Reise in die Kreidezeit

Deutschland
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Eifel

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Beschreibung

Es ist noch keine 10.000 Jahre her, da kochte und brodelte es in der Eifel. Vor allem in der Region um Daun spien Dutzende von Vulkanen Feuer aus dem Inneren der Erde. Glühende Lava ergoss sich über Hunderte von Quadratkilometern, dichte Aschewolken verdunkelten die Sonne. Heute ist längst Gras über die Sache gewachsen. Die Natur hat sich wieder beruhigt. Geblieben sind gewaltige Krater, von denen sich einige im Lauf der Jahrtausende mit Wasser füllten: die so genannten Maare. In ihnen lässt sich die Erdgeschichte wie in einem aufgeschlagenen Lehrbuch studieren.

Doch nicht nur die Vergangenheit unseres Planeten kann man auf einer Tour durch die Vulkaneifel sehr gut unter die Lupe nehmen. Auch die Menschen haben Spuren hinterlassen. Spuren in Form von Burgen, Schlössern und Klöstern. Sie geben dieser Landschaft neben den Vulkanen ihren ganz besonderen Reiz und Charakter.

Eine fahrerisch und landschaftlich interessante Variante, sich dem Land der erloschenen Feuer zu nähern, ist die Anfahrt über die Autobahn A 1. Ab dem Autobahnende bei Blankenheim nimmt man Kurs auf den Nürburgring und schwingt lässig durch die lang gezogenen Kurven der B 258. Kurz vor erreichen des Rings verlässt man sie in Richtung Cochem/Kelberg und nimmt für einige Kilometer die Bundesstraße 257 unter die Räder. Schon wieder schnöder, dröger Asphalt werden Sie jetzt vielleicht denken. Aber von wegen. Wie schon so oft in der Eifel erweist sich auch diese Bundesstraße als richtiges Sahnetörtchen. Voll gepackt mit Kehren und Serpentinen zirkelt sie vom Buckel des Nürburgrings hinab ins Tal nach Kelberg. Anspruchsvolle Kurvenkombinationen, teils im Wald, teils auf freier Fläche. Radien mit allen möglichen Durchmessern. Die Oberfläche ist mal eben, mal holperig. Das Resultat: Fahrspaß am laufenden Band.

An der Kreuzung vor Kelberg bringt uns ein Abzweig nach rechts (Daun/Gerolstein) mitten in den Ort hinein. In einem großen S durchquert die Hauptstraße Kelberg, um anschließend bergauf ein Waldstück anzupeilen. Drinnen im Wald zweigt dann gleich wieder nach links eine Nebenstraße in Richtung Daun ab. Eine harmonische Sightseeing-Strecke schließt sich an. Rauer, griffiger Asphalt führt auf dem Grund eines breiten Tales bis zum Stadtrand von Daun. Dort treffen wir auf die Bundesstraße und müssen nur noch den braunen Schildern mit der Aufschrift Maare folgen. Diese Tafeln führen uns um die Hauptstadt der Vulkane herum, bis nach links der Abzweig zum Schalkenmehrer und Weinfelder Maar wegführt. Sofort geht es in vielen kleinen Windungen steil den Berg hinauf. Nach der vorangegangenen Bummelfahrt eine willkommene Abwechslung. Schräg zum Hang wieselt ein schmales Sträßchen durch eine pralle, grüne Wiese.

Und dann kommt das ultimative Vulkanpanorama in Sicht: Der Ausblick auf das Schalkenmehrer und Weinfelder Maar. Man stellt das Motorrad am besten auf dem Parkplatz ab und geht zu Fuß ein paar Meter zurück. Jetzt steht man auf einem schmalen Grat und erkennt links und rechts die kreisrunden Wasseroberflächen der beiden Maare. Sie werden ausschließlich von Regenwasser gespeist und besitzen weder Zu- noch Abfluss. Ein Maar entsteht, wenn sich die Erde in einer Explosion nach unten öffnet. Ganz im Gegensatz übrigens zum Kratersee, der sich in einem aus Asche und Lava aufgetürmten Vulkankegel ansammelt. Die Wiesenhänge des Weinfelder Maares eignen sich hervorragend für eine kurze Pause mit Aussicht.

Ein paar hundert Meter weiter zweigt nach links der – lohnenswerte – Abstecher hinunter zum Schalkenmehrer Maar ab. Nach einigen schönen Kehren erreicht man den Ort Schalkenmehren, wo am Gebäude der Volksbank ein schmaler Weg direkt zum Wasser führt. Dort kann man die Maschine parken und sich am Ufer dieses wirklich einmaligen Idylls prächtig entspannen. Der Tipp für die anschließende Kaffeepause heißt Café Maarblick (es steht bei der Rückfahrt auf der rechten Straßenseite).

Auf einem Kamm entlang führt eine gut ausgebaute Landstraße in Richtung Manderscheid. Auf der Höhe von Brockscheid weist ein Schild nach rechts zur Eifeler Glockengießerei. Seit 150 Jahren werden hier nach alten Handwerkstechniken Glocken gegossen und in die ganze Welt verschickt. Von Montag bis Samstag finden zwischen 10.00 und 16.00 Uhr stündlich Führungen statt. Es gibt auch einen Souvenirladen und ein Restaurant.

Kurz darauf findet die Ausbaustrecke ihr Ende. Eng, kurvig und holperig sucht sich die Route nun ihren Weg. Der führt zunächst unter der Autobahn hindurch und dann weiter in Richtung Manderscheid und Wittlich. Eine hübsche Allee folgt, danach stürzt sich die Straße ins Liesertal hinab, wo die beiden berühmten Burgen von Manderscheid stehen. Zwei Befestigungsanlagen auf so engem Raum? Das muss einen besonderen Grund haben. Und zwar war die Oberburg im Besitz der Trierer Erzbischöfe, während die Unterburg den Herren von Manderscheid gehörte. Beide Parteien waren sich spinnefeind. Jahrhundertelang belauerte man sich argwöhnisch, nur durch den Grenzfluss Lieser getrennt. Passiert ist in dieser Zeit nicht viel. Erst die Franzosen legten im 17. Jahrhundert beide Burgen in Schutt und Asche. Der beste Burgenblick bietet sich in den Serpentinen hinauf nach Manderscheid.

Der Höhenluftkurort ist nicht umsonst über die Grenzen der Eifel hinaus bekannt. Seine reizvolle Lage zwischen den Tälern der Lieser und der Kleinen Kyll haben ihn schon früh zu einem gut besuchten Fremdenverkehrsort werden lassen. Gleich am Eingang liegt linker Hand mit der Alten Molkerei eine nette Kneipe für die kurze Rast.

Am Kreisverkehr folgen wir dem Schild Großlittgen und landen auf einer höchst kurvenreichen Abfahrt hinab zur Kleinen Kyll. Die Fahrbahnoberfläche ist zigmal geflickt und hält einige überraschende Bodenwellen bereit. Jetzt ist volle Konzentration gefordert.

Am Talboden biegen wir nach rechts zum Meerfelder Maar ab. Vom Parkplatz direkt am Ufer bietet sich ein hübscher Ausblick auf die runde Wasseroberfläche. Auf der anderen Straßenseite steht ein gemütliches Café. Wir fahren durch den Ort Meerfeld, biegen links ab, legen die Maschine in eine Handvoll schöner Kehren und überqueren auf der Hochfläche die Hauptstraße in Richtung Großlittgen/Eisenschmitt. Die nächsten 15 Kilometer entpuppen sich als ein Traum von einer Motorradstrecke. Kurven wie am Fließband, ständiger Höhenwechsel. Die schmale und holperige Fahrbahn fordert Fahrwerk und Können heraus. Wer hier schnell sein will, muss sein Handwerk verstehen. Der Höhepunkt dieser Etappe jedoch sind die hochgebirgsreifen Spitzkehren hinab zur Kleinen Kyll und anschließend wieder hinauf zur Eifel-Hochfläche. Fast wie in den Alpen.

Zurück in Manderscheid, folgen wir am Kreisverkehr dem etwas versteckten Schild nach Daun. Entspannung ist das Motto. Die Muskeln lockern sich, wir können uns der herrlichen Sicht über die Vulkaneifel widmen. Wie große Maulwurfshügel ragen die erkalteten Schlote aus der Erde. Bevor es nun auf die große Schleife durch den östlichen Teil der Vulkaneifel geht, sollte man dem Städtchen Daun einen Besuch abstatten. Seine Häuser drängen sich um die auf einem spitzen Felsen stehende Burgruine. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Bummel durch die Gassen Dauns oder einem Spaziergang im Kurgarten?

Von Daun aus fahren wir auf der B 421 ein Stück in Richtung Mehren. Hinter dem Ortsschild lauern die ersten Kehren. Zügig gewinnt die gut ausgebaute Straße an Höhe und gibt einen Blick auf Daun frei. Anschließend überquert sie in gleichmäßigen Bögen eine Hügelkette, streut jedoch immer wieder überraschende Links-Rechts-Kombinationen ein. Nach der Autobahn biegen wir rechts ab und gelangen über Ellscheid und Saxler nach Gillenfeld. Im Ortszentrum führt ein Stichweg zum Pulvermaar hinüber. 75 Meter ist es tief und vor allem wegen seines klaren Wassers berühmt. Man sieht das von einer Quelle gespeiste Maar sehr schön durch die Bäume blitzen, wenn man in Richtung Cochem/Lutzerath weiterfährt. Zuvor bietet sich ein kurzer Abstecher nach Strohn an. Dort liegt an der Durchgangsstraße die so genannte Lavabombe. Die rund 100 Tonnen schwere und sechs Meter hohe Basaltkugel muss ein gewaltiges Loch geschlagen haben, als sie bei einem Vulkanausbruch ins Freie geschleudert wurde.

Entlang eines Bergrückens zielt die Route quer über die östliche Vulkaneifel. Grandiose Blicke auf Bergkuppen, Hügel und Felder tun sich auf. Weite, runde Fahrbahnbögen reihen sich aneinander. Gemächlich legt sich die Maschine in Wechselkurven. Pikante Abstiege in Flusstäler sorgen jedoch ab und zu dafür, dass das entspannte Kurvenschwingen nicht in Träumerei ausartet. Vor Lutzerath beispielsweise wartet eine solche, für die Eifel typische Serpentinen-Überraschung.

Auch zwischen Lutzerath und der B 259 liegen mehrere Kilometer harmonisch zu fahrender Landstraße. Nach einem kurzen Zwischenspiel auf der Bundesstraße geht es rechts ab in Richtung Kaisersesch. Und sofort steht wieder eine dieser hautengen und steilen Abfahrten auf dem Programm. Wellige Fahrbahn, wenig Übersicht, glücklicherweise kaum Verkehr. So wird auch dieser achtzehnprozentige Abstieg hinab ins Tal des Endertbaches zum reinen Vergnügen. An der nächsten Vorfahrtsstraße biegen wir links nach Laubach ab und dort rechts nach Lirstal. Mehrere Kehren folgen, den Abschluss der Etappe bilden zwei Haarnadelkurven nach Lirstal hinab.

Hier folgen wir dem Schild Monreal und fahren ins Elzbachtal hinein. Dieses pittoreske Tal ist Balsam für die Seele. Auf der nur leicht gekrümmten Fahrbahn ziehen wir einen ruhigen Strich und entspannen beim Blick auf diese kaum berührte Natur. Kurz vor Monreal heißt es aufwachen. Mehrere kurze Haken bringen uns über Weiler und Hirten auf eine Anhöhe, wo erst die B 258 und dann die B 410 unter die Räder genommen werden. Nach Boos und Welcherath klinken wir uns auf die B 258 ein und erreichen den Nürburgring, den Startort der Tour.

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