Anzahl der Aufrufe: 2498 Täler und Schluchten Schweiz · Graubünden


Diese Tour bewerten Tour erstellt am 23.04.2010

Informationen zur Tour

Die Route über den San Bernadino führt durch eine malerische Landschaft aus abgelegenen Tälern und wilden Schluchten.

Früher stand er im Schatten des großen St. Gotthard. Doch seit man einen Tunnel unter ihm durchgegraben hat, gehört der San Bernadino zu den meistbefahrenen Alpenübergängen. Seine Lage ist nämlich ideal. Eine kürzere Verbindung zwischen der Bodenseeregion im Norden und dem Tessin im Süden existiert nicht.


Von Chur aus gibt es zwei Möglichkeiten, den San Bernadino zu erreichen. Die erste: Man nimmt die Schnellstraße bis zum Tunneleingang und klinkt sich dort aus. Vorteil: Man kommt zügig voran. Nachteil: Man verpasst im Gegensatz zur zweiten Alternative eine Reihe von beeindruckenden Schluchten. Zum Beispiel die Via Mala. Nicht erst seit John Knittels gleichnamigem Roman ist sie berühmt und berüchtigt. Die lebensgefährliche Passage durch die Via Mala wurde lange als „der böse Weg“ bezeichnet. Erst ab dem Jahr 1723 machte eine richtige Straße die Schlucht durchgehend befahrbar. Wer sie sich ansehen will, muss kurz hinter Thusis einen Abstecher machen.

Als nächstes landschaftliches Highlight folgt die Roflaschlucht. Dunkle Tunnels, lange Galerien, kühn gespannte Brücken. Dann stehen wir am Abzweig zur alten Pass-Straße. Seit dem Bau des Tunnels wird sie vom Autoverkehr kaum noch benutzt und steht uns Motorradfahrern quasi zu freien Verfügung. Halali, kann man da nur sagen. Denn diese Etappe hat es in sich. In sauber gezogenen und gut einsehbaren Serpentinen zirkelt sie dem Himmel entgegen. Ihr Belag gibt den Reifen perfekten Halt, keine Unebenheiten stören den Kurvenspaß. Dazwischen gibt es gratis herrliche Ausblicke auf Gipfel wie das Rheinwaldhorn (3.402 m) und das Fanellahorn (3.124 m).

Noch eine Handvoll Spitzkehren, dann stehen wir auf dem 2.065 Meter hohen Sattel des San Bernadino. Ein kahler, unwirtlicher Ort. Der Heilige St. Bernhard von Siena gab ihm seinen Namen. Im Mittelalter soll er hier oben gerne gepredigt haben.

Nach kurzer Verschnaufpause legen wir die Maschine in die Kehren der Abfahrt. Und wieder dasselbe Spiel: schöne Kurven, prima Übersicht, griffiger Belag. Gott sei Dank zieht sich die Strecke ziemlich, und wir können die Fahrt lange genießen.

Irgendwann treffen wir am Tunnelausgang wieder auf die Hauptstraße. Doch sollten wir uns jetzt in jedem Fall die Nebenstrecke vornehmen. Die ist nämlich wesentlich schöner zu fahren.

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