Veröffentlicht am: 17.11.2017

Die Luxusmotorrad-Ikone Honda GL1800 Gold Wing wird kompakter, leichter und agiler als jemals zuvor. So lässt es sich jedenfalls aus den Daten schließen, die anlässlich der Präsentation des neuen Top-Modells in Tokio bekannt wurden.

Bis zu 48 Kilo leichter geht die Gold Wing zukünftig auf Tour. Dazu wurden ein von Grund auf neu konstruierter Rahmen verwendet, Motor und Getriebe deutlich überarbeitet, aber auch zum Beispiel das Tankvolumen reduziert. Dennoch soll der jetzt moderne Vierventiler bei auf 126 PS gestiegener Leistung und mit einem Drehmoment von 170 Nm versehen den japanischen Luxustourer ähnlich weit vorantreiben wie zuvor. Denn dank vieler technischer Finessen wird sich der Sechszylinder-Boxer mit jetzt 5,6 Litern Sprit auf 100 Kilometern begnügen.

Neuester Stand der Technik

War die Gold Wing in den vergangenen Jahren in Sachen Technik und Ausstattung etwas hinter die Konkurrenz, vor allem aus München, zurückgefallen, so hat Honda seinem Flaggschiff so ziemlich alles spendiert, was heutzutage Stand der Technik ist. Dazu gehört – dankenswerterweise optional – ein DCT-Getriebe der vierten Generation mit nunmehr sieben Gangstufen. Auch das neue manuelle Getriebe erhält eine Stufe mehr, nämlich sechs statt der bisherigen fünf, und soll damit für deutlich verbesserte Fahrdynamik sorgen.

Ride-by-wire hat ebenso Einzug gehalten wie eine topmoderne Fahrwerkskonstruktion, Hondas HSTC Traktionskontrolle und das bewährte, abermals verfeinerte CBS-Verbundbremssystem. Eine Berg-Anfahrhilfe darf als nettes Feature gelten, die aus dem Automobilbau bekannte Start-Stopp-Automatik hingegen findet bisher noch nicht so oft in einem Motorrad Einzug – aber jetzt.

Patentiertes Design

Vorne führt eine Doppel-Querlenkeraufhängung das Vorderrad. Die Lenkbefehle werden über ein vom Federbein getrenntes Gelenkhebel-Konstrukt übertragen. Damit lässt sich die neue Gold Wing deutlich leichtfüßiger steuern und dirigieren. Die Pro Arm-Schwinge der neuen Gold Wing ist eine Neukonstruktion. Das Design, das zum Patent angemeldet ist, verwendet ein weiter entwickeltes Gelenkhebel-Konstrukt, das sich linksseitig gegen den Rahmen abstützt. Die rechte Seite ist für Servicearbeiten zugänglich. Pro-Link ermöglicht progressives Ansprechen der Federung und verbessert den Komfort.

Ein Smart Key System steuert den gesamten Zugriff aufs Motorrad, das Infotainment mit großem TFT-Monitor und Navigation ist kompatibel zu Apple CarPlay und verfügt zusätzlich über Bluetooth-Connectivity. Über die zentrale Steuerung auf dem Tank lassen sich auch die vier Fahrmodi anwählen: Tour, Sport, Econ und Rain stehen zur Auswahl.

Zwei Versionen wird es von der 2018er Gold Wing geben. Das Basismodell kommt in Silber und wiegt tatsächlich 48 Kilo weniger als das bisherige Modell. Dafür muss der Käufer aber auch auf das Topcase verzichten. Das nimmt jetzt zwei Helme auf und ist auf der in Weiß oder Rot erhältlichen „Tour“-Edition montiert. Für diese kann jeweils optional das DCT-Getriebe und der noch immer einzige Airbag im Motorradbau geordert werden. Auch hier wird es zwei Farbvarianten geben: Darkness Black Metallic oder zweifabrig in Kombination mit Candy Ardent Red.

Die Preise für die neuen Goldwings stehen zurzeit noch nicht fest. Die Gerüchteküche mutmaßt Preisen ab 36.000 Euro.

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