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    Schottland / Schottland
    Ganz im Norden der schottischen Highlands, in der alten Grafschaft Sutherland, ist die Landschaft ursprünglich, schroff, idyllisch. Durch das dünn besiedelte Land führen fantastische Single Track Roads und traumhafte Küstenstraßen. Durness liegt bildschön am weiten Sandstrand, nur wenige Kilometer vom Cape Wrath entfernt, der nordwestlichsten Ecke Schottlands. Von den Klippen rund um den Ort lassen sich Seehunde und Wale beobachten, Seevögel kreuzen durch die Windböen. Durness ist der Ausgangspunkt dieser kurzweiligen Rundtour durch die historische Grafschaft Sutherland und wie so viele Strecken in den nördlichen Highlands ist auch die Straße von Durness in Richtung Scourie eine Single Track Road. Die schmale A838 schlängelt sich am Ufer der Meeresbucht Kyle of Durness entlang. Nur wenige Meter trennen uns vom in der Sonne glitzernden Wasser. Kleine sandige Abschnitte wechseln sich mit von Algen bedeckten Felsen und Steinen ab. Rhiconich steht auf dem Schild bei der Abzweigung nach Kinlochbervie. Dabei soll es sich wohl um einen Ort handeln. Der besteht aber, wie so viele Örtchen hier oben im Norden, aus gerade mal zwei bis drei Häusern – Einsamkeit pur. Weiter geht es auf der „North & West Highlands Tourist Route“ gen Süden, zur Abwechslung auch mal wieder zweispurig, gut ausgebaut und griffig. Wir passieren Scourie und Unapool. In zackiger Schräglage geht es über die Kylesku Bridge, die in engen Bogen die schmale Meeresbucht überquert. Nur 1000 Meter weiter lockt das „Rock Stop Café and Exhibition Centre“ von der Straße. Im kleinen und gemütlichen Café werden leckere hausgemachte Scones mit Konfitüre serviert. Wenige Minuten später endet die A894 direkt am Ufer des Loch Assynt. Eigentlich müssten wir rechts abbiegen, wollen wir doch auf keinen Fall die spannende Runde durch das Inver Valley verpassen. Aber erst folgen wir links für wenige Meter dem Ufer des Assynt. Schon von hier ist unser Ziel zu sehen: Die Ruine des Ardvreck Castle. Um 1490 erbaut, hat Ardvreck Castle eine bewegte Geschichte hinter sich. Hier wurde gekämpft, belagert, gemordet. Der erste Marquess of Montrose, James Graham, suchte hier einst Schutz, wurde jedoch von den MacLeods, denen die Burg damals gehörte, verraten und später in Edinburgh hingerichtet. Einige Bewohner um das Loch Assynt schwören, dass James Graham in so mancher mondlosen Nacht in der Ruine umhergeht, auf der Suche nach den Verrätern. Lochinver liegt an der Mündung des River Inver und hat trotz seiner Beschaulichkeit einiges zu bieten. Die zerklüftete Küste mit ihren teils skurrilen Felsformationen und der Leuchtturm sind beliebte Wanderziele, die Kirkaig Wasserfälle und das Besucherzentrum Knockan Crag locken in der näheren Umgebung, im Ort und am Hafen laden die Pubs zur erholsamen Pause. Ab Lochinver geht es auf dem Asphalt ins Eingemachte. Entlang der Enard Bay und des Loch Lurgainn windet sich die extrem schmale Straße in unvergleichlicher Weise durch die hügelige und felsige Landschaft. Einspurig geht es teilweise direkt am Wasser entlang – was für eine Strecke! Bei Drumrunie erreichen wir wieder die A835. Die folgenden, gut ausgebauten 15 Kilometer bis Ullapool sind eine gute Erholung von der wilden, hinter uns liegenden Achterbahn. Tankstelle, Museum, Läden, Pubs, Restaurants und Hotels – Ullapool gilt als die größte Siedlung der nordwestlichen Highlands und, nicht ganz unwichtig, hier gibt es köstliche Fish & Chips. Ullapool ist der südliche Wendepunkt unserer Rundtour. Wir machen kehrt nach Drumrunie, bleiben vorerst auf der A835, um später bei Ledmore auf die A837 in Richtung Lairg abzubiegen. Das Tal nennt sich Strath Oykel und Oykel Bridge besteht aus nicht viel mehr als einer einsamen roten Telefonzelle am Straßenrand und der besagten Brücke über den River Oykel. Die gibt es dafür gleich doppelt. Gleich neben der neueren Überquerung liegt noch die uralte Steinbogenbrücke. Lairg, malerisch am Loch Shin gelegen, lockt neben zwei, drei kleinen Läden mit einem recht netten Restaurant. Im The Pier, gleich an der Hauptstraße gelegen, gibt es nicht nur köstliche Kuchen, sondern auch leckere andere Gerichte zu erschwinglichen Preisen. Lairg entlässt uns auf den folgenden 65 Kilometern auf eine der schönsten Strecken Schottlands – pures Highland-Feeling. Die grandiose Single Track Road führt durch hügeliges Land. Berghänge in allen denkbaren Grüntönen begleiten uns rechts und links der Strecke, weiß schäumt der sprudelnde Bergbach River Vagastie neben der Straße. Vorbei an Loch Naver und Loch Loyal geht es gen Norden in Richtung Küste, wo wir über Tongue bald den Bogen um Loch Eriboll schlagen. Rund um den Meeresarm steuere ich schließlich die BMW wieder zurück nach Durness und mache damit die Sutherland-Runde komplett. Roadbook: Durness, Laxford bridge, Scourie, Unapool, Ardvreck Castle, Lochinver, Drumrunie, Ullapool, Drumrunie, Ledmore, Oykel Bridge, Lairg, Altnaharra, Tongue, Loch Eriboll, Durness. Start- / Zielort: Durness /  Durness Länge: 310 km Highlight: Fish 'n' Chips – Legendär und lecker sind die berühmten britischen Fish 'n' Chips, vor allem in Schottland. Die jährliche Auszeichnung für die besten Fish 'n' Chips geht regelmäßig an schottische Lokale. Der frittierte Fisch ist ein Hochgenuss. Traditionell handelt es sich dabei meist um Kabeljau, den Cod. Zur Auswahl stehen oft auch Schellfisch, also Haddock, oder Seelachs, der Pollock. Bisweilen wird auch Scholle angeboten, die nennt sich dann Plaice. Die Chips aus regionalen Kartoffelsorten werden meist als „salt 'n' vinegar“ gereicht, mit Salz und Essig. Die Tradition der Fish 'n' Chips entstand relativ spät. Als wahrscheinlich gilt, dass in den 1850er Jahren in London, im damaligen Zentrum des Fischhandels, die ersten  Fish 'n' Chips-Läden eröffneten. Angeblich war übrigens der erste Fast Food-Lieferservice überhaupt ein findiger Fish 'n' Chips-Verkäufer aus dem nordenglischen Keighley, der ab 1936 vom Beiwagen seines Motorrades aus die leckere Mahlzeit auf den Baustellen der neu entstehenden Arbeitersiedlungen verkaufte.
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    Italien / Ligurien Toskana
    Beeindruckende Steilküsten, farbenfrohe Vegetation, malerische Altstädte, bunte Häfen und eine regionale Köstlichkeit – die Runde durch das Genoveser Hinterland wartet mit fahrerischen, optischen und kulinarischen Leckerbissen auf. Die Motorradtour "Pesto Genovese" ist einer von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Möchtest Du Dich vorab über die Region informieren, empfehlen wir Dir unseren Motorrad Reiseführer Piemont Ligurien Toskana mit seinen vielen Insidertipps, Kartenmaterial, Hotelempfehlungen usw. anzuschauen. Einen perfekten Überblick über Nord Italien mit seinen Tourenmöglichkeiten bietet Dir unsere Bikerbetten Motorradkarten Italien Nord. Diese und weitere interessante Produkte kannst Du über unseren Shop bestellen. Genua? Stadtautobahn, Tunnels, Hafen. Mehr fällt den meisten auf Anhieb nicht ein, wenn die Sprache auf die Hauptstadt Liguriens kommt. Man kennt Genua eigentlich nur von der Durchfahrt Richtung Süden oder als Fährhafen nach Sardinien oder Korsika. Dabei verbirgt sich hinter Wohnblocks und Industrieanlagen ein mittelalterliches Juwel, das zum Großteil unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Als nämlich 1528 der große Admiral Andrea Doria mit Spanien unter dem Habsburger Kaiser Karl V. einen Vertrag abschloss, der ihn zum Oberhaupt der spanischen Flotte machte. Im Schlepptau der neuen Großmacht Spanien machte er die Genueser Bankiers und Kaufleute zu den aktivsten Geldverleihern und Finanzhändlern Europas. Seinen unglaublichen Reichtum aus den erhobenen Zinsen steckte dieser neue Geldadel in den Bau von prachtvollen Palazzi, die heute das historische Zentrum Genuas prägen. Also nichts wie auf zu einer Besichtigungstour zu Fuß, bevor wir uns in den Motorradsattel schwingen. An erster Stelle steht die Via Garibaldi. Insgesamt 42 UNESCO-geschützte Palazzi sind dort aufgereiht und können teilweise besichtigt werden. Aber auch nur von außen hinterlassen sie einen unvergesslichen Eindruck. In der Altstadt stehen aber auch die Imbissbuden, in denen man die landestypischen Spezialitäten wie Foccacia und Farinata bekommt. Bei der Focaccia handelt es sich um ein salziges Gebäck aus Weizenteig mit Olivenöl, die Farinata hingegen wird als Fladen aus dem Mehl von Kichererbsen, Wasser und Olivenöl gebacken. Vorbei am internationalen Flugplatz und am riesigen Industriehafen bringt uns die SS 1, die Via Aurelia, rasch aus Genua hinaus. Die Via Aurelia war eine Römerstraße, die der Censor Gaius Aurelius Cotta im Jahr 241 v.Ch. in Auftrag gab. Sie führte einst von Rom über Pisa bis ins französische Arles. Heute verläuft die SS 1 im Wesentlichen auf der Originaltrasse der Via Aurelia und wird deswegen auch so genannt. Rechts ragen die Spitzen des Küstengebirges steil in die Höhe, auf der linken Seite schimmert das blaue Meer. Tanker und Containerschiffe ziehen gemächlich ihre Muster in die glatte Wasseroberfläche. Arenzano mit seinem lebhaften Kern voller Läden, Cafés und Restaurants lockt zur ersten Kaffeepause. Wer erst später Kaffeedurst bekommt, kann den in Varazze stillen. Das Städtchen besitzt einen reizenden historischen Kern mit vielen alten Kirchen. Wir verlassen Varazze, zweigen in Pero rechts ab und visieren Alpicella an. Mitten hinein in das Genueser Küstengebirge. Der Monte Beigua ruft. Im unteren Teil führ das schmale Sträßchen durch Wald und kleine Ansiedlungen. Der Mittelteil ist gut ausgebaut und toll zu fahren, erst weiter oben wird es eng und holperig. Oben am Gipfel (1.287 m) machen wir erst einmal Pause. Stellen die Maschine ab, setzen uns auf die Picknickbänke und genießen die traumhafte Aussicht aufs Meer und die mitgebrachte Focaccia bzw. Farinata. Auf schmalem, oft nur noch teilweise vorhandenem Asphalt geht es nach Urbe und weiter zum Passo del Faiallo. Die Westrampe ist gut ausgebaut und perfekt zu fahren. Kurz hinter der Passhöhe in 1.044 Metern beginnt die Panoramastraße Richtung Osten. Genua immer im Blick, schlängelt sie sich die Fahrbahn aussichtsreich einen kargen Berghang hinab. Ein Stück Hauptstraße P 456 folgt. Sie überquert den Passo del Turchino und ist jedes Jahr Bestandteil des berühmten Eintages-Radrennens Mailand – San Remo. Auf dem Pass erreichen die Rennfahrer den höchsten Punkt der Strecke. In Campo Ligure mit seinen schönen erdbeerfarbenen Häusern verlassen wir die Hauptstraße, jedoch nicht bevor wir in einem der gemütlichen Restaurants am Flussufer der Stura zu Mittag gegessen haben. Unser Tipp: Pasta mit Pesto Genovese. Das besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl, Salz und Käse. Alles wird in einem Mörser zerrieben und über die Pasta oder die Gnocchi gegeben. Die Besonderheit dabei ist das spezielle kleinblättrige Basilikum, das in den Gewächshäusern von  Pra bei Genua wächst. Das Blut befindet sich im Magen, der Körper ist mit Verdauen beschäftig. Da gehen die Kurven und Kehren hinauf zum Monte del Poggio nicht so leicht von der Hand. Also aufgepasst, das schmale Bergsträßchen hat es ganz schön in sich und verzeiht keine Fahrfehler. Gewagt zirkelt es durch das Küstengebirge und trifft schließlich nach einer Handvoll zackiger Kurven bei Campomorone auf die SS 35. Die verbindet Genua mit der nördlich gelegenen Provinz Alessandria. Und überrascht mit einem unerwartet kurvigen Streckenverlauf. So wird die Rückfahrt zum Ausgangspunkt Genau noch zu einem letzten fahrerischen Genuss. Tourlänge: ca. 150 km Roadbook: Genua – Arenzano – Cogoleto – Varazze – Pero – Alpicella – Monte Beigua – Urbe – Passo del Faiallo – Passo del Turchino – Campo Ligure – Campomorone – Genua Highlight: Piazza delle Erbe. Der beliebte Platz in Genua steht voller Tische und Stühle. Hier trifft man sich zum Aperitif oder zum Abendessen. Er liegt in der Altstadt und versprüht puren italienischen Charme. Die Umgebung in Form von alten Bürgerhäusern wirkt wie eine Filmkulisse. Pässe-Info: Monte Beigua 1287 21% Passo del Faiallo 1044 7% Passo del Turchino 530 7%
    Österreich / Kärnten
    Zwischen den beiden Flüssen Mur im Norden und der Gurk im Süden liegt die Gebirgsgruppe der Gurktaler Alpen. Auf dieser Tour erwarten uns saftig grüne, locker bewaldete Hügel gesprenkelt mit grauem Fels, tiefblaue Bergseen und eine Natur wie eine Kulisse für einen Heimatfilm. Los geht es heute auf 1.795 Metern über dem Meeresspiegel – mitten in der Natur. Der aussichtsreiche Parkplatz an der Turracher Höhe ist der perfekte Ort für die Konzentrationsminute vor dem Start zur Tour und um in den frühen Morgenstunden eine Prise klarer Bergluft einzuatmen. Eine Handvoll runder, sauberer Kehren bergab, und kurz vor Ebene Reichenau Blinker rechts. Und dann sind wir auch schon mitten drin in einer der faszinierendsten Motorradstrecken Österreichs. Faszinierend, weil die Nockalmstraße auf ihrer Länge von 35 Kilometern keine einzige Ortschaft streift. Und das im zugesiedelten und verbauten Mitteleuropa. Lässig cruisen wir das graue Asphaltband entlang, haben Zeit zum Schauen, Entspannung strömt durchs Visier. Kärntner Küche darf man in Berggasthöfen oder Almhütten entlang der Route schlemmen. Die Nockalmstraße wurde zwischen 1971 und 1981 gebaut. Für uns Motorradfahrer besonders interessant sind ihre 52 Kehren und unzählige Kurven zwischen den Mautstellen Ebene Reichenau und Innerkrems. Wer es genau wissen will: „Nock’n“ heißen die runden Hügel, die ähnlich wie Tafelberge aus der Erde ragen. Zunächst überqueren wir die 2.024 Meter hohe Schiestlscharte und kurven anschließend zum höchsten Punkt der Straße hinauf, zur 2.042 Meter hohen Eisentalhöhe. Der Abschwung bringt uns zum Nationalparkzentrum Nockalmhof, welches gleichzeitig Gasthof und Museum ist. Der Gasthof fällt durch seinen spielerischen Retro-Mix und das leckere Essen auf, das Museum gibt spannende Einblicke in das Biosphärenreservat der Nockberge. Sonnenklar, dass wir am Nockalmhof eine Atempause einlegen. Nächstes Highlight ist der Katschberg. Die klassische Verbindung zwischen Kärnten und Salzburg sowie den Hohen Tauern und den Gurktaler Alpen galt noch in den 1930er-Jahren wegen ihrer 30 Prozent steilen Trasse als der Schrecken aller Autofahrer. Das ist Geschichte, heute läuft die Straße hinauf zum 1.641 Meter hohen Sattel locker von der Hand. Keine verwegenen Schräglagen, dafür kaum Verkehr, da der sich hauptsächlich auf der Autobahn abspielt. Die Gastronomie am Katschberg bietet sich für einen weiteren Zwischenstopp an, bevor drunten in St. Michael im Lungau das Tal der Mur wartet. Bei Bummeldrehzahl rollen wir den Fluss entlang, heben den Kopf zu den Spitzen der Gurktaler Alpen rechts und der Hohen Tauern links von uns. Die entspannte Stimmung in diesem Tal, die positive Energie ist deutlich zu spüren, fast kann man sie greifen. Alle Ortschaften im Murtal schweben auf diesem besonderen Energiefeld. Dass gerade in Tamsweg mit St. Leonhard eine berühmte Wallfahrtskirche steht, ist kein Zufall. Jedes Jahr am 6. November pilgern Tausende von Gläubigen zu der im 15. Jahrhundert erbauten Kirche mit ihrem spitzen, schlanken Turm. Wegen eines ganz anderen Events hingegen strömen die Leute nach Murau – es sind die seit 2002 stattfindenden Shakespeare-Festspiele, die den charmanten Ort über die Region hinaus bekannt gemacht haben. Außer seiner Theaterbühne präsentiert Murau auch ein hübsches Panorama, bestehend aus Stadtpfarrkirche und Schloss. Ein schräglagenverdächtiger Schlenker hinein in die Metnitzer Berge führt die Route weiter Richtung Osten bis zum Tal der Metnitz und nach Friesach. Dort sieht und spürt man das Mittelalter auf Schritt und Tritt – die älteste Stadt Kärntens besitzt jede Menge uralte Bausubstanz wie die Stadtmauer oder der nach wie vor Wasser führende Stadtgraben. Wegen der vielen Türme und Zinnen, die von den umliegenden Bergen grüßen, wird Friesach gerne Stadt der Burgen genannt. Deutlich moderner geht es in Sankt Veit zu, das wir nach einer zügigen Landpartie am Ufer der Glan erreichen. Die „Sonnenstadt“ hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, ihren gesamten Strom bis 2020 aus erneuerbaren Energien zu ziehen. Das unterstützen wir und machen auf dem Hauptplatz eine große Pause, während der wir über den Tischrand das bezaubernde barocke Rathaus bewundern. Cappuccino plus Apfelstrudel mit Vanillesauce kommen genau zur rechten Zeit, denn hinter Sankt Veit verlangt die Etappe durch die Gurktaler Alpen einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. In Höhen zwischen 1.500 und 1.700 Meter wirbelt die Bergstraße dem Skigebiet Flattnitz entgegen, um sich von dort ins Tal der Mur hinabzuwerfen. Eines ist sicher – „herumgegurkt“ wird in den Gurktaler Alpen nicht. Wer’s genau wissen will: Namensgeber ist der Fluss Gurk, slowenisch Krka, die Gurgelnde. Jetzt noch ein entspanntes Stück Bundesstraße, ein paar Bögen hinauf zur Turracher Höhe, und die Tagesrunde ist beendet. Jetzt kräftig ausatmen. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Turracher Höhe – Ebene Reichenau – Nockalmstraße – Innerkrems – Kremsbrücke – Katschberg – St. Michael im Lungau – Tamsweg – Murau – Metnitz – Friesach – Sankt Veit – Überfeld – Kraig – Föbing – Gurk – Kleinglödnitz – Flattnitz – Stadl an der Mur – Predlitz – Turracher Höhe Highlight: Die Nockalmstraße. 52 sanfte Kehren in saftigem Grün – eine geniale Kombination. Gesprenkelt mit blauen Bergseen, weißen Felsen und Blumen in allen Regenbogenfarben. Für Naturliebhaber ein ganz besonderes Erlebnis. Pässe-Info: Turracher Höhe   1783  23 %   -      30km Nockalmstraße   2042    10 %  11-5  34km Katschbergpass  1641  12 %    -      12km
    Deutschland / Niedersachsen
    Die 350 Kilometer lange Grüne Küstenstraße ist nichts zum Schräglagensammeln, sondern etwas fürs Gemüt. Entspannt dahinbummeln, die Seele baumeln lassen, Freiräume finden. Los geht es in Hamburg. Was muss man zur Hansestadt noch sagen? Eigentlich nichts mehr. Vielleicht, dass sie sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Motorrad-Metropole gemausert hat. Zum Beispiel mit dem jährlich im Juni stattfindenden Motorradgottesdienst, dem Mogo, bei dem mehrere Zehntausende Motorradfahrer zuerst am Freiluftgottesdienst vor dem Hamburger Michel teilnehmen und anschließend zu einem gigantischen Korso durch die Stadt aufbrechen. Oder die Harley-Days. Die finden ebenfalls jedes Jahr im Juni statt und locken dabei über 70 000 Motorräder an. Altes Land ist Apfel-Land Die Route verlässt Hamburg durch das Alte Land in Richtung Stade. Das Alte Land ist Apfel-Land. Halb Norddeutschland wird von hier aus mit Äpfeln versorgt, was angesichts der riesigen Obstplantagen links und rechts der Straße niemanden wundert. Wir kommen durch das hübsche alte Jork, passieren Hollern und laufen schließlich in Stade ein. Stades historische Altstadt wird von rotem Backstein beherrscht – ganz typisch für norddeutsche Städte. Eine Waldetappe führt uns vorbei am Elmer See nach Elm, wo mit einer mächtigen Holländer-Windmühle eines der schönsten Denkmäler dieser Art steht. Weiter nach Bremervörde in Richtung Bremen. Teufelsmoor nennt sich dieser Landstrich. Waren Moore für die Menschen früher etwas Le- bensbedrohliches, so nutzt man sie heute, um Dünger, Brennmaterial und fruchtbare Äcker zu gewinnen. Jahrhundertelang versuchte man, die Moore trocken zu legen. Inzwischen besinnt man sich wieder ihrer Daseinsberechtigung und pf legt sie als ein Stück Natur, das in seiner Art nirgendwo anders vorkommt. Bevor wir Bremen erreichen, zweigt ein Abstecher der Grünen Küstenstraße nach Norden ab. Wir folgen ihm, denn er führt uns durch herrliche Alleen über Bremerhaven mit seinem fantastischen Schifffahrts- museum nach Cuxhaven, wo wir an der Strandpromenade entlangbummeln und Sonne, Sand und Meer genießen können. Für die Rückfahrt steht als Alternative die Landstraße am Meer entlang bereit. Das schöne Bremen Bremen. Auch dazu gibt es nichts mehr zu sagen. Marktplatz, Roland, Stadtmusikanten – wer das noch nicht kennt, muss es auf jeden Fall anschauen. Ist einfach zu schön. Dann weiter Richtung Oldenburg und in Höhe von Delmenhorst links ab Richtung Wildeshausen / Ganderkesee. Rund 25 Ortschaften umfasst die Gemarkung von Ganderkesee. Alle liegen in dem sogenannten Delmenhorster Geest. Was ist ein Geest? Wikipedia sagt: „Als Geest bezeichnet man eine Art Höhenrücken, der durch Sandablagerungen entstanden ist.“ Aha. Vom Geest kann man also aufs Moor schauen. So fügt sich alles zusammen. Auch Oldenburg ist eine längere Pause wert. Seine schönsten Gebäude gruppieren sich rund um den Markt- platz. Das ist praktisch, spart man sich auf diese Weise lange Wege. Wer will, kann sich noch das Schloss anse- hen, das von 1785 bis 1918 Residenz der Herzöge von Oldenburg war. Es ist ein Renaissance-Schloss, was be- achtenswert ist. Denn die meisten Re- naissance-Schlösser in Deutschland wurden von ihren umbauwütigen Be- sitzern in den nach der Renaissance angesagten Barockstil umgebaut. Zum Teil mit erschreckenden Folgen. Durch das Ammerland geht es nach Bad Zwischenahn und Westerstede. Dort liegt das Zwischenahner Meer, ein etwa 500 Hektar großer Binnensee. Ist euch übrigens schon aufgefallen, dass in Ostfriesland ein See ein Meer ist und das Meer die See? Tja, die Ostfriesen. Anschließend rollen wir durch den Staatsforst Kloster Barthe, das größte geschlossene Waldgebiet Ostfrieslands, und erreichen Leer. Das reizende Städtchen wird gerne als das Tor zu Ostfriesland bezeichnet. Auch hier herrscht Gemütlichkeit vor, was man mit einem Pausenkaffee honorieren sollte. Reisen bildet Auf einer Drehbrücke überqueren wir die Ems und nehmen Kurs auf Weener und Bunde. Was da links und rechts der Straße liegt, nennt sich Marschland. Das hat nichts mit Militärmusik zu tun, sondern ist Schwemmland, das an Norddeutschlands Küsten und Flussufern vorkommt. Es entsteht durch allmähliche Verlandung der Salzwiesen. Will man es urbar machen, muss man es trocken legen. Marsch, Geest, Moor – den Unterschied kapiert? So gerät die Fahrt auf der Grünen Küstenstraße sogar noch zu einem Einführungskurs in Sachen Land- schaftskunde. Am Ortsausgang von Bunde endet der deutsche Teil der Grünen Küstenstraße. Wer noch nicht genug hat von Sonne, Strand und Meer, kann einfach weiterfahren. Denn die Route setzt sich auf niederländischem Gebiet als „De Groene Kustweg“ fort. Na denn, gute Fahrt. TOURLÄNGE | 350 km REGIONALE MOTORRADTREFFEN Burweg: Burgerbus & Eusschmiede, Imbissbude mit Doppeldeckerbus, leckere Burger, gutes Eis. Dorum-Neufeld: Dorumer Tief, Bikertreff am Kutterhafen. Wremen: Parkplatztreff am Kutterhafen mit Traumblick auf die Wesermündung. Varel: Motorradtreff am Hafen. Uplengen-Großoldendorf: Ellli’s Bikertreff Wald- haus Hollsand, Traditionstreff.
    Schweden / Gotland
    Traumhafte Strände, endlose Wälder, urige Felsformationen und einladende Dörfchen. Eine Motorradreise durch den Norden Gotlands ist pures Balsam für die Seele. Hier kommen Entdecker voll auf ihre Kosten. "Ein Mann namens Tjelvar fand Gotland als Erster. Damals war Gotland aber verzaubert, sodass es bei Tage im Meere versank und nur nachts auftauchte. Aber dieser Mann brachte als erster Feuer ins Land und danach versank es nie mehr." So hört sie sich an, die Entstehungsgeschichte der schwedischen Insel Gotland. Ein bildschönes Eiland voller Mystik und alter Geheimnisse. Empfangen werden wir mit einem fantastischen Blick von Bord der MS Gotland auf das Panorama von Visby. Steile rote Dächer, weiße, stufenförmige Giebel, dazwischen mächtige Mauern, Türme und Überreste einst wehrhafter Kirchen. Es ist kein Problem, in Gotlands Hauptstadt ein Bett für die Nacht zu finden und so können wir am nächsten Morgen ausgeruht starten. Schnell liegt die Inselhauptstadt hinter uns und wir halten uns entlang der Küste auf der 149 gen Norden. Wie überall in den nordischen Ländern ist hier Vorsicht geboten. Wer zu schnell fährt, zahlt, und zwar richtig. Macht aber nichts, wir genießen die ruhige Fahrt durch die grüne, meist waldige Landschaft. Gotland ist Land für die Seele. Bei Lickershamn erwartet uns eine Jungfrau am Strand. Lang, schlank und schneeweiß ist sie und ganze zwölf Meter groß. "Jungfrun" heißt der Raukfelsen, einer von vielen Kalksteinfelsen, die auf den schwedischen Inseln zu finden sind. Unterschiedliche Gesteinshärten und Erosion schufen nach der letzten Eiszeit teils skurrile Gebilde mit faszinierenden Formen. Faszinierend sind auch die Kilometer entlang der Küste bei Harudden, der nördlichsten Spitze von Gotlands Hauptinsel. Vor Halls fiskeläge, was auf deutsch etwa Halls Fischerdorf bedeutet, lagen die ertragsreichsten Fanggründe rund um Gotland. Heute tummeln sich hier nur noch Touristen und das auch nur in sehr geringen Mengen. Vom ehemaligen Fischerdorf bis hinunter nach Västös lenke ich das Mopped direkt entlang des Wassers. Kies- und Sandstrände zwischen dichten Kiefernwäldern und tiefblauem Meer, menschenleer, aber traumhaft schön, laden zum erfrischenden Bad und herzhaften Picknick. Über das kleine Örtchen Kappelshamn erreichen wir bald den nur wenige Kilometer weiter gelegenen Gotland-Ring bei Lärbro. Eine beliebte Rennstrecke, die regelmäßig viele Besucher anzieht. In der Ring-Cafeteria gönnen wir uns einen heißen Kaffee, schauen den Sportfreaks bei ihren Runden zu und halten Schwätzchen. Weiter geht es nach Norden, unser Ziel ist die zu Gotland gehörende kleine Insel Fårö. Halbstündlich dümpelt die Fähre über den schmalen Fårösund. Broa - drei Häuser, ein Fähranleger. Kurz dahinter ein einladender Campingplatz mit viel Grün. Wir steuern Fårös gleichnamigem Hauptort an, drehen links ab und düsen in Richtung Släthällar. Dort, direkt an der Küste, führt die malerische und kurvenreiche Asphaltpiste direkt an der Raukområde entlang, der malerischen Galerie von Gotlands schönsten und spektakulärsten Rauksteinen. An der Grenze zwischen Wasser und Land wachsen abstruse, steinerne Gebilde empor. Hier müssen wir einfach vom Mopped runter, rauf auf die Felsen und zwischen den kantigen und karstigen Gebilden herumklettern. Ganz oben im Nordosten streckt sich der Fårö Fyr in den Himmel. Vorbei an urigen, eng zusammen stehenden Fischerhütten aus schwarzem, geteerten Holz und halb zerfallenen Booten, erreichen wir Gotlands nördlichsten Leuchtturm. Hier machen wir kehrt, passieren die Bucht Ajkesvik und über den Fårösund verlassen wir das kleine Eiland wieder. Wir halten uns an Gotlands Ostküste gen Süden. Hohe, weiß leuchtende Kalkklippen wechseln sich an der Küste mit goldfarbenen Badestränden ab. Immer wieder führen kurze Abstecher an herrliche einsame Plätze am Ufer. Valleviken und Åminne, einladende, verlockende Badeplätze. Südlich der Landzunge bei Östergarn warnt ein Schild vor gefährlichen Kurven. Tatsächlich erleben wir auf den folgenden fast zehn Kilometern richtig spannende, für Gotland eher ungewöhnliche Kurvenkombinationen. Gammelgarn, Ardre, dann biegen wir auf die 143 gen Westen ab. Es folgen 40 zügige Kilometer über die gut ausgebaute Landstraße, an deren Ende an der Westküste wieder Visby in Sicht kommt. Hier beenden wir die interessante Runde durch Gotlands Norden. Roadbook: Visby, Lickershamn, Harudden, Halls fiskeläge, Västös, Kappelshamn, Gotland-Ring, Insel Fårö, Broa, Ort Fårö, Släthällar, Leuchtturm Fårö Fyr, Valleviken, Åminne, Östergarn, Gammelgarn, Ardre, Visby. Start- / Zielort: Visby / Visby Länge: 275 km Highlight: Visby – Seit über 200 Jahren steht die geschichtsträchtige Hansestadt Visby an Gotlands Westküste bereits unter Denkmalschutz und gilt seit 1995 als Weltkulturerbe. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer ist über 3,5 Kilometer lang, hat nicht weniger als 27 Türme und beinhaltet die Ruine der einstigen Visborg. Dazwischen liegen zahlreiche mittelalterliche Gebäude, Kirchen und Ruinen. Auch die Region um den Hafen ist enorm abwechslungsreich. Mindestens einen ganzen Tag sollte man für Visby schon einplanen. Für die Pause bietet sich dann der kopfsteingepflasterte Hauptplatz Stora Torget an, er ist von einladenden Cafés und gemütlichen Restaurants umgeben.
    Frankreich / Cevennen
    Die Motorradtour "Schluchtenflitzer" ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für alle, die sich über die Region informieren möchten, empfehlen wir unseren Motorrad Reiseführer Französische Alpen mit seinen vielen Insidertipps, Tipps zu Motorradhotels, Kartenmaterial u.v.m. und die FolyMaps Motorradkarten-Set Frankreich-Süd. Diese und weitere interessante Produkte kannst Du über unseren Shop bestellen. Enge und steile Schluchten, dazwischen karge, menschenleere Hochebenen – das bedeutet motorradgerechte Bergsträßchen mit maximaler Kurven- und minimaler Verkehrsdichte. Wo gibt es so etwas? In den Cevennen, dem südöstlichen Teil des Zentralmassivs. Mende, unser Ausgangspunkt zu dieser kurvenlastigen Runde, ist das nördliche Tor zu den Cevennen und liegt romantisch am linken Ufer des Lot. Einmal im Jahr brennt in Mende enduromäßig die Luft, wenn hunderte Fahrer aus ganz Europa zur dreitägigen Geländesportveranstaltung „Trèfle Lozèrien“ starten. Auf steilen Wanderpfaden geht es dabei heftig zur Sache, und nur erfahrene Enduristen erreichen in Sollzeit das Ziel. Gemächlich zieht unsere Maschine durch die Bögen der N 106 Richtung Florac. Zeit für Mensch und Technik zum Warmwerden. Rechts oben ist das Plateau der Causse de Sauveterre zu erkennen. Causse nennen die Franzosen die charakteristischen Hochebenen der Cevennen. Schnell passieren wir das Schild des 1.046 Meter hohen Col de Montmirat, und nach einem schnellen Kaffee in der Auberge du Col nehmen uns die Kurven hinab ins Tal des Tarn auf. Geschmeidige Kurven, prachtvolle Blicke. Von oben fallen wir nach Florac ein. Blickfang der ehemaligen Gründung der Benediktiner ist das mittelalterliche Schloss mit seinen spitzen grauen Türmen. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, sein Vorgänger wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört. „ Corniche des Cévennes “ nennt sich die nun folgende knapp 60 Kilometer lange Etappe. Ein bescheidener Name, hinter dem sich eine attraktive Motorradstrecke verbirgt, die sportlich flott über vier Pässe wedelt. Dass hier oben in dieser rauen, felsenübersäten Heidelandschaft nur wenig Menschen wohnen, überrascht nicht. Gut für uns Motorradfahrer, denn so gehört uns die Fahrbahn fast immer ganz alleine. Verantwortlich für unsere gute Laune ist der Sonnenkönig Ludwig XIV. Der ließ die Corniche nämlich als Militärstraße für seine Truppen anlegen. Im Tal des Gardon liegt die sympathische Gemeinde Saint-Jean-du-Gard. Ausgestattet mit Schloss, Kirche und Markplatz drängt sie sich für die erste große Pause geradezu auf. Vielleicht mit einem Café crème und einem Eclair? Die mit Vanille-, Schokolade- oder Kaffeecreme gefüllte Süßigkeit kommt zur rechten Zeit. Denn die zügig zu fahrenden Kurven hinauf zum 905 Meter hohen Col de l’Asclier fordern Kraft und Konzentration. Bergauf zeigt sich das Sträßchen noch einigermaßen breit, während es nach dem Sattel, der sich unter einem alten gemauerten Brückenbogen befindet, höllisch schmal wird. Also aufgepasst, wenn die Augen mal wieder zu lange von der Fahrbahn zu den herrlichen Aussichten über die Berge der Cevennen schweifen. Le Vigan gefällt mit seinem historischen Zentrum, seiner Einkaufsstraße und seiner bereits im 14. Jahrhundert erbauten Brücke über die Arre. Der Ort ist Ausgangspunkt der Bergstraße, die zum 1.567 Meter hohen Mont Aigoual hinaufführt, dem nach dem Mont Lozère zweithöchsten Berg der Cevennen. Kehren und enge Kurven bietet die Strecke zwar nicht, dafür lässt sie ein sportliches Tempo zu. Schnell ist der Gipfel des Mont Aigoual erreicht, ein kahles Plateau mit weitem Rundblick. Hier oben harren tapfer die Mitarbeiter der letzten bewohnten Wetterstation Frankreichs aus. Und das bei miesem Wetter: Der Mont Aigoual ist der Ort mit der höchsten Niederschlagsmenge in Frankreich. Von oben an seinen grauen Schieferdächern zu erkennen, liegt Meyrueis im Tal der Jonte. Von dort aus zielt die Route hinüber nach Hures-la-Parade, wo der Aufstieg zum Col de Coperlac beginnt. Und der macht mit seinen stetigen Tiefblicken in die enge Gorge de la Jonte mächtig Laune. Danach zirkelt die Route über die einsame Causse Méjan, streift in 907 Metern Höhe die Passhöhe des Coperlac und stoppt kurz danach an einem Aussichtspunkt mit Gaststätte und Fernblick. Eine Handvoll Serpentinen folgen, danach kurvt die griffige Fahrbahn am Hang entlang hinab nach Sainte-Enimie. Auch hier ist ein Halt nicht die schlechteste Idee, gehört der Ort doch zu den schönsten Dörfern Frankreichs, den „Plus beaux villages de France“. Malerisch in der Schlucht des Tarn gelegen, macht Sainte-Enimie seiner Auszeichnung alle Ehre und präsentiert dem Besucher Idylle pur mit viel alter Bausubstanz. Der nun folgende Col de Rieisse liegt mit seinen 946 Metern unscheinbar in einem Kiefernwald. Lohnt er sich trotzdem? Und wie. Denn Auf- und Abfahrt stellen eine echte Herausforderung dar. Gleich hinter La Malène kraxelt die Fahrbahn in verdammt engen Kehren steil bergauf. Teils sind sie überhängend und damit nichts für schwache Nerven. Dafür ist die Aussicht phänomenal. Etwas ruhiger geht es die Abfahrt nach Vignes an, bevor die nächsten Serpentinen hinauf zur Pointe Sublime lauern. Wie gut, dass die Rückfahrt nach Mende über die Causse de Sauveterre und Chanac entspannt und gelassen erfolgt. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Mende – Col de Montmirat – Florac – Corniche des Cévennes – Saint-Jean-du-Gard – Col de l’Asclier – Le Vigan – Mont Aigoual – Meyrueis – Hures-la-Parade – Col de Coperlac – Sainte-Enimie – Col de Rieisse – La Malène – Les Vignes – Pointe Sublime – Chanac – Mende Highlight: Pointe Sublime. Ein Highlight im wahren Wortsinn ist der Aussichtspunkt am Rande der Hochebene Causse de Sauveterre. Besonders abends ist der Blick hinab in die Tarnschlucht ein Traum. Unten vollführt der Fluss eine seiner berühmten 90-Grad-Schleifen, sodass man das Panorama in zwei Richtungen genießen kann. Pässe-Info: Col de Montmirat 1046   6% -     33 Corniche des Cévennes 1016 12% -     58 Col de l’Asclier   905   8% -     36 Mont Aigoual 1576   9% -     22 Col de Coperlac    907   8% -     30 Col de Rieisse   946 12% -     24 Pointe Sublime   930 fehlt -     10
    Italien / Gardasee/Trentino
    Sie ist rund 60 Kilometer lang, überquert das Monte Baldo-Massiv von Nord nach Süd und gehört zu den Klassikern in den Alpen: die Monte-Baldo-Höhenstraße. In völliger Einsamkeit durchquert die »Strada Panoramica del Monte Baldo« eine raue und karge Hochalpenregion und legt über diese Tour, eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen auf der BikerBetten Seite, einen Hauch von Abenteuer. Tip: Einen perfekten Überblick über Motorradtouren am Gardasee bietet Dir unsere FolyMap Gardasee/Trentino Karte. Und für alle, die sich über die Region informieren möchten, empfehlen wir unseren Motorrad Reiseführer Dolomiten/Trentino/Gardasee. Weitere Motorradtouren am Gardasee findet man über unsere Motorradtouren Suche und die dazu passenden Motorradhotels am Gardasee findest Du über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche. Tipp der Redaktion: Kennt Ihr schon die schönsten Pässe und Panoramastraßen am Gardasee? Das sind unsere Highlights für Euch: Monte Baldo Höhenstraße Passo della Foppa Passo di Croce Domini Passo di tremalzo Unser Abenteuer startet in Mori. Das Schild mitten im Ort ist nicht zu übersehen, und schon wenige Minuten später liegt die Maschine in den ersten Kehren hinauf nach Brentonico. Der Belag ist tadellos und erlaubt einen zügigen Strich. In den wie vom Zirkel gezogenen Radien findet man schnell seinen Rhythmus. Das hübsche Brentonico kauert auf einer windigen Hügelkuppe, seine hauteng aneinander stehenden Häuser scheinen sich vor den Fallwinden des Monte Baldo regelrecht wegducken zu wollen. Nun verengt sich die Fahrbahn zusehends. Wir passieren San Giacomo. Eine Handvoll Kehren weiter, und die Kreuzung bei San Valentino ist erreicht. Wir fahren geradeaus und folgen den braunen Schildern Lago di Garda und Monte Altissimo. Zwei Tunnels folgen. Höllisch eng und niedrig. Es geht unter weit überhängenden Felsen hindurch, nur ein mickriges Mäuerchen trennt Reifen und Abgrund voneinander. Nervenkitzel garantiert. Nun schlägt die Höhenstraße einen weiten Linksbogen und erreicht schließlich den 1.425 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt Bocca di Navene. An dem genial gelegenen Berggasthof steigen wir ab. Der Blick von der Terrasse hinab auf den Gardasee und den Küstenort Navene macht den Halt an dieser Stelle zum absoluten Muss. Nirgends sonst entlang der Strecke gibt es ein beeindruckenderes Panorama. Während der Zucker im Cappuccino versinkt, bleibt etwas Zeit, sich Gedanken über den Monte Baldo zu machen. Das Bergmassiv ist 2.200 Meter hoch und entstand während der Eiszeit vor 500.000 Jahren. Unten am See besteht seine Vegetation aus Olivenbäumen, Zypressen und Steineichen. Die gehen allmählich in Tannen- und Buchenwälder über. Ganz oben blüht auf den Bergwiesen die für den Monte Baldo typische Vielzahl äußerst seltener Blumen und Pflanzen. Den »Garten Europas« nennen deshalb Botaniker den Monte Baldo. Im Schatten einiger Zweitausender kringelt sich das Sträßchen nun an der Bergflanke entlang. Pause vorbei. Cima delle Pozzette, Cima Valdritta und Tratto Spin heißen diese Gipfel. Gerade letzterer ist wegen seiner phantastischen Aussicht berühmt und viel besucht. Der ganze Gardasee liegt vor einem, dahinter reichen die weiß bedeckten Gipfel der Brenta-Dolomiten bis an den Horizont. Um diesen Blick genießen zu können, ist allerdings eine Fahrt mit der Seilbahn von Malcesine aus notwendig. Die Bahn verkehrt täglich zwischen 8.00 und 19.00 Uhr. Bis zur Mittelstation kann man mit dem Motorrad fahren, dann heißt es umsteigen. Unterwegs zweigt nach links das Sträßchen zur Kapelle Madonna della Nieve ab. Wer ihr folgt, kommt in den Genuss von sieben Kilometern voller Kurven und Kehren. Die letzten 200 Meter von der Kapelle aus zum Rifugio Monte Baldo sind geschottert. Hinter dem Cavallo di Novezza (1.433 m) beginnt der Abstieg. Rechts oben ist die Bergspitze Punta Telegrafo zu sehen. Sie bekam ihren Namen durch die Kundschafter Napoleons, die dem in der Po-Ebene wartenden Heer von hier oben aus Lichtsignale gaben. Über Ferrara geht es nach Spiazzi zum nächsten Stopp. Wegen der Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Die wurde im 16. Jahrhundert unter unvorstellbaren Anstrengungen in den fast senkrechten Fels hineingebaut. Der Blick auf die Kirche und das rund 700 Meter tiefer liegende Etschtal ist beeindruckend. Vom Parkplatz aus sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß zur Kirche. Auf dem Weg nach Caprino überwindet die Route in schönen Kehren noch den einen oder anderen Höhenzug. Hinter Caprino erreicht man über Pesina und Costermano bei Garda den See. Gerade im warmen Abendlicht bekommt der Ort einen ganz besonderen Charme. Außerdem zaubert die Natur an dieser Stelle des Sees die allerschönsten Sonnenuntergänge aufs Wasser. Dem Reiz dieser Bucht erlagen die Menschen schon im frühen Mittelalter. Als Erste errichteten im 5. Jahrhundert die Goten auf dem Rocca di Garda, dem Berg südlich des Ortes, eine Burg. Danach kamen die Langobarden, die Franken, die Skaliger und schließlich die Venezianer. Sie bauten am Ufer zahlreiche Villen und Paläste und legten damit den Grundstein für das heutige Garda. Altstadt und Promenade lassen sich am besten zu Fuß erkunden. Viele Gassen des historischen Kerns sind überbaut und überdacht. Schnell fühlt man sich hier wie im Mittelalter. Entlang der Uferpromenade steht ein Café am anderen. Zeit für einen kühlen Aperol Spritz. Der abendliche Rückweg am Ostufer entlang ist etwas fürs Gemüt. Würzige, milde Luft füllt Nase und Lungen. Lange Reihen von Zypressen zerteilen das golden glitzernde Wasser, Dunst hebt die Konturen zwischen Ufer und Gebirge auf. Das ist der Gardasee wie aus dem Bilderbuch. Tourlänge: ca. 130 km Roadbook: Mori – Brentonico – San Giacomo – San Valentino – Bocca di Navene – Kapelle Madonna della Nieve – Cavallo di Novezza – Ferrara – Spiazzi – Caprino – Pesina – Costermano – Garda – Torri – Malcesine – Nago-Torbole – Mori Highlight: Romantik pur: Kurz vor dem Sonnenuntergang sollte man sich von Garda aus auf den Rückweg machen. Denn an der ein Stück nordwestlich liegenden Punta San Vigilio soll es die schönsten Sonnenuntergänge am See geben. Pässe-Info: Monte Baldo Höhenstr.   1617  14 %   -   56km
    Österreich / Salzburger Land
    Startort Obervellach. Bunte Häuser, üppiger Blumenschmuck, gemütlicher Hauptplatz. Hautnah folgt die Strecke dem Lauf der Möll. Spielt das Wetter mit, ist der Ausblick grandios – links die 3.000er der Hohen Tauern, rechts die kaum niedrigeren Spitzen der Kreuzeckgruppe. Wir werfen einen Blick auf das aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Schloss Drauhofen mit den beiden siebenseitigen Türme und rollen anschließend durch das reizende, im Tal der Drau gelegene Spittal. Dessen Wahrzeichen ist Schloss Porcia, ein Renaissance-Bau im Stil eines italienischen Palazzos mit einem Hauch Venedig. Ein Nebensträßchen bringt uns kurvenreich über Seeboden und Treffling nach Gmünd, wo sich die Route für ein paar Kilometer auf die Bundesstraße 99 einklinkt. In Kremsbrücke setzen wir den Blinker rechts und biegen auf das „Kurgebiet“ dieser Runde ein, auf die einzigartige Nockalmstraße. Einzigartig? Wieso? Die Antwort: Man stelle sich eine Strecke von 35 Kilometern ohne eine menschliche Siedlung vor, ohne eine Spur von Zivilisation außer der einen oder anderen Einkehrmöglichkeit. Das ist in den Alpen in der Tat einzigartig. Hier gibt es sie noch, die unberührte Natur. Rehabilitation für Sinne und Nerven. 1971 geplant, 1981 eingeweiht, zirkelt die Nockalmstraße heute in 52 erholsamen Kurven zwischen den Mautstellen Innerkrems und Ebene Reichenau durch die runden Erhebungen, die wie Tafelberge aus dem Boden ragen. Vorbei am Nationalparkzentrum Nockalmhof kurven wir zum höchsten Punkt der Straße hinauf, der 2.042 Meter hohen Eisentalhöhe. Danach überqueren wir die 2.024 Meter hohe Schiestlscharte und erreichen in Ebene Reichenau wieder die Zivilisation. Tiefenentspannt wie wir jetzt sind, passt die Überquerung der Turracher Höhe (1.795 m) perfekt ins Konzept. Ein paar Kehren bergauf, ein paar bergab, der Rest sind runde, gleichmäßige Bögen. Der aussichtsreiche Parkplatz am Turracher See eignet sich gut für einen Pause. Anschließend folgen wir dem Murtal über Tamsweg bis Neuseß, wo wir nach Norden auf die Bundesstraße 99 einbiegen. Die B 99 ist eine österreichische Landesstraße, ebenfalls unter dem Namen Katschberg Straße bekannt. Sie verläuft parallel zur Tauern Autobahn. Die gut ausgebaute Fahrbahn überquert den Twenger Talpass (1.381 m) und den Radstädter Tauernpass (1.739 m) und fällt in den Pongau ein, einen der fünf Gaue des Bundeslandes Salzburg. Über den für seine alpinen Skirennen bekannten Ort Altenmarkt und das Städtchen St. Johann gelangen wir nach Bischofshofen. Dort lauert das nächste fahrerische Schmankerl – die Überquerung des Dientner Sattels (1.370 m). Die Ost-West-Richtung passt perfekt, da die Ostseite mehr Kurven und eine höhere Steigung aufweist. Die gesamte Strecke ist mit einem hohen Genussfaktor ausgestattet. Im unteren Abschnitt geht es auf griffigem Asphalt durch schnelle Wechselkurven, dann folgen die ersten Serpentinengruppen hinauf zum Sattel. Grauer Granit, marmoriert mit Schneeresten, ragt oberhalb der Baumgrenze in den blauen Himmel. Davor typische Alpenhäuser mit Holzfassade. Wir überholen eine Gruppe drahtiger Rennradler. In Lend erreichen wir das Tal der Salzach und zielen geradewegs ins Gasteiner Tal hinein. Bis ins 20. Jahrhundert war dieses abgeschiedene Tal nur über Bergpfade und eine schmale Straße erreichbar, erst in den 1950er-Jahren setzte der klassische Urlaubstourismus ein. Und das sieht und fühlt man heute noch – man fährt durch die hübschen Kurstädte Bad Hofgastein und Bad Gastein, widmet seine Aufmerksamkeit ganz dem Bergpanorama und lässt die Seele baumeln. Gerne als „Monte Carlo der Alpen“ bezeichnet, liegt Bad Gastein nebelfrei auf 1.000 Meter Höhe mitten in den Hohen Tauern. Seine charmanten Häuser aus der Belle Epoque ziehen sich charakteristisch den steilen Hang hinauf. Wie wäre es mit einem kühlenden Sprung in den Badesee von Bad Gastein? Die Muskeln lockern sich beim Schwimmen, der Kopf wird frei, die Seele tankt auf. Dann wird es logistisch interessant: Die Tauernschleuse wartet. So wird die Auto- und Motorradverladung genannt, die zwischen Böckstein und Mallnitz per Eisenbahn direkt unter der 2.832 Meter hohen Gamskarlspitze hindurchführt. Die Züge verkehren jede halbe Stunde, die Fahrtzeit beträgt wenige Minuten. Zeit zum Reflektieren. Hinter Mallnitz machen wir einen kurzen und lohnenswerten Umweg zur Burg Groppenstein und bestaunen die weißen Mauern dieser prachtvollen Anlage. Weiter Richtung Obervellach. Gepflegte Fahrbahn, weite Bögen, traumhafte Panoramen – ein passender Schluss dieser Anti-Stress-Tour. Tourlänge: ca. 360 km Roadbook: Obervellach – Schloss Drauhofen – Spittal – Seeboden – Treffling – Gmünd – Kremsbrücke – Nockalmstraße – Ebene Reichenau – Turracher Höhe – Predlitz – Tamsweg – Neuseß – Twenger Talpass – Tauernpass – Altenmarkt – St. Johann – Bischofshofen – Dientner Sattel – Lend – Bad Hofgastein – Bad Gastein – Böckstein – Mallnitz – Burg Groppenstein – Obervellach Highlight: Die Katschberg Straße. Die B 99 verläuft von Spittal nach Bischofshofen. Sie ist ca. 114 km lang und erklimmt mit dem Radstädter Tauernpass (1.739 m) ihren höchsten Punkt. Die Katschberg Straße ist mit einer Steigung von 15 % und sehr engen Kehren und Kurven durchaus eine Herausforderung. Pässe-Info: Nockalmstraße             2042     10 %   11-5     34km Turracher Höhe            1783      23 %      -        30km Twenger Talpass          1381     14%      -        12km (von Mauterndorf kommend) Radstädter Tauernpass 1739      15 %     -         42km Dientner Sattel             1357     15 %     -         11km
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