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    Deutschland / Brandenburg | Berlin
    Auf kleinen und kleinsten Straßen führt diese Tour de Natur durch die romantischen, einsamen Wälder der Mark Brandenburg. Meist auf Asphalt, oft aber auch auf Naturbelag. Vom Startort Ahrensdorf geht es direkt über Kossenblatt und Briescht nach Trebatsch. Dann weiter nach Ressen und anschließend um den Schwielochsee herum. An Hoffnungsbay vorbei. Der kleine Ort hat wirklich einen amerikanisch klingenden Namen. Wie viele Dörfer in der Mark Brandenburg. Philadelphia, Neu-Boston – alles Relikte der Siedlungspolitik Friedrichs des Großen. Als Kriege im 16. und 17. Jahrhundert ganze Dörfer ausrotteten, lockte der Alte Fritz Menschen aus Süddeutschland hierher. Für viele, die eigentlich in die Neue Welt auswandern wollten, endete der Traum von Amerika also östlich von Berlin. Lange Allen Am Ostufer des Schwielochsees entlang geht es über Pieskow und Niewitsch nach Friedland. Immer wieder blitzt das Blau des Wassers zwischen den Bäumen hindurch. In Friedland Richtung Osten. Unendlich lange Alleen saugen uns auf. Die Ortsdurchfahrten von Treppeln, Bahro und Weichendorf verlangen die volle Auf- merksamkeit. Je mehr man sich der Oder und der polnischen Grenze nähert, desto intakter ist die Natur. Man hat sie hier offensichtlich in Ruhe gelassen. Es gibt ganze Dörfer mit baumbestandenen Hauptstraßen. Herrliche Alleen, die von den Kettensägen übereifriger Beamter verschont blieben. Ein Schild weist in Neuzelle den Weg zur Klosterkirche. Das als Barockwunder bekannte Bauwerk übertrifft die kühnsten Erwartungen. Wer es zum ersten Mal betritt, ist vom Prunk überwältigt: 600 religiöse Figuren, Marmor, goldbemalte Holzschnitzereien, Deckengemälde, Stuckarbeiten, ein Dutzend Altäre – fast unglaublich. Über Möbiskruge kurven wir nach Eisenhüttenstadt. Dort steht die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründete deutsche Stadt. Sie wurde 1951 zusammen mit einem gigantischen Eisenhüttenombinat aus dem märkischen Sandboden gestampft. Quasi das Wolfsburg der DDR. Wer einfach durchfährt, wird kaum mehr sehen als die aus anderen Städten bekannten sozialistischen Plattenbauten. Dabei lässt sich die Geschichte der DDR nirgendwo so komprimiert verfolgen wie in Eisenhüttenstadt. Zum Beispiel in den Wohnkomplexen der 1950er- und 60er-Jahre. Schon damals errichtete man zwischen den Häusern parkähnliche Grünräume, Innenhöfe, Kolonnaden und Torbögen. Mehr als 90 Skulpturen, Plastiken und Wandbilder lockern das Stadtbild auf. Relikte aus der DDR-Zeit Seit der Wende wurde hier viel renoviert und verändert. Die anfangs belächelte Sammlung von Alltags- gegenständen aus der DDR-Zeit ist mittlerweile auf 40 000 Objekte angewachsen. Zu schnell wurde alles weggeworfen und durch West-Produkte ersetzt. Doch das Dokumentationszentrum sicherte sich rechtzeitig Bussy-Lippenstifte, Stella-Fernseher, Praktiker-Hefte und Präsent-20-Anzüge. Eine kurze Etappe auf der B112 folgt, dann geht es wieder ans Eingemachte. Über Politz nach Rießen, um die Rießener Berge herum und weiter nach Müllrose. Schmale Sträßchen mit griffigem Belag und wenig Verkehr. Unbeschwertes Motorradfahren durch eine bildhübsche Waldlandschaft. Auf den lichten Flächen grasen Heidschnucken. Ziegelroter Backstein prägt das Städtchen Beeskow. Uralte Häuser klammern sich an raues Kopfstein- pflaster. Auch Fontane fand an Beeskow Gefallen. Auf seine Art. 1862 schrieb er in sein Reisetagebuch: „Beeskow ist nicht so schlimm wie es klingt.“ Typisch Fontane! Kerzengerade zielt die B246 nach Westen. Motorradfahrerisch keine Offenbarung. Dafür lässt sie uns viel Zeit, die vorüberziehende märkische Landschaft zu betrachten. Die hat das mehr als verdient. In Glienicke rechts ab zur Umrundung des Scharmützelsees. Traumhafte Blicke nach links übers Wasser. Eine Allee aus Obstbäumen führt mitten nach Bad Saarow-Pieskow hinein. Auf der gegenüberliegenden Seeseite warten nicht nur schöne Aussichten, sondern unten an der B246 im Bikertreff Wendisch Rietz ein Pausensnack in Form von Bockwurst und Kartoffelsalat. Runde um den See Von Storkow aus starten wir die Rundfahrt um den Wolziger See. Wegen der reizenden Waldsträßchen und wegen der Dörfer mit den amerikanischen Namen. Gleich hinter Storkow taucht Neu-Boston auf. Weiter geht es um den See herum. In Groß Schauen weist ein Schild den Weg nach Philadelphia. Wir fahren auf der B246 zweieinhalb Kilometer zurück und biegen dann rechts nach Bugk und Kehrig ab. Wieder surrt der raue, griffige Asphalt eines kleinen Waldsträßchens unter uns hindurch. Die Bäume stehen dicht an dicht und lassen kaum einen Sonnenstrahl passieren. Kleinere und größere Seen flitzen vorüber. Über Limsdorf erreichen wir wieder Ahrensdorf. Wen jedoch die Sucht nach Natur gepackt hat, der lenkt sein Bike an der letzten Kreuzung nach Süden, wo eine Bootsfahrt im Spreewald lockt.
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    Schweiz / Waadt / Frankreich
    Rund um den Genfer See führt eine abwechslungsreiche und landschaftlich richtig schöne Uferstrecke. Mediterranes Ambiente und tolle Panoramen wechseln sich im Minutentakt ab. Die Tour ist eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Der Genfer See ist der wasserreichste See Mitteleuropas. Seine rund 170 Kilometer lange Uferstraße wollen wir heute ab der schönen Stadt Genf unter die Reifen nehmen. Schon nach einigen Minuten entlang des Nordufers verebbt der Genfer Trubel. Versoix, das kleine Städtchen mit dem großen Hafen taucht auf. Im Café, gleich neben der Mole und mit Sicht auf das glitzernde Wasser, lässt sich die beschauliche Postkartenidylle am besten genießen. Ab Versoix beginnen die interessanten Weingüter entlang des Seeufers. Hochherrschaftliche Häuser ragen umgeben von schattenspendenden Laubbäumen in den Himmel. Ihnen zu Füßen liegen die langen, schnurgeraden Reihen der Reben. La Côte nennen sich die hervorragenden sonnenverwöhnten Lagen. Nyon, das ehemalige Römer- und Fischerdorf, empfängt uns mit gewaltiger Blumenpracht und himmlischer Ruhe. Einmal im Jahr ist es damit allerdings vorbei. Ende Juli fallen beim Paléo Festival über 200 000 Besucher in die Stadt ein, um drei Tage lang bei Rock, Pop und Folk abzurocken. Durch Nyons kleine Gassen kurven wir hinauf zum Schloss. Auf der dem See zugewandten Seite des Gemäuers präsentiert sich uns ein fantastischer Blick über den Ort und den See – ockerfarbene Ziegeldächer, gespickt mit unzähligen Erkern, Gauben und Türmchen, schmale Sträßchen und in der Ferne lässt sich bei guter Sicht das gewaltige Massiv des Mont Blanc erkennen. Weiter geht’s entlang der Uferstraße. In Rolle, dem einstigen Hauptort des Kantons Waadt, reihen sich die Häuser mit ihren einladenden Geschäften und Bistros, schönen Fassaden mit unzähligen Klappläden. Im historischen Stadtkern finden sich noch zahlreiche Patrizierhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und gleich am Seeufer errichteten die Grafen von Savoyen das Schloss von Rolle. Gut zwanzig Kilometer weiter folgt Lausanne, die fünftgrößte Stadt der Schweiz. Es gibt viel zu gucken, unzählige Geschäfte mit bunten Auslagen, viele Cafés und vor allem jede Menge Limousinen und Sportwagen, die scheinbar gerade den Ausstellungsräumen der teuersten Autohäuser entsprungen sind. Am zentralen Hafen Lausannes lasse ich das Motorrad ausrollen. Ein paar Schritte durch das sprudelnde Stadtleben müssen einfach sein, die Kantonshauptstadt ist schließlich reich an Kultur, Sehenswürdigkeiten und Kontrasten. Kaum sind wir wieder heraus aus Lausannes Treiben, biegen wir ab auf die Route de Vin. Mit der  herrlichen Landschaft des Lavaux beginnt einer der schönsten Abschnitte entlang des Genfer Sees. Hier startet auch die Corniche de Lavaux, die sich durch steile Weinterrassen immer Höher durch  eines der bekanntesten schweizer Weinbaugebiete windet. Es geht malerisch hoch über der Küste entlang und die herrlichen Panoramen wirken fast wie die Blicke von den grandiosen Corniches bei Nizza. Lecker wird es am Ende der Corniche in Vevey. Der Ort ist heute ein wichtiges Zentrum der Schokoladenindustrie. Hier wurde die erste Schokoladenfabrik der Schweiz gegründet, dabei entstand auch die eine oder andere kleine Schokoladenmanufaktur. Viele der süßen Köstlichkeiten finden sich in den Schaufenstern und Theken der Veveyer Läden wieder. In Montreux müssen wir unserem musikalischen Held die Referenz erweisen. Freddy Mercury, Frontmann von Queen und musikalisches Ausnahmetalent, verbrachte in Montreux seine letzten Lebensjahre. Am Seeufer steht eine beeindruckende Statue von ihm, überlebensgroß, in wohlbekannter Pose, ganz so, wie ihn seine Fans liebten. In großem Bogen umkreisen wir das Ende des Genfer Sees. Bei Chessel überqueren wir die Rhône, wenig später beginnt bei St. Gingolph der französische Teil des Seeufers. Hier liegt die Uferstraße zumeist gleich am Wasser. Mellerie, der kleine romantische Ort, bietet sich für einen kurzen Abstecher an. Es gibt einladende, freundliche Cafés entlang des Ufers – genau der richtige Ort, um sich ein bisschen mit Koffein zu stärken. Ein Getränk der ganz anderen Art präsentiert einige Kilometer weiter Évian-les-Bains. Seit 1826 wird hier das weltweit bekannte Evian-Mineralwasser aus der Cachat-Quelle abgefüllt. Hinter Thonon-les-Bains verlassen wir die Hauptstraße, folgen den Schildern nach Yvoire. Das Blumendorf darf sich offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählen. Hierher locken mittelalterliches Ambiente, unglaublicher Blumenschmuck, ein schnuckeliger, kleiner Hafen und das Schloss mit seinen urigen Türmchen. Ab hier folgen wir dann weiter dem Südufer und rollen bald wieder hinein in das Treiben der Genfer Innenstadt. Roadbook: Genf, Versoix, Nyon, Rolle, Lausanne, Corniche de Lavaux, Vevey, Montreux, Chessel, St. Gingolph, Mellerie, Évian-les-Bains, Thonon-les-Bains, Yvoire, Genfer. Start- / Zielort: Genf / Genf Länge: 170 km Highlight: Wissenswertes – Der Genfer See, im französisch-sprachigen Raum Lac Léman genannt, ist nach dem Plattensee der zweitgrößte See Mitteleuropas. Durch seine Tiefe bis zu 310 Metern ist er dafür aber der wasserreichste. Er liegt im Südwesten der Schweiz, das Nordufer ist schweizerisch, fast das gesamte Südufer gehört zu Frankreich. Seine Umrundung entlang der Uferstraße ist etwa 170 Kilometer lang. Die Fischerei auf dem Genfer See findet heute nur noch in ganz kleinem Rahmen statt. Es gibt nur noch wenige Berufsfischer. Dafür hat die Personen- und Ausflugsschifffahrt enorm gewonnen. Eine Tour mit einem der zahlreichen Schiffe über den See ist fast wie eine kleine Kreuzfahrt und besonders bei sonnigem Wetter der pure Genuss.
    Frankreich / Normandie
    Die französische Alabasterküste in der Normandie fasziniert mit den höchsten Steilklippen am Ärmelkanal, mit einladenden Hafenstädtchen und herrlich aussichtsreichen Küstenstraßen. In Dieppe, der quirligen Hafenstadt an der Mündung des Flusses Arques, beginnt diese abwechslungs- und aussichtsreiche Tour entlang der Küste des Ärmelkanals. Die beeindruckende Burg der Stadt, das geschäftige Treiben in den Gassen des schönen und interessanten Zentrums, aber auch der riesige, breite Strand locken zu einem ausgiebigen Besuch des Hauptortes der gleichnamigen Arrondissements. Nicht verpassen sollte man auch den fantastischen Ausblick von der Aussichtsterrasse gleich oberhalb des Châteaus am Boulevard de la Mer. Von hier aus lässt sich dann auch gleich in Richtung Südwesten entlang der Küste starten. Die Küstenstraße D75 schlängelt sich direkt hinter der Stadtgrenze durch grünes Land. Oberhalb der Kreidefelsen führt sie durch Weiden und Wiesen bis nach Pourville-sur-Mer, wendet sich dort vorerst vom Meer ab, um bei Quiberville erneut direkt entlang der bildschönen Alabasterküste zu verlaufen. Sotteville-sur-Mer und Veules-les-Roses mit ihren netten Promenaden führen uns weiter nach Saint-Valery-en-Caux, für uns eines der interessantesten Städtchen dieses Küstenabschnittes. Die uralten Häuser am riesigen Yachthafen, der alte Leuchtturm aus dem Jahr 1872 und die einladenden Cafés und Bars der Hafenstadt verleihen einen urigen Flair und der wirklich sehenswerte Aussichtspunkt Falaise d'Aval am nordwestlichen Stadtrand erlaubt einen tollen Blick auf die schönsten Abschnitte der berühmten Steil- und Kreideküste. Über Veulettes-sur-Mer geht es weiter nach Saint-Pierre-en-Port. Kurz vor dem Hafenort Saint-Pierre-en-Port sollte man jedoch unbedingt den Abstecher an die Felsformationen der Les Grandes Dalles machen. Die riesigen alabasterfarbenen Kreidefelsen, die hier weit über 100 Meter über dem tiefblau schimmernden Meer in den Himmel ragen, gaben dem gesamten Küstenabschnitt ihren Namen. Dutzendfach wurden sie gemeinsam mit den naheliegenden etwas kleineren Petites Dalles auf den Werken der alten Meister abgebildet. Es ist schon enorm beeindruckend, diese mächtigen Kreidefelsen so hoch über sich aufragen zu sehen. Einige Kilometer westlich erreichen wir Fécamp. Der einladende Hafenort mit seinen riesigen Kiesstränden ist sehr beliebt. Hier ist fast immer etwas los, in den Bars und Restaurants direkt am Hafen gibt es leckere Fischgerichte und im historistischen Palais Bénédictine aus dem 19. Jahrhundert wird der köstliche Kräuterlikör Bénédictine destilliert, den man unbedingt mal probieren sollte. Der einstige Fischerhafen Yport liegt sehr idyllisch inmitten steiler Kreidefelsenklippen etwa mittig zwischen Fécamp und Ètretat. Er geht bisweilen etwas unter zwischen den beiden bekannten Bade- und Hafenorten, ein Besuch lohnt sich aber. Sehr bekannt ist dagegen Ètretat, nicht zuletzt dank der 70 Meter hohen, schneeweiß im Meer leuchtenden Felsnadel Aiguille und der weiteren urigen Felsformationen der dortigen Kalksteinküste. Die locken jährlich viele Zehntausende Besucher an die Alabasterküste. Auf der weiteren Küstenstrecke in Richtung Le Havre, der größten Stadt der Normandie, lockt noch der Abstecher hinunter an den Ölhafen Port pétrolier in der Nähe des Cap d'Antifer. Hier gibt es ein sehr einladendes Strandcafé mit leckerem Essen und der Blick in Richtung Süden entlang der weiteren Steilküste ist legendär. Le Havre ist nicht nur die größte Stadt der Normandie, sondern auch der zweitgrößte Hafen Frankreichs. Die hochinteressante Stadt mit ihrem modernen Stadtkern, den ewig langen Promenaden und der sehenswerten Küstenlinie bietet reichlich Stoff für lange Besuche. Südöstlich von ihr führt die spektakuläre Pont de Normandie über die Mündung der Seine. Sie verbindet mit den Städten Le Havre und Honfleur die Haute-Normandie mit der Basse-Normandie. In Honfleur, der bildschönen Hafenstadt im Département Calvados, beenden wir unsere Tour entlang der Alabasterküste. Aus dem einst eher unbedeutenden Hafen- und Fischerörtchen ist dank seiner gut erhaltenen Altstadt und der schönen Anlagen ein heute recht beliebter Urlaubsort geworden, in dem sich ein Besuch unbedingt lohnt. Roadbook: Dieppe, Pourville-sur-Mer, Quiberville, Sotteville-sur-Mer, Veules-les-Roses, Saint-Valery-en-Caux, Veulettes-sur-Mer, Les Grandes Dalles, Saint-Pierre-en-Port, Fécamp, Yport, Ètretat, Port pétrolier am Cap d'Antifer, Le Havre, Honfleur. Start- / Zielort: Dieppe / Honfleur Länge: 165 km Highlight: Pont de Normandie – Die 1995 eröffnete, 2141 Meter lange Brücke gilt mit einer Spannweite von 856 Metern als größte Schrägseilbrücke Europas. Ihre Bauzeit betrug sieben Jahre. Sie führt in 52 Metern Fahrbahnhöhe über die Seine-Mündung, ihre Gesamt-Höhe beträgt 203 Meter. Die Maut für Autos beträgt bis zu 13,50 Euro, Motorradfahrer dürfen umsonst. Die Überfahrt ist ein tolles Erlebnis. Bei schwerem Sturm wird die Pont de Normandie auch schon mal komplett geschlossen.
    Italien / Ligurien Toskana
    Man muss nicht unbedingt Vegetarier oder gar Veganer sein, um an dieser Tagestour durch das ligurische Hinterland Geschmack zu finden. Garantiert ist für jeden Gaumen etwas dabei. Sie heißen Trombette und stammen ursprünglich aus Albenga. Gemeint sind die mild und leicht nussig schmeckenden Zucchini, die man häufig an der ligurischen Küste zum Kauf angeboten bekommt. Im Unterschied zu den herkömmlichen Zucchini sind die Trombette schmäler, länger und haben eine hellgrüne Farbe. Wer auch immer abends in der Ferienwohnung oder vor dem Zelt ein Essen zubereitet – eine Portion Trombette dürfen als Gemüseanteil nicht fehlen. Neben seinen speziellen Zucchini hat Albenga auch noch eine bezaubernde Altstadt zu bieten und empfiehlt sich dadurch als perfekter Ausgangspunkt zu dieser Tour. Das historische Zentrum wird von einer Stadtmauer umschlossen und macht durch seine hohen und schlanken Türme auf sich aufmerksam. Diese ehemaligen Wohntürme der Adligen gibt es sonst so nur noch in San Gimignano. Um in den kriegerischen Zeiten des Mittelalters in Ruhe wohnen und schlafen zu können, zogen sich die Menschen in die oberen Stockwerke dieser Türme zurück. Entlang flächendeckender Obst- und Gemüsegärten führen die ersten Kilometer der Tour nach Ceriale und Borghetto und weiter hinauf zur Sella di Alzabecchi (807 m). Guter Belag, flüssig zu fahren, eine geschmeidige Angelegenheit. Rund um das kleine Dorf Carpe wechseln sich gut angelegte Kehren mit aussichtsreichen Geraden durch den karstigen Berghang ab. Vorbei an dem halb verfallenen Bergrestaurant geht es hinab nach Strada. Die folgende Auffahrt zum Colle Scravaion (814 m) schlängelt sich mit wenig Steigung durch den Wald. Ganz anders die Abfahrt: Mit ihren spektakulären in den Fels gehauenen Serpentinen ist sie das Beste, was diese Region fahrerisch zu bieten hat. Unterwegs kommt man an zwei Burgruinen vorbei und fährt durch ein mittelalterliches Dorf. Der Ort heißt Castelvecchio di Rocca Barbena, gilt als eines der hübschesten Bergdörfer der Region und ist Mitglied in der Vereinigung der schönsten Orte Italiens. Wie geschaffen für eine kleine Pause zwischendurch mit Cappuccino und Brioche con Marmellata (Aprikosenmarmelade) oder Crema. (Vanillecreme). In der Regel bedient man sich in italienischen Bars an der Theke selbst und nimmt das Brioche mit einer Serviette aus der Vitrine. Eine zügige Verbindungsetappe bringt uns hinüber ins Valle Pennavaria. Die Auffahrt zum Colle di Caprauna zieht sich lange hin. Der Belag ist ordentlich, die Strecke flüssig zu fahren. Immer wieder eingestreute Kehren sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Für eine kurze Beschleunigung der Pulsfrequenz sorgt ein zweihundert Meter langer, dunkler Felstunnel. Nach dem Genuss des Panoramas von der einsamen Passhöhe stürzen wir uns in die wesentliche kürzere Abfahrt hinab ins Tal des Flusses Tanaro. Entspannt bringt uns die Provinzialstraße 428 am Wasser entlang nach Ormea. Wir befinden uns nun im Piemont. Ormea liegt auf 740 Meter Höhe und empfängt uns mit engen Gassen und mittelalterlicher Bausubstanz. Zeit für die Mittagspause? Dafür ist Ormea der passende Platz. Weiter auf der 428 am Tanaro entlang nach Garessio. Der Ort liegt idyllisch in einem von Kastanienwäldern bestandenen Hochtal. Danach wird’s spannend: Ein schmales, einsames Bergsträßchen zirkelt vom Tal aus ins Gebirge hinein, liefert die eine oder andere Schräglage und trifft schließlich in Calizzano auf die Richtung Colle di Melogno führende Hauptstraße SP 490. Die beginnt in Sachen Belag recht anständig, um weiter oben schlechte Manieren zu zeigen. Besonders die vielen Längsrillen entpuppen sich als heikle Angelegenheit. Ruinen von ehemaligen Steinbaracken kündigen das Forte Centrale an. Es steht auf der Passhöhe (1.028 m) und stammt aus dem Jahr 1883. Die Straße quetscht sich mitten durch die historischen Gebäude des Forts. Die Anlage wurde von den Liguriern als Verteidigungsposten errichtet, um diesen wichtigen strategischen Posten gegen die Piemonteser zu schützen. Dahinter nimmt sich die Route in eleganten Kurven die Westrampe des Passes vor. Die gefällt mit astreinem Belag und weiten Ausblicken auf das Meer und die Bergwälder Liguriens. Im Ortsteil Marina von Finale Ligure hat uns die Riviera wieder. Das gemütliche Badestädtchen ist ein echtes Juwel. Ein breiter, feinsandiger Küstenstreifen, eine von Palmen gesäumte Strandpromenade, schöne alte Stadthäuser mit Arkaden schmücken den Ortskern. Dass wir gerade jetzt in Marina Ligure einlaufen, ist ein Glückfall, passt doch die Stunde exakt zum Aperitif. Während dieser für jeden Italiener wichtigsten Phase des Tages trifft man sich nach der Arbeit und vor dem Abendessen, um zur Ruhe zu kommen, Appetit aufzubauen und ein wenig zu plaudern. Ein Ende dieser Tagestour ohne Aperitif – völlig unmöglich. Tourlänge: ca. 170 km Roadbook: Albenga – Ceriale – Borghetto – Sella di Alzabecchi – Strada – Bardineto – Colle Scravaion – Castelvecchio di Rocca Barbena – Valle Pennavaria – Colle di Caprauna – Ormea – Garessio – Calizzano – Colle di Melogno – Finale Marina – Albenga Highlight: Der Aperitif nach der Tour. Ein Klassiker ist der Aperol Spritz, ein Mixgetränk aus Prosecco und dem Bitter Aperol. Gerne getrunken wird auch Campari in allen Variationen oder ein Glas Prosecco pur. Wer noch fahren muss, greift zum alkoholfreien San Bitter oder Crodino. Dabei handelt es sich jeweils um ein Gemisch aus Wasser, Kräuterextrakten, Aromen und Zucker. Als norditalienische Besonderheit werden zum Aperitif Häppchen gereicht, die schnell mal die Ausmaße eines Imbisses annehmen können. Das sind in der Regel Erdnüssen, Kartoffelchips, belegte Brotscheiben, Käse, Oliven oder Pizzastücke. Pässe-Info: Colle Scravaion   814   7%     17km Colle di Caprauna 1379  11% 16km Colle di Melogno 1028  9%     10km
    Österreich / Steiermark
    Südwestlich von Graz liegen die Lavanttaler Alpen, deren Gipfel die 2.000-Meter-Marke locker übersteigen. Wenig befahrene Straßen kurven durch diese Gebirgsregion und machen daraus ein Motorradparadies. Touristisch nicht überlaufen, motorradfahrerisch eine Herausforderung. Die Motorradtour " Vom Motorradsattel in den Pferdesattel" ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Solltest Du noch keine Unterkunft haben, dann findest Du passende Motorradhotels in der Steiermark über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche. Für alle, die sich über die Region und die Pässe in der Umgebung informieren möchten, empfehlen wir unsere Spezialkarte FolyMap Alpenpässe oder unsere FolyMaps Motorradkarten-Set Alpen Österreich Schweiz. Darüber hinaus findest Du weitere interessante Produkte in unserem Shop. Wer an Österreich und Motorrad fahren denkt, der denkt an Tirol, an die großen Pässe zu Italien und an den Großglockner. An die Steiermark garantiert nicht. Was schade ist, denn in diesem südöstlichen Bundesland Österreichs gibt es sehr wohl Mittelgebirge und alpine Regionen, die zum Motorradfahren geradezu herausfordern. Unsere Rundtour durch die Lavanttaler Alpen starten wir in Graz, in der Landeshauptstadt. Mit 290.000 Einwohnern nach Wien die zweitgrößte Stadt Österreichs, blickt Graz auf eine lange Geschichte zurück. Schon die Römer siedelten im Grazer Feld, später die Slowenen, deren Wort „Gradec“ für „kleine Burg“ der Stadt ihren Namen gab. Die Grazer Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso Schloss Eggenberg. Klarer Fall also: Vor der Tour bummeln wir ausgiebig durch das Grazer Zentrum und trinken vielleicht einen Mokka, wie der Espresso in Österreich heißt, oder eine Melange (halb Kaffee, halb Milch) oder einen kleinen Braunen, der aus einem Mokka mit Milch oder Schlagobers (Sahne) besteht. Über Seiersberg verlassen wir Graz in südliche Richtung nach Lieboch, um dort die B 70 Richtung Westen nach Köflach zu nehmen. Gepflegter Asphalt mit weiten Bögen empfängt uns hier. Genau das Richtige, um in aller Ruhe die Sahne vom Kaffee heute Morgen zu verdauen. Köflach taucht auf. Im Ortsteil Piber werden die berühmten Lipizzanerpferde gezüchtet. Sie gelten als die älteste Kulturpferderasse der Welt. Früher im slowenischen Lipica gezüchtet, kommen die Fohlen mittlerweile im steierischen Köflach zur Welt. 95 Prozent der Lipizzaner sind Schimmel, werden jedoch dunkel geboren und erst zwischen sechs und zehn Jahren weiß. Die meisten Pferde gehen an die Spanische Hofreitschule in Wien, wo sie nach der klassischen Reitkunst ausgebildet werden. Hinter Köflach ändert die Straße nicht nur ihre Nummer von 70 in 77, sondern wechselt auch ihren Charakter. Die Bögen werden enger, immer mehr Kurven werfen sich vors Vorderrad, bis der steile Schlussspurt auf den Gaberl uns alle Register ziehen lässt. Eine Motorradstrecke vom Feinsten. Der Gaberl Pass liegt auf 1.547 m Höhe und diente schon den Römern zur Überquerung dieses Teils der Stubalpe. Auch die Abfahrt lässt uns die Schräglagen in vollen Zügen genießen, und so bedauern wir es fast, dass die Route ein Stück vor Kleinlobming links abzweigt. Aber keine Angst: Der Kurventanz geht weiter. Ein schmales, im oberen Teil recht holperiges Sträßchen zirkelt zum 1.543 Meter hohen Hirschegger Sattel hinauf. Die Abfahrt verläuft etwas ruhiger, streift den Ort Hirschegg, klinkt sich dann in die B 70 ein, um anschließend den Packsattel zu stürmen. Nur 1.169 Meter ist er hoch, dieser Alpenübergang, beschenkt uns aber reich mit Fahrspaß. Kaum im Tal angelangt, wartet mit der Passstraße über die 1.668 Meter hohe Weinebene das nächste Schmankerl. Die Kurven fallen diesmal etwas weiter aus, machen aber dennoch viel Freude. Schmale Fahrbahn, oft geflickt – hier ist Konzentration gefragt. Deutschlandsberg mit seiner mächtigen Burganlage kommt in Sicht. Hinter der Stadt, die man übrigens mit Betonung auf der zweiten Silbe ausspricht, fahren wir über Frauental nach Groß St. Florian, um ab dort über St. Martin und Steyeregg nach Eibiswald zu kurven. Die hübsche Gemeinde verfügt trotz ihrer nur 1.400 Einwohner über ein eigenes Kino, das vom Fleischermeister betrieben wird. Die lang gezogenen Kurven der B 69 bringen uns zügig nach Leutschach und Schlossberg, in dessen Nähe mitten in einem Park das romantische Schloss Trautenburg steht. Fast parallel zur Grenze nach Slowenien kurven wir nun auf der Südsteirischen Weinstraße zwischen Rebhängen hindurch nach Osten und biegen dann nach Norden Richtung Wagna und Leibnitz ab. Leibnitz, die Wein- und Kulturstadt, besitzt ein gemütliches Zentrum mit Hauptplatz, Rathaus, Mariensäule und Schloss. Die Schlussetappe dieser Tour führt uns mehr oder weniger eng am Ufer der Mur entlang. Die in den Niederen Tauern entspringende Mur ist der wichtigste Fluss der Steiermark. Auf ihrer Länge von 450 Kilometern fließt sie noch durch Slowenien und Kroatien und mündet schließlich an der kroatisch-ungarischen Grenze in die Drau. Uns hingegen bringt sie direkt nach Graz zurück. Einer der bekanntesten Söhne von Graz ist ein gewisser Arnold Alois Schwarzenegger, der 1947 hier geboren wurde. Obwohl er heute in den USA lebt, ist der „Gouvernator“ in seinem Herzen noch immer Österreicher oder besser gesagt Grazer. Und darauf sind die Grazer ziemlich stolz. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Graz – Seiersberg – Lieboch – Köflach – Gaberlpass – Hirschegger Sattel – Packsattel – Sankt Gertraud – Weinebene – Deutschlandsberg – Frauental – Groß St. Florian – St. Martin – Steyeregg – Eibiswald – Leutschach – Schlossberg – Leibnitz – Graz Highlight: Der Besuch beim Lipizzanergestüt Piber in Köflach. Täglich finden mehrere Führungen statt. Auf spannende Weise erfährt man hier alles über Zucht, Haltung und Geschichte dieser eleganten weißen Pferde. Sogar beim Training in der Reithalle darf zugeschaut werden. Pässe-Info: Gaberlpass                  1551       6 %    -    52km Hirschegger Sattel        1543     16 %    ?    27km Packsattel                    1169     10 %    -     21km Weinebene                   1668     16 %    -     43km
    England / Wales
    Snowdonia, hier ist Wales am ursprünglichsten. Raue Landschaften, schroffe Berge, glasklare Seen, herrliche Strände – dazwischen versprechen urige Bergstrecken viel Abwechslung und jede Menge Fahrspaß. Stellvertretend für die vielen tausend Kilometer fantastischer Straßen in Wales stellen wir hier eine abwechslungsreiche Runde rund um Snowdonia vor. Snowdonia, das ist das Land rund um den höchsten Berg von Wales, den Snowdon. Hier trainierte Sir Edmund Hillary seine Besteigung des Mount Everest. Aber auch wer nicht so hoch hinaus will, findet in der dramatischen Berglandschaft beeindruckende Panoramen und eine unvergleichliche Natur, durch die nicht weniger faszinierende Straßen führen. Kaum haben wir den schönen Marktflecken Llangollen in nördlicher Richtung verlassen, schwingt sich die A542 in die Höhe. Mit dem River Dee im Rückspiegel geht es bergan durch die grüne, bergige Landschaft. Je höher es geht, umso karger wird die Landschaft. Bald fällt der Blick weit auf die umliegenden Berge und schon passieren wir den legendären Horseshoe Pass. Wenige Meter weiter liegt der Horseshoe Pass Viewpoint und keine Minute später rollen wir am Ponderosa Café aus. Das Café und B&B ist ein beliebter Motorradtreff, hier kommt man fast immer schnell ins Gespräch, die Bedienung ist extrem freundlich, das Essen richtig lecker – ein Platz zum Wohlfühlen. Nach Norden geht die schöne Landstraße bald in die A525 über und führt immer weiter in Richtung der walisischen Küste. Bei Llanelwy wechseln wir für ein kurzes Stück auf die Schnellstraße, um bei Llandudno in Richtung des Great Ormes Head abzubiegen. Der Ort ist ideal für einen Urlaub im nördlichen Wales, unsere Empfehlung für einen längeren Aufenthalt. Und das Kap am Great Ormes Head ist nur eines der vielen Ziele, die sich hier entdecken lassen. Rund um das Kap führt eine aussichtsreiche Küstenstraße, die man keinesfalls verpassen darf. Irgendwo auf der Runde gibt es ein kleines Café mit einem großen Schild. „Rest & be thankful“ steht darauf – das trifft es genau! Über das reizvolle Conwy, hier gibt es das mächtige Conwy Castle und mit drei mal zwei Metern Größe das kleinste Haus Großbritanniens, folgen wir der Küste und erreichen bald Bangor. Die quirlige Stadt liegt an der Menai Strait, der Meerenge zwischen dem walisischen Festland und der Isle of Anglesey. Auf die Insel führt eine alte Kettenbrücke weiter nach Holyhead, wo die Fähren nach Irland ablegen. Wir folgen aber weiter der Küstenlinie und bei Caernarfon drehen wir ab in Richtung Inland. Die A4086 steuert genau auf den mächtigen, 1085 Meter hohen Snowdon zu. Pass of Llanberis nennt sich die Strecke, die für uns zu einer der beeindruckendsten Straßen Wales gehört. Die schroffen Berge rechts und links des Asphalts steigen steil die Höhe, wir passieren die schönen Seen Llyn Padarn und Llyn Peris sowie einige Parkplätze und das Campsite am Llyn Gwynant. Die fantastische Gegend um den Snowdon ist ein beliebtes Outdoor-Revier für Wanderer und Mountain-Biker. Mit dem Pass of Aberglaslyn lassen wir den Snowdon im Rückspiegel wieder kleiner werden, die A496 führt uns wieder in Richtung Küste, diesmal an die Westküste von Wales. Wir folgen den Schildern nach Harlech. Der bildschöne Ort protzt nicht nur mit dem reizvollen Harlech Castle, sondern auch mit den tollen Sandstränden an der Tremadog Bay. Wer als Motorradfahrer seinen Mut unter Beweis stellen möchte, fährt mitten in Harlech die Straße Ffordd Pen Llech hinunter. Die steht seit 2019 mit einem Gefälle von 37,45 Prozent als steilste Straße der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Aber Vorsicht, durch die schattige Lage ist sie bei Nässe bisweilen rutschig – wir haben gewarnt. Entlang der Küste führt die A496 weiter gen Süden nach Barmouth. Wir folgen dort dem fjordartigen Einschnitt und erreichen bald Dolgellau. Ein Spaziergang durch den sehr schönen Ort lohnt sich, enge Gassen führen entlang der Steinhäuser, es gibt einige reizvolle Plätze und nette Läden und Bars und Restaurants. Die Barmouth Bay erreichen wir bald über die A493, die Strecke führt aussichtsreich direkt am Meer entlang, nur durch eine niedrige Steinmauer von der Steilküste getrennt. Buschwerk und Farn ragen zum Teil bis auf den Asphalt, es riecht nach salzigem Meerwasser. Mit dem River Dovey oder Dyfi genannt, treffen wir etwas südlich auf den nächsten Fjord, an dessen Ende das Örtchen Machynlleth liegt. Von hier sind es schließlich nur noch wenige Kilometer bis an den Küsten- und Badeort Aberystwyth. Das idyllische Seebad liegt an zwei herrlichen Sandstränden und lohnt sich ebenfalls für einen längeren Aufenthalt. Hier endet auch unsere Tour rund um Snowdonia. Roadbook: Llangollen, Horseshoe Pass, Llanelwy, Llandudno, Great Ormes Head, Conwy, Bangor, Caernarfon, Pass of Llanberis, Pass of Aberglaslyn, Harlech, Barmouth, Dolgellau, Barmouth Bay, River Dovey, Machynlleth, Aberystwyth. Start- / Zielort: Llangollen /  Aberystwyth Länge: 305 km Highlight: Vale of Rheidol Railway – Viel Spaß macht eine Fahrt mit der Vale of Rheidol Railway, einer schmalspurigen Museums-Dampfeisenbahn, die zwischen Aberystwyth und Devil’s Bridge pendelt. Die Strecke beträgt rund 20 Kilometer und es geht rund eine Stunde pro Richtung im Schneckentempo durch eine urige Landschaft. Ursprünglich diente die Strecke dem Transport von Holz und Erz. Die Bahn feierte im Jahr 2002 ihr 100-jähriges Jubiläum und sie ist, von einer kurzen Zeit im Krieg abgesehen, seit ihrem Bau unterbrechungsfrei im Betrieb. Die Vale of Rheidol Railway fährt von Ostern bis Ende Oktober, über einen Audioguide gibt es zwischendurch allerlei Interessantes zu hören. Im Netz gibt es alle Infos unter www.rheidolrailway.co.uk
    Deutschland / Sachsen
    Semperoper Dresden, Gewandhaus Leipzig, Oper Chemnitz, Meißener Porzellan, unzählige Burgen und Schlösser – die sächsische Kulturlandschaft gilt in Europa als einzigartig. Jede Menge ruhiger und kurviger Straßen sorgen dafür, dass eine Motorradtour durch den Freistaat alles andere einseitig wird. Dass Sachsen eine lange Kaffeetradition besitzt, ist bekannt. „Ohne Gaffee kann isch nisch gämpfen“, lautet ein oft zitierter Spruch. Nicht ganz so alt, aber weitaus bedeutender ist eine andere Tradtition Sachsens: die des Automobil- und Motorradbaus. Audi, Auto-Union, Horch, Volkswagen, Porsche oder MuZ sind Namen, die in diesem Zusammenhang fallen. Was liegt also näher, als einige dieser Stationen im Rahmen einer Motorradtour durch Sachsen anzufahren? Schon der Startort zu unserer zirka 160 Kilometer langen, technisch orientierten Fahrt ist motoreninfiziert: In Leipzig haben sich nach der Wende Porsche und BMW angesiedelt. Das Kundenzentrum von Porsche, „Diamant“ genannt,  ist inzwischen sogar eines der Wahrzeichen Leipzigs. Das Faszinierende an der Stadt ist das Zusammentreffen von historischen Gebäuden aus Barock und Gründerzeit mit moderner Architektur aus der Nachkriegszeit. So stehen Nikolaikirche, Hotel Fürstenhof, Alte Börse und  Reichsgerichtsgebäude neben Neuem Gewandhaus, Opernhaus und City-Hochhaus. Ein Glanzstück ist der Hauptbahnhof Leipzigs mit seiner fast 300 Meter breiten historischen Fassade. Ein Einkaufsbummel vor dem Start gefällig? Oder ein Leipziger Räbchen naschen? Dann nichts wie auf zur Shoppingmeile des Bahnhofs. Räbchen sind übrigens entkernte Dörrpflaumen, im Inneren mit Marzipan gefüllt und in Bierteig ausgebacken. Eine gemütliche Landstraße bringt uns aus Leipzig hinaus, kreuzt die Autobahn und visiert Grimma an. Die Leipziger Bucht ist flach, der Streckenverlauf entsprechend entspannt. Erster Stopp in Grimma. Wegen dessen wunderschöner historischer Altstadt mit imposantem Renaissance-Rathaus und doppeltürmiger Frauenkirche. Einzigartig sind die Mauerlauben auf der Stadtmauer. In Sichtweide des Flusses Mulde geht es danach auf einem Stück Bundesstraße südwärts nach Colditz. Den Namen schon mal gehört? Da war doch irgendetwas … Wahrscheinlich im Zusammenhang mit Film oder Fernsehen. Das hoch über dem hübschen Ort aufragende Schloss war nämlich im 2. Weltkrieg Gefangenenlager für alliierte Offiziere und diente danach als Drehort für verschiedene Kriegsfilme. Zuletzt war es der Brite Stuart Orme, der hier unter dem Titel „Colditz, Flucht in die Freiheit“ einen zweiteiligen Fernsehfilm drehte. Nächstes Ziel Rochlitz. Wir erreichen  das reizende Städtchen auf einem Landsträßchen, das in eleganten Bögen der Mulde auf Schritt und Tritt folgt. Auch Rochlitz lohnt einen Halt. Optisches Merkmal sind seine Häuser, die aus rotem Porphyr, dem „sächsischen Marmor“ gebaut sind. Wir wechseln auf die B 107 und ihre lang gezogenen Kurven und laufen in Chemnitz ein. Die „grüne Stadt“ wurde im 2. Weltkrieg komplett zerstört und bautechnisch während der DDR-Zeit kräftig verschandelt. Aber halb so schlimm: Geblieben sind immerhin die vielen herrlichen Grünflächen und Industriedenkmale. Unbedingt besuchen sollte man das bekannteste Wahrzeichen von Chemnitz, das 1971 aufgestellte Karl-Marx-Monument, das die Chemnitzer als „Nüschel“ (für Kopf) bezeichnen. 1932 wurde in Chemnitz die Auto-Union AG gegründet, zu DDR-Zeiten hatte der IFA, der Industrieverband Fahrzeugbau, in Chemnitz seinen Sitz. Heute sind rund 90 Unternehmen in der Automobil- oder der Zulieferindustrie beschäftigt. Auf der B 95 verlassen wir Chemnitz und biegen in Burkhardsdorf rechts Richtung Stollberg ab. Sanfte Kurven, weite Bögen, entspanntes Schwingen entlang der Zwönitz. Das hübsche Stollberg liegt am Nordrand des Erzgebirges und war im Mittelalter Kreuzungspunkt zweier Handelsstraßen. 1860 wurde auf den Grundmauern eines Jagdschlosses das imposante „Sächsische Weiberzuchthaus“ erbaut, das erst 2001 geschlossen wurde. Heute würde man politisch korrekt wohl Justizvollzugsanstalt dazu sagen. Die Route schlängelt sich nun am Erzgebirge entlang nach Westen, passiert Oelsnitz und Wildenfels und erreicht schließlich Zwickau. Wunderschön der Hauptmarkt, der Dom, die gesamte Altstadt mit unzerstörter Bausubstanz. Im Jahr 1904 kam der Autobauer Horch nach Zwickau, fünf Jahre später gelangte Audi hinzu. Von 1957 bis 1991 lief hier der  Trabant vom Band, heute fertigt VW in seinem Zwickauer Werk die Modelle Golf und Passat. Zum Abschluss der Tour gibt es wieder Süßes: Zum Beispiel bei einem Café-Besuch mit Kaffee, einer Eierschecke oder einem Quarkkäulchen. Eine Eierschecke ist ein Blechkuchen aus Hefeteig mit einem Belag aus Äpfeln, Quark und Mohn plus Sahneguss. Hingegen besteht das Quarkkäulchen aus geriebenen Pellkartoffeln, Quark, Eiern und Mehl. Roadbook: Leipzig – Grimma – Colditz – Rochlitz – Chemnitz – Burkhardsdorf – Stollberg – Oelsnitz – Wildenfels – Zwickau (ca. 160 km) Motorradtreffs: Halle-Teicha: Raschas Oldtimergaststätte Zur Linde mit Museum und Werkstatt. Waschleithe: Bike-PS-Station Boxenluder, seit der Eröffnung 2005 immer gut besucht. Markkleeberg: Pension und Gaststätte Möncherei. Leipzig: Vineta-Bistro am Dispatcherturm, Störmthaler See. Biker Selbstschrauber-Café in der Roschnerstraße 27. Highlight: Eine mutige Tat Dass Zwickau heute über eine komplette historische Bausubstanz verfügt, ist der mutigen Tat des Luftschutzwarts Arno Rau zu verdanken. Zwickau hatte den 2. Weltkrieg bis April 1945 so gut wie unbeschadet überstanden. Doch am 17. des Monats näherte sich ein amerikanischer Bomberpulk mit der Absicht, Zwickau dem Erdboden gleich zu machen. Geistesgegenwärtig hisste Rau die weiße Flagge auf dem Turm des Mariendoms und läutete die Glocken. Daraufhin drehten die Flugzeuge ab, und Zwickau wurde kampflos von der US-Armee eingenommen.
    Italien / Sizilien
    Die Runde um den Sporn des italienischen Stiefels gehört mit zu den schönsten Strecken Italiens. Hier überzeugt Apulien mit bildschönen Küstenstraßen und spannenden Bergstrecken – ein Muss für Motorradreisende. Manfredónia, die lebhafte und sympathische Hafenstadt ganz im Süden des Gargano, ist mit ihren einladenden Bars, Cafés und Restaurants und ihren Sehenswürdigkeiten nicht nur das ideale Basislager für diese Gargano-Runde, auch viele andere interessante Ziele Apuliens sind von hier aus gut erreichbar. Für uns steht heute aber die abwechslungsreiche Erkundung des Sporns des italienischen Stiefels auf dem Programm. Gleich nach dem Frühstück, wozu sich einige der gemütlichen Bars am Hafen bestens anbieten, sind wir auch schon unterwegs. Auf der gut ausgebauten Strada Statale 89, der Garganica, verlassen wir die Küstenstadt in Richtung Nordosten. Schnell taucht die Garganica in die Bergwelt des Gargano ein. Einige lange Tunnel führen durch den Fels. Unsere erste Wahl statt der kalten Tunnel ist natürlich die aussichtsreiche Alternativstrecke, die sich mit unzähligen Kurven und Kehren entlang des Kaps Punta Rossa und vorbei am Hafen von Mattinata schlängelt. Kurz vor Masseria Mattinatella treffen wir wieder auf die Küstenstraße, jetzt als SP53 in Richtung Vieste ausgeschildert. In wildem Zickzack-Kurs führt sie durch die küstennahen Berge und immer wieder überrascht sie mit tollen Panoramen. Strahlend gelb blühender Ginster und stachelige Kakteen stehen Spalier, zahlreiche Aussichtspunkte locken mit schönem Blick auf Meer und Küstenlandschaft. Bei der Abzweigung nach Pugnochiuso setze ich den Blinker auf die SP54. Wir werden mit herrlichem Kurvenspaß zwischen Pugnochiuso und Portogreco belohnt – und mit dem Torre dell' Aglio. Seit gut 350 Jahren wacht dieses auch als Torre Portogreco bekannte wehrhafte Bauwerk am westlichsten Punkt des Gargano über die Küste. Die Aussicht von hier entlang der felsigen und zerklüfteten Küste ist einfach genial. Nur wenige Minuten später lockt uns der nächste Turm von der Straße. Hier ragt der mächtige Torre di San Felice in den Himmel. Zwar können wir dieses beeindruckende Gemäuer leider nicht von innen besichtigen, aber auch hier lohnen sich ein paar Schritte um den Turm herum. Denn von hier lässt sich ein toller Blick auf den Felsbogen von San Felice werfen, mit dem die Erosion ein bildschönes Felstor durch den Karst geschmirgelt hat. Für nicht wenige Garganesen gilt der Bogen als das Wahrzeichen des Gargano. Zurück auf der SP53 begleitet uns für die nächsten Kilometer endloser Sandstrand. Am Stadtrand von Vieste geht der Sandstrand in schroffen Fels über. Sofort fällt der Blick auf die mächtige Natursteinsäule, das Wahrzeichen der Stadt. Der Pizzomunno, wie der Fels genannt wird, ist bekanntlich ein versteinerter junger Mann. Seine Liebe zur schönen Cristalda wurde ihm zum Verhängnis, als diese von eifersüchtigen Sirenen ermordet wurde. Aus Trauer darüber erstarrte der Unglückliche zu Stein. Ganz in der Nähe der Piazza Vittorio Emanuele parken wir unser Mopped und schlendern durch die Gassen der Stadt, vorbei an netten Läden, Cafés und über aussichtsreiche Balkone und Terrassen. Nicht umsonst gilt Vieste als eines der schönsten Städtchen Apuliens. Aus Vieste hinaus geht es in nordwestlicher Richtung entlang der SP52, die sich im Schlingerkurs durch die bergige Landschaft windet. Die Küstenlinie wird immer wieder von schönen Sandstränden unterbrochen. Noch bis Bellariva folgen wir der Küste, dann geht es ins Landesinnere. Schräglage für Schräglage geht es hinauf in das fast 500 Meter hoch gelegene Vico del Gargano. Das hübsch anzusehende Bergdorf gehört verdientermaßen zur Gruppe der „I borghi più belli d’Italia“, einer Vereinigung der schönsten Orte Italiens. Mit der Honda gönnen wir uns eine Runde motorisiertes Sightseeing und rollen durch die schmalen Gassen und Wege. Die nächsten 45 Kilometer durch den Foresta Umbra sind Bergstrecke vom Feinsten. Foresta Umbra heißt soviel wie „dunkler Wald“. Das riesige Naturschutzgebiet, bis zu 800 Meter hoch gelegen, gilt als einer der am besten erhaltenen alten Wälder Italiens. Zwischen den uralten Buchen tummeln sich Wildschweine und Rehe, Mufflons und Wildkatzen. Wieder auf der Südseite des Gargano angekommen, empfängt uns Monte Sant'Angelo. Dessen Wallfahrts- und Grottenkirche San Michele, die Überreste der Kirche San Pietro und vor allem das normannische Kastell sind durchaus sehenswert, aber in der Saison müssen Besucher schon ein wenig Leidensfähigkeit mitbringen – der Pilgerort ist meist sehr gut besucht. Eine ganze Reihe spannender Serpentinen führen schließlich wieder die Berge hinunter in Richtung Manfredónia, dem Ausgangspunkt dieser spannenden Runde. Roadbook: Manfredónia, Mattinata, Pugnochiuso, Vieste, Péschici, Bellariva, Vico del Gargano, Foresta Umbra, Monte Sant'Ángelo, Manfredónia. Start- / Zielort: Manfredónia / Manfredónia Länge: 175 km Highlight: Trabucchi – Verlässt man Vieste an der Küste in nordwestlicher Richtung entlang der Küstenstraße fällt er sofort ins Auge, der Trabucco. Nicht weit hinter dem Ortsausgang steht der für Apulien so typische Pfahlbau. Die Trabucchi sind auf hohen Stelzen auf das Meer hinaus ragende Holzhäuser, von denen rechteckige Netze ins Meer versenkt werden. Schon im Mittelalter wurden an der italienischen Küste aus Schwemmholz kleinere Hochstände zu diesem Zweck gefertigt. Hier im Gargano und in der Provinz Pescara hat man die Baukunst perfektioniert und nicht wenige große Trabucchi dienen heutzutage sogar als Wochenendhäuschen. Im Nationalpark Gargano werden die Trabucchi im Rahmen eines aufwendigen Projektes saniert und restauriert.
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