schneeberg. 1477 wurde dort zum ersten Mal Silber gefunden, und die Blütezeit Schneebergs begann. Wer es genau wissen will: Im Bergbaumuseum und auf dem Bergbaulehrpfad können sich Interessierte in die Tiefen der Silberschürfung begeben.
Auf der B 101 gelangen wir wenige Kilometern später nach Aue am Zusammenfluss von Zwickauer Mulde und Schwarzwasser. In dem Städtchen mit seinen teilweise noch gut erhaltenen Jugendstilhäusern wurde in erster Linie Zinn gefördert. Später kam das Kaolin hinzu, aus dem in Meißen Porzellan hergestellt wurde. Nach 1945 wurde in Aue Uran abgebaut.
Die B 101 bringt uns in nach wie vor runden und schönen Bögen weiter nach Schwarzenberg. Die alte Bergwerkstadt glänzt durch ihre Pfarrkirche St. Georgen, einem außergewöhnlich schönen Barockbau. Drinnen kann man mehrere geschmückte Logen sehen, die den reichen Bürgern vorbehalten waren. Außerdem sehenswert: das auf einem hohen Bergsporn stehende Schloss aus dem 12. Jahrhundert.
Allmählich gewinnt die Route nun an Höhe. Die Kurven werden enger, die Schräglagen intensiver. Was bleibt ist die gepflegte und griffige Fahrbahn der B 101. Scheibenberg kommt in Sicht. Auf 670 Metern erklimmt die Silberstraße ihre größte Höhe. Südöstlich des Ortes ragen am 800 Meter hohen Scheibenberg die „Orgelpfeifen“ in die Höhe. In der Tat erinnern die spitzen Basaltsäulen an die Pfeifen einer Silbermann-Orgel.
Ein kurzes Stück bergauf und bergab folgt, dann rollen wir nach Annaberg-Buchholz hinein. Vor allem im Ortsteil Annaberg zeigt sich noch heute der Silberreichtum dieser Stadt. Im 16. Jahrhundert lebten hier 12.000 Menschen und damit mehr als in Leipzig. Aus Hunderten von Gruben wurde Silbererz gefördert und machte die Stadt zu einer der reichsten Deutschlands. Auf einem Rundgang durch die historische Altstadt kommen wir an dem Gasthaus „Wilder Mann“ vorbei, am Rathaus, an der gewaltigen St. Annen-Kirche und am Adam-Ries-Museum.
Ein Stück außerhalb der Stadt steht im gleichnamigen Ort der Frohnauer Hammer. Die Anlage, 1435 als Getreidemühle gebaut, war von 1650 bis 1905 ohne Unterbrechung als Eisenhammer in Betrieb. In der Werkstatt mit ihren drei gewaltigen Hämmern sieht es immer noch so aus wie vor ein paar hundert Jahren. Durch Wasserkraft angetrieben, schlugen die Hämmer die groben Eisenstücke zu handlichen Stücken, die dann in anderen Betrieben geformt, gewalzt, gezogen oder gestanzt wurden.
Für die Weiterfahrt gibt es zwei Alternativen: Entweder man fährt nach Norden, um den Ort Geyer zu erreichen, oder man bleibt im romantischen Tal der Zschopau und erreicht über Wolkenstein das Städtchen Marienberg. Wer nach Geyer fährt, bleibt auf der eigentlichen Silberstraße und kann dort einen Einbruchstrichter von 50 Meter Tiefe und einer Ausdehnung von 200 mal 250 Metern bestaunen. Das immense Loch entstand, als 1803 das dortige Bergwerk in sich zusammenbrach. Auf wundersame Weise wurden bei dem Unglück nur zwei Arbeiter getötet. Variante zwei ist die motorradfahrerisch interessantere Strecke. Denn sie wieselt kurvenreich am Ufer des Flusses Zschopau entlang. Für Stimmung sorgen tiefe, dunkle Nadelwälder.
Das nun folgende Marienberg ist ein gutes Beispiel für eine typische, auf dem Reißbrett angelegte Bergwerksstadt. 1519 wurde hier erstmals Silber gefunden, und kurz darauf begann die planmäßige Arbeit zur Errichtung einer Siedlung. Im Zentrum liegt der große quadratische Markt, von dem aus rechtwinklig die Straßen in Richtung Stadtmauer verlaufen. So wird ein Rundgang durch Marienberg zu einem Spaziergang durch die Bergbaugeschichte.
Nach dem Ortsende von Marienberg folgt die Route den herrlichen Kurven der B 171 in Richtung Zöblitz. Griffiger Asphalt, gute Übersicht, knackige Schräglagen. Ein Abstecher führt zwischendurch nach Probershau, wo ein Zinnbergwerk besichtigt werden kann. Erst der Ortseingang von Olbernhau setzt der flotten Kurverei ein Ende. Das Städtchen steht ganz im Zeichen des Holzspielzeugs. Fast die ganze Bevölkerung werkelt hier zumeist in Familienbetrieben an Nussknackern, Schwippbögen und Weihnachtspyramiden. Besichtigt werden können die Saigerhütte und der Althammer. Beide bilden zusammen ein technisches Museum, das als perfektes Beispiel für ein frühes Buntmetall-Hüttenwerk gilt.
Jetzt verlässt unsere Tour kurz die offizielle Silberstraße, um den Klassiker in der Spielzeugwelt schlechthin zu besuchen: Seiffen. Seine Bewohner waren um 1700 die Ersten, die Holzspielzeug bastelten und auf den Märkten der Umgebung anboten. Einen guten Überblick über die Seiffener Holzspielzeugproduktion erhält man im Museum an der Hauptstraße. Aber auch ein Besuch in den vielen Familienbetrieben lohnt sich. Fast wie vor 300 Jahren werden dort noch Holzfiguren geschnitzt und gedrechselt.
Auf direktem Weg geht es nun nach Freiberg, in die Stadt mit der längsten Tradition im sächsischen Silberbergbau. Man steuert am besten den Marktplatz von Freiberg an, stellt dort das Bike ab und bewundert bei einer Tasse Kaffee und einer Freiberger Spezialität, einer Eierschecke, die wunderschönen Bürgerhäuser ringsum. Angeblich verhalf ein zufälliger Silberfund der Stadt zum Reichtum: Kaufleute sollen im 12. Jahrhundert in den Spuren ihrer Fuhrwerke etwas hell Glänzendes gefunden haben – Silber. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Freiberger Silberbergbau erfolgreich, bevor ihn die Konkurrenz aus Amerika und die Einführung der Goldwährung unrentabel machte.
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