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    Schweiz / Westschweiz
    Eine Tour rund um Fribourg stellt sowohl den Kurvenräuber als auch den Genussfahrer mehr als zufrieden. Diese Region lässt sich am besten zwischen Mittelgebirge und Alpen einsortieren und so wechseln sich knackige Kurvenstrecken im Gebirge mit Sightseeing-Etappen entlang verträumter Seen ab. Diese Tour ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für einen perfekten Überblick über die schönsten Motorradtouren in der Schweiz empfehlen wir Dir unsere nachfolgenden Motorradkarten: Tourenkarten Alpen Österreich Schweiz Folymap Alpenpässe Bikerbetten Motorradkarten-Alpen-Österreich-Schweiz Der Tag der Variationen beginnt in Murten. Der Ort liegt romantisch am Murtensee und besitzt eine wunderschöne Altstadt, Schloss und Ringmauer, die man vor Tourstart unbedingt zu Fuß erkunden sollte. Oder wenigstens das Bike am Straßenrand abstellen und, umgeben von bezaubernden historischen Gebäuden, eine Tasse Kaffee trinken. Ein Landsträßchen bringt uns über Muntelier nach Salvenach und weiter über Liebistorf nach Düdingen. Dahinter queren wir die N 12, rollen durch Tafers und sind schon mitten drin in dem Hügelland mit seinen ungezählten kleinen Verbindungssträßchen. Die Kurven sind nicht zu eng und lassen Raum für Tempo und Schräglagen. Und für die Optik, denn diese alpine Gegend mit ihren grünen Almen ist eine Augenweide. Alterswil, Plaffeien, dann ein Abstecher zum Schwarzsee, wo am Ende des Tales ein Kleinod in Form eines Bergsees mit Parkplatz und Restauration wartet. Der See liegt etwas über tausend Meter über dem Meeresspiegel und ist maximal zehn Meter tief. Das flache Ufer ist von Wiesen und Bäumen umrandet und mit Schilfrohr eingefasst. Ringsherum die Berge, die sich im Wasser spiegeln – hier würde man am liebsten eine Almhütte kaufen. Weiter geht die Kurverei über Sangernboden nach Schwefelbergbad, danach folgt mit der Erstürmung des 1.608 Meter hohen Gurnigel das erste fahrerische Highlight der Tour. Dass auf der Gurnigelstraße jedes Jahr ein Bergrennen stattfindet, kann für uns nur eines bedeuten: Spaß ohne Ende! Wer Lust hat, darf am Bikertreff an der unteren Gantrischhütte anhalten und einen Benzinplausch halten. Ansonsten kurven wir weiter nach Riggisberg, um ein paar Kilometer später rechts nach Burgistein abzubiegen. Etwas gemächlicher geht es dann das Stockental entlang. In Wimmis klinken wir uns in die N 11 ein, die in eleganten Bögen durch das Simmental dem Lauf der Simme folgt. Ab Reidenbach heißt es dann wieder: Kurvenräuber aufgepasst! Die Kehren hinauf zum 1.509 Meter hohen Jaunpass verlangen nämlich die ganze Konzentration. Viel zu schnell sind wir über den Sattel drüber. Oben die typischen Alpenhäuser, herrliches Bergpanorama, es duftet nach Heu. Wie viele Passstraßen haben wir auch diese dem Militär zu verdanken. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1871 bauten die Schweizer diese Trasse, um die wichtigen Militärstützpunkte in Bulle und Thun miteinander zu verbinden. 1941 wurde auf dem Pass das Artilleriewerk Jaunpass errichtet. Die Bunker der acht Kanonen sind als Almhütten getarnt, nur das herausragende Kanonenrohr verrät ihre wahre Bestimmung. Gemächlich fahren wir das Vallée de la Jogne entlang, eine Etappe für die Genussfahrer, kurven nach Broc hinab und gelangen nach Bulle. Das Städtchen gefällt mit seinem hübschen Stadtbild, seine Bürgerhäuser stammen fast alle aus dem frühen 19. Jahrhundert. Schloss Bulle wurde im Jahr 1291 von den Bischöfen von Lausanne gebaut. Der Grundriss des Schlosses ist quadratisch, mit vier Ecktürmen, einer davon ist ein Monsterturm von 33 Meter Höhe und 13,5 Meter Durchmesser. Der Innenhof ist frei zugänglich. Also nichts wie hin. Nördlich von Bulle überqueren wir den Lac de la Gruyère und fahren auf relativ gerader Strecke mit zügigem Tempo nach Fribourg. Die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons sitzt spektakulär auf einem Felssporn über dem Tal der Saane und zeigt eine der am besten erhaltenen historischen Altstädte der Schweiz. Deshalb hier unbedingt eine Runde zu Fuß drehen oder zumindest einmal mit dem Bike durchrollen, die alten Fassaden und schönen Brunnen fotografieren. Über einen Hügel geht es anschließend nach Belfaux, Misery-Courtion und Avenches. Dort findet gleich der nächste Halt statt, denn das Städtchen ist ein Juwel mit Altstadt, Marktplatz und Cafézeile. Die französisch-deutsche Sprachgrenze verläuft genau hier. So redet man in Murten noch Deutsch, während wir hier auf Französisch angesprochen werden. Die Sprachgrenze ist auch sichtbar, denn gerade Avenches ist ein typischer französischer Ort, der mit dem deutschen Stadtbild von Murten rein gar nichts zu tun hat. Interessanterweise hält sich diese Grenze schon seit Jahrhunderten, Vermischungstendenzen sind nicht in Sicht. Wir fahren weiter nach Salavaux mit seinem hübschen Schloss am Ortsausgang, dann geht es am Murtensee entlang nach Murten zurück. Dort vertreten wir uns zum Abschluss der Tour auf der herrlichen Seepromenade noch die Beine oder strecken sie auf dem saftig grünen Rasen aus. Tourlänge: ca. 230 km Roadbook: Murten – Muntelier – Salvenach – Liebistorf – Düdingen – Tafers – Alterswil – Plaffeien – Schwarzsee – Sangernboden – Schwefelbergbad – Gurnigel – Riggisberg – Burgistein – Wimmis – Reidenbach – Jaunpass – Broc – Bulle – Fribourg – Belfaux – Misery-Courtion – Avenches – Salavaux – Murten Highlight: Eglifilet zum Abendessen. In den Restaurants rund um den Murtensee muss man unbedingt fangfrischen Flussbarsch bestellen. Ob à la meunière, nach Müllerinnenart, im Bierteig, natur, mariniert oder mit Limetten-Kräuterschaum ist Geschmackssache – immer zergeht er auf der Zunge. Dazu Salzkartoffeln und einen kühlen Weißwein. Pässe-Info: Gurnigel           1609    14 %    -    14km Jaunpass         1509    13 %    -   16km
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    Schweiz / Graubünden
    Eingeklemmt zwischen den majestätischen weißen Riesen der Berninagruppe im Süden und den ebenso gewaltigen Rätischen Alpen im Norden liegt das Engadin im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz. Von hier aus lassen sich vier faszinierende Pässe an einem Tag besteigen. Wer heute durch St. Moritz spaziert, kann sich kaum vorstellen, dass der winterliche Treffpunkt der Schönen und Reichen bis 1859 noch ein vergessenes Bauerndorf war. In jenem Jahr hatte der Tourismuspionier Johannes Badrutt die Idee, in St. Moritz ein Hotel zu bauen. Der Plan funktionierte, er errichtete das Kulm-Hotel und schoss den Ort damit senkrecht in den Tourismushimmel. Der Grund liegt auf der Hand  bzw. vor Augen: die bezaubernde Lage von St. Moritz in einem Hochtal auf 1.820 Metern Höhe. Der See, dahinter der Ort, dahinter die Berge – dieses Bild prägt sich ein. Schon ein paar Kilometer hinter St. Moritz zweigt nach rechts die Straße hinauf zum Julierpass ab. Den Auftakt bildet eine Gruppe sauber angelegter Serpentinen, dann geht es ein Stück geradeaus den Berg hoch, bis wir über  den 2.284 Meter hohen kargen Juliersattel mit seinen charakteristischen antiken Säulenresten rollen. Diese Funde deuten auf eine sehr frühe Benützung dieses Alpenübergangs hin. Der Julier ist noch heute der Welt so sehr entrückt wie früher das ganze Engadin. Der Abstieg vollzieht sich in mehreren Etappen und erweist sich als harmonischer Wechsel aus Kehren und Geraden. In Tiefencastel dreht die Route nach rechts und beginnt den langen Anmarsch zum Albulapass (2.312 m). Lang, weil sie erst die hübschen Dörfer Filisur und Bergün durchquert und sich dahinter in lang gezogenen Bögen der eigentliche Rampe nähert. Die hat es gehörig in sich: verschlungene, enge Fahrbahn, holperiger Belag, blinde Kehren, die enge Bergüner Klamm. Beeindruckend ist dabei der Blick auf die riskant in den steilen Fels geschlagene Trasse der Albula-Bahn, die hier in zwei Schleifen einen Höhenunterschied von 100 Metern überwindet. Oben empfängt uns ein stimmungsvoll gelegenes Hospiz und wir genehmigen uns draußen in der Höhensonne einen Kaffee, fotografieren das braune Willkommensschild, genießen die Aussicht. In La Punt hoppeln wir über den Bahnübergang, setzen den rechten Blinker und haben schon bald die Engadiner Seenplatte vor dem Auge. Eine der Postkartenlandschaften der Schweiz. Gäbe es dieses Idyll noch nicht, müsste man es erfinden. Wie blaugrüne Glasperlen reihen sich die Seen hintereinander auf und verschmelzen mit den linker Hand aufragenden Berninagletschern zu einem vollendeten Alpengemälde, auf das der amerikanische Landschaftsmaler Bob Ross stolz gewesen wäre. Am letzten See auf 1.815 Metern Höhe stürzt sich die Fahrbahn in die Kehren des Malojapasses. Der ist eigentlich kein richtiger Pass, weil er nur eine Rampe besitzt. Egal – die macht mit ihren perfekt angelegten Serpentinen mächtig Spaß und schiebt sich wie eine Kindermurmelbahn hinab ins Val Bregaglia. Die folgende Etappe über die Grenze nach Bella Italia ist eine gemütliche Angelegenheit. Chiavenna mit seinen bunten Gassen und exzellenten Restaurants bietet sich für die Mittagspause an. Dabei sollte man den Magen nicht mit allzu viel Pizza und Pasta belasten, da die anstehende Überquerung des 2.113 Meter hohen Splügenpasses das Blut im Gehirn und nicht im Magen verlangt. Je rund zwanzig Kehren auf italienischer und Schweizer Seite, viele davon hinterlistig, der Rest ziemlich spitz. Dazu gesellen sich Engstellen und Steilabfälle. Wer hier einen sportlichen Reifen fahren will, muss sein Bike im Griff haben. Was übrigens auch für die Strecke durch die Viamala-Schlucht gilt, die sich nun anschließt. Der „schlechte Weg“ zirkelt tief eingegraben am Hinterrhein entlang Richtung Thusis und hält ein wahres Feuerwerk an Kurven jeglicher Art bereit. In Tiefencastel, dem „Kastell in der Tiefe“, biegen wir rechts ab und nehmen zum zweiten Mal am heutigen Tag den Julier unter die Räder. Diesmal allerdings aus der anderen Richtung. Was den Vorteil hat, dass wir den langen Aufstieg in vollen Zügen genießen und die einsame Landschaft rund um den Marmorea-See ausgiebig betrachten können. Die eingestreuten Kehrengruppen sorgen dafür, dass der Geist nicht zu weit abgleitet und nach der Passhöhe im Tal den Abzweig zurück nach St. Moritz nicht verpasst. Nach dieser kräftezehrenden Tour darf es zum Abendessen kalorienmäßig gerne etwas mehr sein. Wer Käse liebt, bestellt Käsefondue oder Raclette, die Klassiker der Schweizer Küche. Dazu einen gekühlten Weißwein (z. B. einen Fendant). Oder wie wäre es mit einem Rösti mit Speck und Wurst (Plain in Pigna)? Oder aber einer zünftigen Brotzeit mit Bündnerfleisch? Als Nachtisch ist eine Engadiner Torte ein Muss. Mehrere Schichten Mürbeteig, dazwischen Butter-Vanillecreme – jede Sünde wert. Tourlänge: ca. 260 km Roadbook: St. Moritz – Julierpass – Tiefencastel – Filisur – Bergün – Albulapass – La Punt – Malojapass – Chiavenna – Splügenpass – Via Mala – Tiefencastel – Julierpass – St. Moritz Highlight: Gletschereis und Wasser des Hinterrheins gruben die faszinierende Viamala-Schlucht vor tausenden von Jahren. 300 Meter hohe Felswände und waghalsige Brückenkonstruktionen sind einen Ausflug wert. 359 Treppen führen zum Schluchtzentrum. Pässe-Info: Julierpass         2284    10 %    -          34km Albulapass       2315    12 %    11-4     33km Malojapass       1815    12 %    -          42km Splügenpass    2113    13 %    11-4     42km
    Deutschland / Brandenburg | Berlin
    Auf kleinen und kleinsten Straßen führt diese Tour de Natur durch die romantischen, einsamen Wälder der Mark Brandenburg. Meist auf Asphalt, oft aber auch auf Naturbelag. Vom Startort Ahrensdorf geht es direkt über Kossenblatt und Briescht nach Trebatsch. Dann weiter nach Ressen und anschließend um den Schwielochsee herum. An Hoffnungsbay vorbei. Der kleine Ort hat wirklich einen amerikanisch klingenden Namen. Wie viele Dörfer in der Mark Brandenburg. Philadelphia, Neu-Boston – alles Relikte der Siedlungspolitik Friedrichs des Großen. Als Kriege im 16. und 17. Jahrhundert ganze Dörfer ausrotteten, lockte der Alte Fritz Menschen aus Süddeutschland hierher. Für viele, die eigentlich in die Neue Welt auswandern wollten, endete der Traum von Amerika also östlich von Berlin. Lange Allen Am Ostufer des Schwielochsees entlang geht es über Pieskow und Niewitsch nach Friedland. Immer wieder blitzt das Blau des Wassers zwischen den Bäumen hindurch. In Friedland Richtung Osten. Unendlich lange Alleen saugen uns auf. Die Ortsdurchfahrten von Treppeln, Bahro und Weichendorf verlangen die volle Auf- merksamkeit. Je mehr man sich der Oder und der polnischen Grenze nähert, desto intakter ist die Natur. Man hat sie hier offensichtlich in Ruhe gelassen. Es gibt ganze Dörfer mit baumbestandenen Hauptstraßen. Herrliche Alleen, die von den Kettensägen übereifriger Beamter verschont blieben. Ein Schild weist in Neuzelle den Weg zur Klosterkirche. Das als Barockwunder bekannte Bauwerk übertrifft die kühnsten Erwartungen. Wer es zum ersten Mal betritt, ist vom Prunk überwältigt: 600 religiöse Figuren, Marmor, goldbemalte Holzschnitzereien, Deckengemälde, Stuckarbeiten, ein Dutzend Altäre – fast unglaublich. Über Möbiskruge kurven wir nach Eisenhüttenstadt. Dort steht die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründete deutsche Stadt. Sie wurde 1951 zusammen mit einem gigantischen Eisenhüttenombinat aus dem märkischen Sandboden gestampft. Quasi das Wolfsburg der DDR. Wer einfach durchfährt, wird kaum mehr sehen als die aus anderen Städten bekannten sozialistischen Plattenbauten. Dabei lässt sich die Geschichte der DDR nirgendwo so komprimiert verfolgen wie in Eisenhüttenstadt. Zum Beispiel in den Wohnkomplexen der 1950er- und 60er-Jahre. Schon damals errichtete man zwischen den Häusern parkähnliche Grünräume, Innenhöfe, Kolonnaden und Torbögen. Mehr als 90 Skulpturen, Plastiken und Wandbilder lockern das Stadtbild auf. Relikte aus der DDR-Zeit Seit der Wende wurde hier viel renoviert und verändert. Die anfangs belächelte Sammlung von Alltags- gegenständen aus der DDR-Zeit ist mittlerweile auf 40 000 Objekte angewachsen. Zu schnell wurde alles weggeworfen und durch West-Produkte ersetzt. Doch das Dokumentationszentrum sicherte sich rechtzeitig Bussy-Lippenstifte, Stella-Fernseher, Praktiker-Hefte und Präsent-20-Anzüge. Eine kurze Etappe auf der B112 folgt, dann geht es wieder ans Eingemachte. Über Politz nach Rießen, um die Rießener Berge herum und weiter nach Müllrose. Schmale Sträßchen mit griffigem Belag und wenig Verkehr. Unbeschwertes Motorradfahren durch eine bildhübsche Waldlandschaft. Auf den lichten Flächen grasen Heidschnucken. Ziegelroter Backstein prägt das Städtchen Beeskow. Uralte Häuser klammern sich an raues Kopfstein- pflaster. Auch Fontane fand an Beeskow Gefallen. Auf seine Art. 1862 schrieb er in sein Reisetagebuch: „Beeskow ist nicht so schlimm wie es klingt.“ Typisch Fontane! Kerzengerade zielt die B246 nach Westen. Motorradfahrerisch keine Offenbarung. Dafür lässt sie uns viel Zeit, die vorüberziehende märkische Landschaft zu betrachten. Die hat das mehr als verdient. In Glienicke rechts ab zur Umrundung des Scharmützelsees. Traumhafte Blicke nach links übers Wasser. Eine Allee aus Obstbäumen führt mitten nach Bad Saarow-Pieskow hinein. Auf der gegenüberliegenden Seeseite warten nicht nur schöne Aussichten, sondern unten an der B246 im Bikertreff Wendisch Rietz ein Pausensnack in Form von Bockwurst und Kartoffelsalat. Runde um den See Von Storkow aus starten wir die Rundfahrt um den Wolziger See. Wegen der reizenden Waldsträßchen und wegen der Dörfer mit den amerikanischen Namen. Gleich hinter Storkow taucht Neu-Boston auf. Weiter geht es um den See herum. In Groß Schauen weist ein Schild den Weg nach Philadelphia. Wir fahren auf der B246 zweieinhalb Kilometer zurück und biegen dann rechts nach Bugk und Kehrig ab. Wieder surrt der raue, griffige Asphalt eines kleinen Waldsträßchens unter uns hindurch. Die Bäume stehen dicht an dicht und lassen kaum einen Sonnenstrahl passieren. Kleinere und größere Seen flitzen vorüber. Über Limsdorf erreichen wir wieder Ahrensdorf. Wen jedoch die Sucht nach Natur gepackt hat, der lenkt sein Bike an der letzten Kreuzung nach Süden, wo eine Bootsfahrt im Spreewald lockt.
    Schweiz / Tessin
    Er nennt sich gerne die „,mediterrane Seele der Schweiz“ – der Kanton Tessin. Eine Pässetour durch diesen Landstrich offenbart mit italienischer Lässigkeit und Schweizer Perfektion ganz unterschiedliche Charakterzüge. Die wir auf dieser Drei-Pässe-Runde erleben werden. Als Start- und Zielort dieser Runde haben wir Bellinzona ausgesucht, die wohl italienischste Stadt der Schweiz. Schattige Laubengänge, schmiedeeiserne Balkone, die Piazza Collegiata, eine großartige Mischung aus Schweizer Gründlichkeit und italienischer Lässigkeit. Aber das ist nicht der einzige Grund: Die Tessiner Hauptstadt liegt für uns Motorradfahrer strategisch günstig nahe der Alpenpässe Gotthard, San Bernardino und dem 1.914 Meter hohen Lukmanier. Und genau den nehmen wir jetzt ins Visier. Die Reifen gleiten über rauen Asphalt, folgen den Windungen des Flusses Ticino, der dem Kanton Tessin (italienisch Ticino) seinen Namen gegeben hat. Rechts und links des Taleinschnitts strecken majestätische Berge ihre weißgepuderten Spitzen in den endlosen Himmel. Wir lassen es locker angehen und erreichen bald Biasca. Die Gemeinde, 19 Kilometer nördlich von Bellinzona, ist mit angenehm mildem Klima gesegnet, von Weinbergen und Edelkastanienwäldern umrahmt. Kleine Stadtrundfahrt im Sattel? Aber klar doch. Wenn man am Bahnhof vorbeikommt, kann man sogar den Wasserfall von Santa Petronilla sehen. Weiter über Lottigna und Olivone ins Valle Santa Maria. Die Straße beschreibt hinter Olivone einen großen Bogen und gewinnt dann mit einigen Serpentinen an Höhe. Die Landschaft ist von mattenweichen Alpenwiesen geprägt, aus denen massenhaft hohe Tannen wie Stacheln herausragen. Kein Wunder, bedeutet doch lateinisch „lucus magnus“ großer Wald. Für uns bedeutet die Lukmanierstraße auf motorradfahrerisch „großer Spaß“. Auf der Passhöhe angekommen, empfiehlt sich der Einkehrschwung ins Hospezi Santa Maria. Bei gutem Wetter sitzt man draußen, streckt das Gesicht in die Sonne, schlürft cremigen Cappuccino. Bei schlechtem Wetter genießt man die Behaglichkeit des Panoramarestaurants und macht sich über einen köstlichen Teller Bündnerfleisch her. Die Abfahrt nach Disentis/Mustér verläuft durch das Val Medel. Auf den untersten drei Kilometern bildet das Tal eine enge Schlucht, nach 15 Kilometern erreichen wir den reizenden Kurort. Abwechslungsreiche Bögen auf griffigem Asphalt bringen uns wieder auf Höhe und die Maschine auf Touren. Sedrun, Tavetsch, Selva und Tschamut tauchen nacheinander auf. Klasse Kurven auf teilweise schmaler Fahrbahn lassen ein perfektes Motorradfeeling aufkommen. Eine letzte Serpentinengruppe, der Sattel des 2.044 Meter hohen Oberalppasses kommt in Sicht. Wir genießen den Rundblick. Atmen die klare Gebirgsluft tief ein und aus und stürzen uns dann in die ebenfalls variantenreiche Abfahrt nach Andermatt. Das Bilderbuchdorf ist einen ausgiebigen Stopp wert. Es liegt eingebettet im karg felsigen Ursental, einem imposanten Hochtal, ist seit Jahrhunderten Kreuzungspunkt der Passrouten von Nord nach Süd, von West nach Ost. Zündschlüssel ab, Maschine auf den Seitenständer, Helm in die Armbeuge. Die Stiefel schlendern über Kopfsteinpflaster durch den historischen Ortskern. Unsere Augen surfen über verwitterte Holzfassaden, offene Lauben, die schwarzgrün gestreiften Fensterläden des Rathauses Ursenen. Wir zücken den Fotoapparat für die geranienumrankte Säule mit einem Bären drauf (lateinisch Ursus), für kunstvolle Gasthausschilder, eine wehende rote Fahne mit einem weißen Kreuz darauf. Danach empfiehlt sich eine Erfrischung auf einer der vielen Außenterrassen. Durch die wilde Schöllenenschlucht nähern wir uns dem Gotthard. Seit im 13. Jahrhundert die Teufelsbrücke auf gewagte Weise über die Schlucht gebaut wurde, ist Andermatt an die Zivilisation angeschlossen, da somit endlich die Nord-Süd-Überquerung des Gotthards möglich war. Noch heute bekommt man ein mulmiges Gefühl, wenn in der engen Schlucht unter einem die Wassermassen tosen. Die Gefühlslage ändert sich schlagartig auf dem 2.109 Meter hohen Gotthard-Plateau. „Mir ist’s unter allen Gegenden, die ich kenne, die liebste und interessanteste“, beschrieb Dichter Goethe die Umgebung des Gotthards. Kein Wunder, dass der Anblick des hübschen Gotthard-Sees und des Hospizes, umrahmt von einer rauen Felsenwelt, ans Gemüt geht. Für die Abfahrt gibt es zwei Varianten. Die erste und fahrerisch spannendere ist die alte Gotthardstraße mit ihrem Kopfsteinpflaster und ihren 24 engen Serpentinen. Die zweite verläuft auf der neuen Passstraße, die mit herrlichen, sauber gezogenen Kurven, teils ausgesetzten Stellen und tollen Blicken hinab nach Airolo verwöhnt. Laune machen sie beide. Geschmeidig folgt die Straße danach dem Valle Leventina und erreicht über Bodio und Biasca wieder Bellinzona. Tourlänge: ca. 250 km Roadbook: Bellinzona – Biasca – Lottigna – Olivone – Lukmanierpass – Disentis/Mustér – Sedrun – Tavetsch – Selva – Tschamut – Oberalppass – Andermatt – St. Gotthard-Pass – Airolo – Bodio – Biasca – Bellinzona – Abstecher ins Val Verzasca – Bellinzona Highlight: Ein Abstecher ins Val Verzasca. Wegen der Verzasca-Staumauer, die mit 220 Metern höchste Staumauer der Welt. Erinnern Sie sich an die Eingangsszene im James-Bond-Film „Golden Eye”, als Bond an einem Gummiseil von der Staumauer springt? Diesen Sprung kann man nachmachen (infos unter www.trekking.ch ). Pässe-Info: Lukmanier        1914    19 %       -        65km Oberalppass     2045      8 %    12-4     23km Sankt Gotthard             2106     10 %    11-5     27km
    Deutschland / Allgäu / Bayerisch Schwaben
    Oberstdorf, idyllisch gelegen in den bayerischen Alpen, ist ein malerisches Bergdorf, ein Paradies nicht nur für Naturbegeisterte. Mit majestätischen Gipfeln, grünen Tälern und klaren Seen bietet die Region rund um Oberstorf viele Motorradtouren. Tradition und Gastfreundschaft erlebt man in unseren Motorradhotels Allgäu. Für alle, die sich über die Region informieren möchten, empfehlen wir unser Motorradtouren Allgäu Bodensee Karte aus der FolyMaps Reihe. Darüber hinaus findest Du weitere interessante Produkte in unserem Shop. Weitere Motorradtouren im Allgäu findet man über unsere Motorradtouren Suche. Füssen ist der Startpunkt der rund 250 Kilometer langen Motorradtour rund um Oberstdorf. Zunächst einmal geht es nach Reutte. Dort folgen wir dem Wegweiser in Richtung Arlberg und Warth und haben schon kurz darauf die ersten Kilometer der Lechtalstraße unter den Rädern. Bestens gepflegt und gut ausgebaut folgt sie dem Lauf des Lechs. Neben der Straße verläuft der türkisfarbene Fluss, während links und rechts die Gipfel der Lechtaler und Allgäuer Alpen in den Himmel ragen. Hier stehen der Hochvogel (2.594 m), Großer Krottenkopf (2.657 m), Mädelengabel (2.645 m). Je weiter südlich wir auf unserer Tour rund um Oberstdorf kommen, desto näher rücken die Berge zusammen. Man spürt förmlich, wie sich ein Pass nähert. Und tatsächlich: Hinter Steeg zielt ein Traum von einer Kurvenstrecke direkt auf den Sattel des Hochtannbergpasses. Die Fahrbahn ist griffig, alle Kurven sind gut einsehbar. Kurz vor Warth geht es noch durch eine Handvoll enger Kehren, dann heißt es in der Ortsmitte nach rechts in Richtung Bregenz abbiegen. Die unbeschwerte Kurverei auf auf unserer Motorradtour rund um Oberstdorf setzt sich auch nach Passieren des Hochtannbergpasses (1.679 Meter) fort. In vielen Kehren schraubt sich die Straße hinab ins Tal der Bregenzer Ache. Dort folgt sie in nun weiter werdenden Bögen dem Lauf des Flusses. Dieses Tal besitzt eine lange Tourismus-Tradition. Ortschaften wie Schoppernau, Au, Mellau oder Bezau hatten sich schon Ende des 19. Jahrhunderts auf den Fremdenverkehr eingestellt. Kurz vor Schwarzenberg weist ein Schild auf unserer Motorradtour rund um Oberstdorf nach rechts in Richtung Deutschland. Über Hittisau und seinen insgesamt 116 Bergbauernhöfen nähern wir uns der Grenze (Ausschilderung Balderschwang). Begleitet von den obligatorischen Weidezäunen durchstreifen sie diese Hügellandschaft in einem traumhaften Gewirr aus Höhen, Senken und Linksrechts-Kombinationen. Wenig Verkehr, viel Übersicht – was will man mehr? Gehöfte, Dörfer, Kirchen und Kapellen liegen malerisch verstreut zwischen Bergkuppen und Tälern. Hinter Balderschwang beginnt die Riedberg-Passstraße, einer der Höhepunkte der Motorradtour rund um Oberstdorf. Sie windet sich hoch bis auf 1.420 Meter Höhe. Sehr schmal, sehr steil und insgesamt in eher rauem Zustand. Geraden sind Mangelware, dafür warten Bodenwellen ohne Ende. Da es vom Sattel aus nicht viel zu sehen gibt, nimmt man sich am besten gleich den Abstieg vor. Und der ist von der gleichen 1a-Qualität wie die Auffahrt. Vielleicht sogar noch eine Spur interessanter. Vor Obermaiselstein biegen wir auf unserer Motorradtour rund um Oberstdorf nach Tiefenbach ab, um in einem kleinen Bogen Oberstdorf zu erreichen. Das Dorf ist mit seinen knapp 10.000 Einwohnern liegt zwischen den Gipfeln von Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck mitten in einem phantastischen Alpenpanorama. Die Qualitäten Oberstdorfs entdeckte natürlich auch der Fremdenverkehr. Dennoch vermisst man in dem Ort jenen Alpen-Kitsch anderer Urlauberzentren. Ob aus Vernunft oder wegen Bauvorschriften – Oberstdorf hat es letztendlich geschafft, seinen ursprünglichen Charakter zu bewahren. Die Räder rollen nun auf der Motorradtour rund um Oberstdorf auf der breiten B 19 nach Sonthofen. Dort rechts ab Richtung Hindelang. Immer noch gemächlich geradeaus. Doch das ändert sich schnell. Denn eine etwa fünf Kilometer lange Achterbahn bringt uns von Hindelang hinauf ins 1.136 Meter hoch gelegene Oberjoch. Das Wort geradeaus existiert auf diesem Abschnitt der Motorradtour rund um Oberstdorf nicht mehr. Das Motorrad steht nur noch sehr selten in der Senkrechten. Das "Tannheimer Tal” begrüßt uns gleich hinter Oberjoch. Dieses Hochtal ist ein echtes optisches Highlight. Seine Hänge sind fast bis hinauf zu den Felsspitzen mit Almwiesen bewachsen und verwandeln das Tal in einen grünen Schlauch. Als Alternative zur Hauptstraße bieten sich die links davon verlaufenden asphaltierten Landwirtschaftswege an. Die letzten Serpentinen dieser Motorradtour rund um Oberstdorf finden wir schließlich auf der Abfahrt vom Gaichtpass nach Weißenbach. Toller Belag, schöne Aussicht. Roadbook der Motorradtour rund um Oberstdorf: Füssen – Reutte – Stanzach – Steeg – Warth – Hochtannbergpass – Schoppernau – Melau – Egg – Hittisau – Riedbergpass – Oberstdorf – Sonthofen – Oberjochpass – Tannheim – Gaichtpass – Weissenbach – Reutte – Füssen Highlight der Motorradtour rund um Oberstdorf Oberstdorf beeindruckt mit vielfältigen Highlights. Die Nebelhornbahn ermöglicht atemberaubende Panoramablicke, während das Fellhorn mit erstklassigen Skipisten lockt. Die Erdinger Arena lockt Skisprung-Fans an die Heini-Klopfer-Schanze . Die Breitachklamm fasziniert mit ihrer Schlucht, und der idyllische Freibergsee lädt zum Entspannen ein. Aber auch ein Bummel durch die gemütlichen Gassen und einem Happen auf dem hübschen Marktplatz sind einen Stopp in dem romantischen Bergort wert. Tipp der Redaktion: Kennt Ihr schon die schönsten Pässe auf einer Motorradtour rund um Oberstdorf? Das sind unsere Highlights für Euch: Hochtannbergpass 1676   14 %  -  11km Riedbergpass 1407   16 %  -  14km Oberjochpass 1178     9 %  -  17km
    Frankreich / Korsika
    Hoch im Norden Korsikas ragt das Cap Corse wie ein Zeigefinger weit hinaus ins Meer. Das Cap Corse wird von der schönsten Küstenstraße der Halbinsel umrundet – ein Traum für Motorradreisende und Naturfreunde. Unsere Tour ist eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen auf BikerBetten.de. Für alle, die sich über Korsika informieren möchten, empfehlen wir unseren Motorrad Reiseführer Korsika. Weitere Motorradtouren auf Korsika findet man über unsere Motorradtouren Suche und unsere FolyMaps Korsika Karte. Tipp der Redaktion: Kennt Ihr schon die schönsten Pässe und Panoramastraßen auf Korsika? Das sind unsere Highlights für Euch: Bavella Pass Korsika Col de Vergio Asco Tal Willkommen auf Korsika! Dröhnend und vibrierend legt die mächtige Fähre nach vierstündiger Fahrt ab Livorno in Bastias Hafen an. Bald öffnen sich die mächtigen Klappen und gemeinsam mit dem Strom der Fahrzeuge rollen wir durch das Hafengelände. Die Orientierung ist denkbar einfach. Schließlich ist unser Ziel das Cap Corse Korsika, die bildschöne, gut 40 Kilometer lange Halbinsel in Korsikas Norden. Dazu müssen wir nur einfach die Küste rechter Hand im Blick behalten und schon bald haben wir Bastias Stadtgrenze hinter uns. Wir passieren Pietranera, dass sich fast nahtlos an Bastia anschließt und schon wird es deutlich leerer auf der D80, die sich von nun an eng entlang der Küstenlinie gen Norden windet. In Erbalunga, dem kleinen Fischerdorf mit seinem einladenden Hafen, lasse ich unser Motorrad ausrollen. Hier lockt das eine oder andere Café mit Leckereien, erfrischenden Getränken oder einem heißen, stärkenden Kaffee. Mit einem schönen Blick auf den Hafen genießen wir die mediterrane Atmosphäre, die frische Luft und den herrlichen Ausblick. Der perfekte Einstieg in eine spannende Moppedrunde Cap Corse. Bald schwingen wir uns wieder aufs Motorrad, verlassen Erbalunga und rollen weiter gen Norden entlang der Küste. Von Bucht zu Bucht kurvt der Asphalt und immer wieder wartet die Küstenlinie mit menschenleeren Badebuchten auf. Meist sind es felsige und steinige Abschnitte, aber mit dem Plage de Grisgione, dem Plage de Miomo und vielen weiteren Badestränden liegen hier auch bildschöne Sandbuchten. Immer wieder tauchen auf unserer Cap Corse Tour auch die Überreste der alten Genuesertürme neben der Straße auf. Insgesamt 67 der befestigten Bauwerke gibt es heute noch auf Korsika. Ab dem 16. Jahrhundert dienten die Türme zur Verteidigung gegen nordafrikanische Piraten und als Signaltürme. Ein besonders schönes Exemplar ist der Tour de Losse. Er steht gleich neben unserer Route kurz vor Cagnano unweit des Hafens Marine de Porticciolo. Nur wenige Minuten hinter dem Turm zweigt die sehr schöne D180 in das Innere der Insel ab. Wer mehr als einen Tag auf der Halbinsel verbringen möchte, dem sei hier der Abstecher über den Col de Sainte Lucie auf die Westseite der Insel empfohlen, eine tolle Strecke. Wir nehmen jedoch den größeren Bogen unter die Räder, steuern weiter entlang der Küste. Über Rogliano und den 200 Meter hohen Col Saint-Nicolas folgen wir der D80 und biegen kurz hinter dem Pass ab in Richtung Barcaggio und Tollare. Die beiden Örtchen bestehen nur aus wenigen Häusern und markieren gemeinsam mit dem Cap Punta di Agnello den nördlichsten Punkt der französischen Insel auf unserer Cap Corse Tour. Zurück auf der Küstenstraße D80 halten wir uns an die Schilder nach Centuri-Port. Der schöne Hafen gehört zum nicht minder netten Ort Centuri und ist der perfekte Platz für eine erholsame Mittagspause auf unserer Cap Corse Tour. Einige einladende Restaurants und Straßencafés laden zum Essen und sind vor allem durch die leckeren fangfrischen Langusten bekannt, die hier angeboten werden. Die sollte man sich nicht entgehen lassen. Als besten Ausklang des Stopps empfehlen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die verwinkelten Wege und Gassen Centuris. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung und macht munter, bevor wir uns wieder mit dem Motorrad auf unsere Cap Corse Tour begeben. Wieder zurück auf der Küstenstraße D80 folgt sogleich zum wieder Aufwärmen eine richtig tolle Kurvenstrecke. Zackig kurvt die Strecke entlang der Küste. Gleich nach der Bucht Golfe d'Aliso kommt linker Hand die vorhin beschriebene D180 über den Col de Sainte Lucie an. Wer mag, biegt genau hier links ab und folgt der Küste über die etwas höher liegende D33. Die schmale Nebenstrecke bietet fantastische Aussichten und herrliche Kurvenkombinationen. Aber auch auf der D80 kann man sich über einen Mangel an Schräglagen nicht beklagen. Die Strecke ist einfach ein Gedicht und ein Muss, wenn man das Cap Corse auf Korsika erkundet. Kurz hinter dem Hafen Marine D'Albo fällt der Blick auf den schwarzen Strand von Nonza, ein faszinierender Anblick. Rund um Nonza wurde früher Asbest abgebaut, die Rückstände des Bergbaus in Verbindung mit dem dunklen Schiefer der Region schufen den Strand, dessen Schwarz in herrlichem Kontrast zum türkisfarbenen Wasser steht. Aber auch Nonzas alter Genuesenturm, der sich besichtigen lässt, und auch das Städtchen selber sind unbedingt einen Besuch auf Deiner Cap Corse Tour wert. Zwei weitere Genuesertürme geleiten uns nach Patrimonio. Dort liegt auf der Küstenstraße der gerade mal 76 Meter hohe Col de Saint Bernardino. Gleich dahinter ließe sich der Kreis schließen, wenn man über den 536 Meter hohen Col de Teghime zurück nach Bastia lenkt. Wir wollen allerdings noch ein paar Kilometer weiter und folgen der D81 bis nach Saint-Florent. Am unteren Ende des Cap Corse gelegen, lockt das „korsische Saint Tropez“ mit einladenden Bars und Restaurants, mit interessanten Läden und Gassen, einer bemerkenswerten Zitadelle und viel mediterranem Flair – gerade richtig um hier die spannende Cap Corse-Runde zu beenden. Roadbook: Bastia, Pietranera, Erbalunga, Marine de Porticciolo, Rogliano, Col Saint-Nicolas, Barcaggio, Tollare, Centuri-Port ,Centuri, Golfe d'Aliso, Marine D'Albo, Nonza, Patrimonio, Col de Saint Bernardino, Saint-Florent. Start- / Zielort: Bastia / Saint-Florent Länge: 130 km Highlight: Korsische Wild- und Hausschweine – Irgendwann begegnen sie fast jedem Reisenden auf den Straßen Korsikas. Sie stehen im Schatten am Straßenrand oder liegen in der Sonne, graben nach Fressbarem oder schnüffeln einfach nur herum. Die Rede ist von den korsischen wilden Hausschweinen, die mittlerweile zu einer eigenen Spezies erklärt wurden. Sie entstammen einer Kreuzung zwischen dem korsischen Wildschwein und ausgebüxten, domestizierten Hausschweinen. Es gibt auch noch echte Wildschweine auf Korsika, die sieht man jedoch eher selten, und wenn, dann höchstens beim Wandern im tiefsten Wald. Und Vorsicht! Im Gegensatz zu den „Straßenschweinen“ reagieren die echten Wildschweine bisweilen recht aggressiv.
    Deutschland / Lüneburger Heide
    Kaum Höhenunterschiede, wenig scharfe Kurven – wer in der Lüneburger Heide unterwegs ist, setzt andere Prioritäten in einer Landschaft, die Dank umfassendem Naturschutz immer noch so aussieht, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts verändert. Die Tour beginnt in der alten Hansestadt Lüneburg, der Namensgeberin der Region. Ihre romantische Altstadt mit den erhabenen Giebeln der Bürgerhäuser, jede Menge Fachwerk und Backstein sowie einsame Gassen und verschwiegene Winkel zwingen uns quasi dazu, einen Stadtbummel einzulegen, bevor wir den Motor der Maschine starten. Der Marktplatz ist die gute Stube Lüneburgs. Dort warten hübsche Cafés auf Besucher, dort findet regelmäßig ein bunter, quirliger Markt statt. Wir verlassen Lüneburg nach Süden, folgen dem Lauf der Ilmenau, klinken uns ein kurzes Stück auf die B 4 ein und erreichen über Bienenbüttel und Wichmannsburg auf einem kleinen Landsträßchen den Elbe-Seitenkanal. Der verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal und wurde 1976 in Betrieb genommen. Über Bad Bevensen erreicht die Route das Städtchen Uelzen, nicht ohne zuvor mehrmals den Elbe-Seitenkanal überquert zu haben. Zweimal wurde Uelzen in seiner Geschichte zerstört: 1646 durch einen Brand, 1945 durch den Zweiten Weltkrieg. So blieb von seiner mittelalterlichen Substanz leider nicht mehr viel übrig. Von Holdenstedt geht es ein Stück auf der B 4 Richtung Braunschweig, dann biegen wir nach Hösseringen ab. Dort wartet mit dem Museumsdorf ein optischer Leckerbissen. 20 Gebäude zeigen anschaulich, wie die Menschen vor rund 200 Jahren lebten und arbeiteten. Die Strecke führt nun durch herrlichen Mischwald zum Naturpark Südheide. Der reicht von Celle bis hinüber zum Truppenübungsplatz bei Munster. Das 50.000 Hektar große Naturschutzgebiet wurde 1963 eingeweiht. Weiter geht es über Faßberg und Hankenbostel nach Müden. Ob Müden nun tatsächlich das schönste Dorf der Lüneburger Heide ist, wie die Müdener gerne behaupten, sei dahingestellt. Ein Blickfang ist es allemal. Idyllisch liegt es am Ufer des Flüsschens Örtze. Vorbei am 102 Meter hohen Wietzer Berg, dem „Mount Everest“ der Lüneburger Heide, auf dem das Hermann-Löns-Denkmal steht, gelangen wir nach Hermannsburg. Benannt nach dem Sachsenherzog Hermann Billung, der hier im 10. Jahrhundert eine Burg baute, verfügt das Städtchen heute über zahlreiche hübsche aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäude. Herrliche Alleen führen uns anschließend nach Bergen. Dort gibt es Gelegenheit, einen Blick auf ein Stück dunkle deutsche Geschichte zu werfen: In der Nähe des Ortes liegt die Gedenkstätte des ehemaligen KZ’s Bergen-Belzen. Nach dem Passieren der Autobahn rollen wir nach Soltau hinein. Das „Herz der Heide“ besitzt einen sehenswerten Markplatz, der sich für eine ausgedehnte Pause geradezu aufdrängt. Dann fahren wir weiter nach Dorfmark, neben dessen Kirche ein einzelner hölzerner Kirchturm steht, und kommen nach Walsrode. Der Ort besitzt nicht nur einen bekannten Vogelpark, sondern die Reste eines um 900 gegründeten Klosters sowie ein gut gemachtes Heidemuseum mit Möbeln aus dem Nachlass von Hermann Löns. Wer sich über Himmelfahrt in der Lüneburger Heide aufhält, sollte unbedingt dem Ort Hiddingen bei Visselhövede einen Besuch abstatten. Dann wird dort nämlich das Heidhauerfest gefeiert, und die alten Trachten und Bräuche bestimmen das Bild. Der nächste Ort, Schneverdingen, gilt als das Zentrum für den Handel mit Erzeugnissen aus der Heide. Ob Felle, Fleisch oder Pflanzen – alles geht über Schneverdingen. Jetzt beginnt der Naturpark Lüneburger Heide. Er wurde 1909 als erstes deutsches Naturschutzgebiet gegründet. Heute umfasst der Naturpark rund 20.000 Hektar Land, sein Mittelpunkt ist der 169 Meter hohe Wilseder Berg. Vom Parkplatz bei Oberhaverbeck aus sind es ca. drei Kilometer zu Fuß bis dorthin. Man kann sich gut vorstellen, wie der Dichter Hermann Löns hier oben saß und seine Zeilen reimte. Weiter geht es durch herrliche Alleen nach Handeloh, dessen Ortsbild von Heidehöfen und Ziehbrunnen geprägt wird. Ein Stück Wald, dann erreichen wir Undeloh, das vor allem wegen seiner versteckt stehenden Kirche bekannt ist. Das reizende mittelalterliche Kirchlein besitzt einen separaten hölzernen Glockenturm und wird gerne für Hochzeiten benutzt. Mit Egestorf und Salzhausen warten zwei weitere idyllische Heidedörfer, dann kommt Winsen an der Luhe in Sicht.  Sein Schloss wurde bereits 1299 erstmals urkundlich erwähnt, weiterhin sehenswert sind die aus Backsteinen gebaute St. Marienkirche und der historische Marstall. Eine Nebenstraße  bringt uns wieder zurück zum Ausgangspunkt Lüneburg. Zuvor statten wir jedoch dem Dom von Bardowick einen Besuch ab. Das stolze Bauwerk erinnert an die Zeit zwischen den Jahren 1000 und 1200, als der Ort noch wichtiges Handelszentrum war. Roadbook: Lüneburg – Bienenbüttel – Bad Bevensen – Uelzen – Hösseringen – Müden – Hermannsburg – Bergen – Soltau – Dorfmark – Hiddingen – Handeloh – Undeloh – Salzhausen – Winsen – Lüneburg (ca. 300 km) Motorradtreffs: Kaarßen: Bei Tania, an der Hauptstraße entlang der Elbe. Uelzen: Grill Stop an der Celler Straße. Metzingen/Göhrde: Bei Mama und Papa, Imbiss in landschaftlich reizvoller Lage. Highlight: Das Salz in der Suppe Im Mittelalter gab es einen Rohstoff, der zeitweise teurer gehandelt wurde als Gold: Salz. Ohne Salz schmeckte das Essen nach nichts, und es war damals die einzige Möglichkeit, Nahrung zu konservieren. Entsprechend wertvoll war dieser Stoff, sogar Kriege wurden darum geführt. Da das Salz nicht überall verfügbar war, musste es quer durch Deutschland von Salinen und Bergwerken zu den Bestimmungsorten transportiert werden. Diese Routen nannte man Salzstraßen. In Deutschland existieren heute noch sechs, in Österreich zwei, dann gibt es noch je eine Salzstraße in Italien und Frankreich. Auch in der Lüneburger Heide wurde Salz gewonnen und auf der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck transportiert. Auch andere Städte wir Soltau (Solt = Salz, au = Flusstal) waren involviert.
    Deutschland / Romantischer Rhein
    Wenn die Himmelsrichtungen plötzlich ihre Geltung verlieren, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir sind, wenn die Nase der Maschine immer neue und verwirrendere Bögen zieht – dann fahren wir garantiert am Rhein entlang. Jahrmillionenlang grub der Rhein ein tiefes Bett zwischen Hunsrück, Westerwald und Taunus und schuf damit eine der herrlichsten deutschen Flusslandschaften. Windungsreich sucht sich das Wasser seinen Weg, links und rechts der Strecke geht die Zahl der Burgen und Schlösser fast ins Inflationäre. Aber nicht nur die Raubritter wussten die strategisch günstige Lage auf den Kämmen oberhalb des Rheins zu schätzen. Auch die Winzer lieben diese steilen, sonnenverwöhnten Flächen. Die Römer begannen hier mit dem Weinanbau, dann folgten die Franken, schließlich die Zisterzienser-Mönche. Über 700 Hektar Reben werden heute noch zwischen Königswinter im Norden und Bingen im Süden bewirtschaftet. Einige davon sind das Ziel dieser Rhein-Runde. Die spielt vor allem die landschaftliche Karte. Rheintal und Lahntal lassen dem Freund idyllischer Motorradstrecken die Augen übergehen, dennoch kommt der Fahrspaß keinesfalls zu kurz. Wer an einem sonnigen Tag zwischen Bingen und Koblenz am Ufer des Rheins entlangfährt, wird sich absolut nicht wundern, dass die UNESCO diese Flussetappe 2002 zum Weltkulturerbe erklärte. Denn so viele Burgen und Schlösser, so viele malerisch steile Weinberge, so viele reizende Stadt- und Dorfidyllen gibt es nirgendwo anders auf der Welt. Und schon gar nicht auf einer Länge von nicht mal 70 Kilometern. Würde man sich alle diese mittelalterlichen Juwele und Kleinode anschauen, bräuchte man von Bingen nach Koblenz vermutlich eineinhalb Wochen statt eineinhalb Stunden. So muss sich der Reisende auf einige Highlights beschränken, die er entweder dem Reiseführer entnimmt oder sich selbst ausdenkt. Wir empfehlen auf der ersten Etappe entlang des Rheins einen Halt in Lorch und St. Goarshausen. Lorch dient gleichzeitig als Ausgangspunkt dieser Tagestour. Auf engem Raum konzentrieren sich im Stadtkern wunderschöne Bauwerke und Sehenswürdigkeiten wie die Pfarrkirche St. Martin, der mittelalterliche Rundturm Strunk und das Rathaus. Der Strunk hat eine kriegerische Vergangenheit – er diente im 15. Jahrhundert zur Verteidigung der Wispermündung. Vorbei am deutschesten aller deutschen Felsen, der Loreley, geht es Richtung St. Goarshausen. Steil ragt die Loreley über uns auf, das beste Fotomotiv bietet sich deshalb von der gegenüberliegenden Rheinseite. St. Goarshausens Altstadt ist klein, aber fein und zeigt schmuck herausgeputzte Winzerhäuser. Nahe der Loreley-Fähre hat man dem Heimatdichter Heinrich Heine, der 1824 das Loreley-Gedicht verfasste, ein Denkmal gesetzt. Sie wissen ja: „Ich weiß nicht, was soll das bedeuten…“ und so weiter. Was die Namen der beiden dicht aufeinanderfolgenden Burgen Katz und Maus bedeuten, wissen wir allerdings genau: Die eine wurde von den Grafen zu Katzenelnbogen gebaut, die andere vom verfeindeten Bistum Trier. Katzenelnbogen, Katz, klare Sache. Die Bischöfe wollten ihre Burg eigentlich Peterseck nennen, was dem Volksmund ganz und gar nicht gefielt, und er die Trierer Burg kurzerhand Maus taufte. Ende. Eine Stippvisite wert ist von hier aus übrigens Boppard und sein Römerkastell auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Bei Lahnstein entfernt sich die Route schließlich vom Fluss und biegt nach rechts Richtung Westerwald ins Lahntal ab. Weniger Burgen, dafür mehr Kurven und genauso viel Idylle. Zwischen den Schwüngen ist Bad Ems mit seinem hübschen Kurzentrum ebenso einen Abstecher wert wie Nassau und sein historischer Marktplatz. Nassaus Beziehungen reichen bis hinauf in höchste Adelskreise: Noch heute verbindet die Stammburg des Hauses Nassau die regierenden Familien in Holland und Luxemburg mit der Stadt. Ein ausgedehnter Stopp empfiehlt sich nach der langen Kurverei durch das Lahntal in Limburg. Auch wegen seiner reizenden Altstadt, vor allem aber wegen seines Doms. Der thront seit 1235 weithin sichtbar neben der Burg auf einem Hügel oberhalb des historischen Zentrums von Limburg und gilt als eines der schönsten spätromanischen Bauwerke  Europas. Die B 417 bringt uns aus Limburg hinaus. In Lauremburg links ab, dann weitere über die Dörfer nach Katzenelnbogen. Woher der Name der Stadt mit ihrer hübschen Burg stammt, ist nicht ganz klar. Vermutlich geht er auf eine „gewinkelte Bachkrümmung“ zurück. 1138 benannte sich ein Grafengeschlecht nach der Burg. Hinter Katzenelnbogen werden die Kurven enger, die Schräglagen gewagter – der Übergang vom  Westerwald in den Taunus kündigt sich an. Letzterer besitzt eine zerklüftetere Oberfläche und liefert uns Motorradfahrern durch die daraus resultierenden größeren Höhenunterschiede Kurven und Kehren im Überfluss. Die sportliche Wedelei findet erst unten in Lorch im Rheintal ihr Ende. Roadbook: Lorch – Kaub – St. Goarshausen – Boppard – Lahnstein – Bad Ems – Nassau – Limburg – Lauremburg – Katzenelnbogen – Zorn – Rettershain – Lorch (ca. 210 km) Highlight: Goldener Rhein Sie ist rund 75 Kilometer lang und führt zwischen Königswinter und Bacharach mitten durch die Weinberge – die Rheingold-Straße. Dabei streift sie die hübschesten Winzerorte und die markantesten Burgen des Mittelrheins.  Für Fahrspaß sorgen die meist kleinen, verkehrsarmen und verwinkelten Nebensträßchen, auf die sich die Route bewegt. Eine Ausschilderung ist, wenn auch sporadisch, vorhanden. Motorradtreffs: Kaub: Deutsches Rollermuseum, Gartenstr. 62. Familie Krüger zeigt nach telefonischer Voranmeldung gerne ihre 180 Roller aus 14 Ländern. Ersatzteile und Zubehör gibt es ebenfalls. Fon 0172/2388689. Benno’s Truckstop, an der B 42 gegenüber der Rheinfähre. Osterspai: Bikertreff an der B 42, Imbisshütte und Johanns Koch-Truck.
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