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    Österreich / Tirol
    In den Stubaier Alpen stehen die höchsten Gipfel Österreichs, sie strotzen geradezu vor Dreitausendern. Ein Bilderbuchgebirge. Zahlreich und genauso imposant wie die Wolkenkratzer in Manhattan ragen ihre Gipfel in den Himmel. Diese hochalpine Tagestour, eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de, führt zu Timmelsjoch & Co. Solltest Du noch keine Unterkunft haben, dann findest Du passende Motorradhotels Tirol über unsere BikerBetten Motorradhotel-Suche, genauso wie weitere Motorradtouren Tirol über unsere Motorradtouren-Suche. Der Einstieg in die Tour beginnt im Ort Oetz. Er ist von Osten und Westen über das Inntal schnell und bequem zu erreichen. In der Ortsmitte weist ein Schild nach links in Richtung Kühtai, und sofort werfen sich die ersten Serpentinen vors Vorderrad. Eng und kurvig erklimmt die Straße die Ostflanke des Ötztales, dann rollt das Bike durch das Hochtal des Kühtai. Die Ruhe hier oben ist grandios und wird nur durch das ferne Gebimmel von Kuhglocken unterbrochen. Bereits vom Sattel aus bietet sich nach Osten ein tiefer Blick ins nächste Tal. Die Straße schlängelt sich weithin sichtbar am Faltenwurf der Bergflanke entlang. Als Mixtur aus geraden und gekrümmten Etappen geht sie dem Sellraintal allmählich auf den Grund. Kurz vor dem Ort Kematen folgen wir nach rechts dem Schild Axams. Eine Vorzeigeserpentine, ein paar Kurven, und dann rollen wir durch das hübsche Dorf Axams. Dort geht es weiter in Richtung Götzens und Natters. Die Straße verläuft schräg am Hang entlang und gibt einen schönen Blick auf das Inntal frei. In Mutters weist ein Schild nach Natters, dort zweigt ein Fahrweg zum Wandergebiet Natterer Boden ab. Der nun folgende Abschnitt auf der alten Brennerstraße erweckt Nostalgie. Schwingt sich doch diese vor über 2.000 Jahren von den Römern angelegte Route eher gemächlich zum Brennerpass hinauf. Dabei streift sie alte Straßendörfer, denen man den Reichtum vergangener Epochen immer noch ansieht. Seine Position als meistbefahrener und wichtigster Alpenübergang hat der Brenner seiner geringen Höhe zu verdanken. Mit 1.374 Metern unterbietet er alle anderen über den Alpenhauptkamm führenden Pässe. 16 Kilometer lang führt der Abstieg durch das Eisacktal nach Sterzing. Immer noch eine ruhige Angelegenheit, ab und zu jedoch durch ein paar Kehren und Serpentinen gewürzt. Nach so vielen Kilometern genüsslichen Dahinrollens wird es nun Zeit für das eine oder andere Kurvenabenteuer. Die Auf- und Abfahrt zum 2.094 Meter hohen Jaufenpass ist ein Cocktail aus Kurven jeglichen Kalibers sowie steiler, schmaler Fahrbahn. Diesem Pass ist am meisten Spaß abzugewinnen, wenn man einen sauberen, gleichmäßigen Strich durch sein Kurvengewimmel zieht, wenn man sich zwischendurch die karge Hochgebirgslandschaft ansieht und zumindest auf der Passhöhe einmal anhält. Kommt 1.400 Meter tiefer das hübsche St. Leonhard in Sicht, sind die Arme in der Regel lang gezogen. So kommen die vielen Straßencafés in der Heimatstadt des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer der Sehnsucht nach einer Pause mehr als entgegen. Wer draußen sitzt und sich die Sonnenstrahlen auf die Nase fallen lässt, wird sich über das relativ milde Klima von St. Leonhard wundern. Die Gründe sind seine ringsum von Bergen geschützte Lage sowie die warme, aus dem Etschtal heraufströmende Luft. Sämtliche Muskeln gelockert? Prima. Denn was nun kommt, verlangt hohe Konzentration. 27 Kilometer lang wieselt die Südrampe des Timmelsjochs von St. Leonhard aus den Berg hinauf. Rund 1.800 Meter Höhenunterschied. Das sind 27 Kilometer voller kleiner und kleinster Kurven. Anstrengend, aber so was von schön ... Der Belag der italienischen Timmelsjoch-Etappe war früher berüchtigt. Das hat sich geändert. Zwar jagen einem die unbeleuchteten Tunnels auch heute noch ab und zu einen leichten Schrecken ein. Doch im Großen und Ganzen sorgten die Italiener in den letzten Jahren für eine vernünftige Fahrbahndecke. Wobei sie nicht wie die Österreicher auf eine Maut zurückgreifen können, sondern alle Bauarbeiten aus dem Steuersäckel finanzieren müssen. Das 2.474 Meter hohe Timmelsjoch ist mittlerweile zum Mekka der Alpenfahrer geworden. Wer noch nie auf seinem Sattel stand, dem fortwährend blasenden Wind trotzte und den Blick über die karge Hochgebirgslandschaft schweifen ließ, der war einfach noch nie richtig in den Alpen. Nach dem obligatorischen Passfoto warten die gut ausgebauten und breiten Kehren der österreichischen Nordrampe. Ihr Belag ist perfekt, ihre Bögen sind rund. Wie gesagt: Die Maut macht’s. In sauberen Schwüngen kurven wir hinab ins Timmelstal, ein raues und einsames Hochtal. Danach folgt ein kurzes Bergaufstück, und schließlich werfen wir uns in die restlichen Spitzkehren, an deren Ende das erste Ortsschild des Drei-Gemeinden-Dorfes Gurgl auftaucht. Die nächsten 50 Kilometer rollen wir durchs Ötztal. Es ist nur sehr spärlich besiedelt und vermittelt dem Reisenden hervorragend die typische Atmosphäre dieser der Welt entrückten Hochgebirgslandschaften. In Sölden klappen wir das Wolkenkratzer-Bilderbuch wieder zu. Schön war’s. Tourlänge: ca. 230 km Roadbook: Ötz – Kühtai – Axams – Mutters – Natters – Brenner – Matrei – Sterzing – Jaufenpass – St. Leonhard – Timmelsjoch – Sölden – Ötz Highlight: Das 2.509 Meter hohe Timmelsjoch. Dieser Pass zählt zu den ganz großen Klassikern in den Alpen. In seiner Kargheit ist er ein ganz besonderes Naturerlebnis. 49 perfekt ausgebaute Kilometer auf der mautpflichtigen österreichischen Seite und eine anspruchsvolle Abfahrt nach Italien. Pässe-Info: Kühtaisattel      2020     16 %     -     42km Brennerpass     1375     10 %     -     29km Jaufenpass       2094    12 %     -     41km Timmelsjoch     2509     12 %  11-5  68km
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    Deutschland / Spessart/Vogelsberg
    Wenn sich einst die Räuber nach erfolgreichem Beutezug tief in die Wälder des Spessart zurückzogen, waren sie in dieser Einsamkeit vor dem Arm des Gesetzes sicher. Heute sind es die Motorradfahrer, die dort in Ruhe und Abgeschiedenheit ihre Runden drehen  dürfen. Gleich zu Beginn unserer Tour treffen wir auf eines der bekanntesten Verstecke der Räuberbanden – Schloss Mespelbrunn. Es liegt in einem verschwiegenen Tal und überstand in diesem Versteck alle Kriege der vergangenen Jahrhunderte unbeschadet, so dass es im ursprünglichen Zustand zu besichtigen ist (März bis November). Einen schönen Ausblick auf das Schloss hat man vom „Wirtshaus im Spessart“ aus, das im Schlosspark in den früheren Stallungen eingerichtet ist. Als Drehort des gleichnamigen Spielfilms mit Liselotte Pulver und Carlos Thompson gab die gesamte Anlage in den 1950er-Jahren ihre geheime Lage endgültig einem großen Publikum preis. Weiter Richtung Westen zum Main nach Elsenfeld. Ortsnamen wie Sommerau und Himmelthal geben dabei die Stimmungslage wieder, in der sich der motorisierte Zweiradwanderer angesichts der elegant geschwungenen und gut ausgebauten Straße befindet. Mit griffigem Asphalt versehen, schlängelt sie sich durch das Tal des Flüsschens Elsava. Klingenberg, unterhalb der staufischen Clingenburg gelegen, ist vor allem für seine Terrassenweinberge berühmt, deren älteste im 12. Jahrhundert angelegt wurden. Ihre Mauern aus dem typischen roten Sandstein stehen heute unter Denkmalschutz und prägen mit einer Gesamtlänge von über 180 Kilometern wesentlich das Landschaftsbild. Am anderen Ufer verdeutlicht Wörth die Kulturgrenze. Denn statt mit Ringwällen wie die Kelten, befestigten die Römer ihre Seite zur Zeit des Kaisers Domitian mit einem Kastell. Vorbei an der Feste Breuberg, eine der am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands, fahren wir weiter nach Norden und biegen in Hainstadt links nach Wald-Amorbach ab. Bereits zur Römerzeit führte ein Weg über den Breuberg-Sattel. Für uns krümmt sich ein perfektes Asphaltband über die hügelige Landschaft Richtung Groß-Umstadt. Griffiger Belag, gute Übersicht, mächtig Fahrspaß. Den Glanz des ehemaligen Fürstentums Aschaffenburg erkennt der Reisende sofort, wenn er über die Willigis-Brücke in die Stadt rollt. Die Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz hatten dieses sächsische Königsgut zu ihrer Zweitresidenz erhoben und hinterließen mit Schloss Johannisburg einen Prachtbau der Spätrenaissance. Wir verlassen die Residenzstadt über die B 8 nach Hanau, um dann Richtung Hörstein und Mömbris in den Spessart einzubiegen. Zügig erklimmen wir den Hahnenkamm und zaubern perfekte Schräglagen auf den Belag. Kurve an Kurve, fast wie am Fließband. Das Verkehrsaufkommen hält sich in Grenzen, und wir können die Kurverei in vollen Zügen genießen. Die Römer taten sich am Hahnenkamm viel schwerer. Wie ein keltischer Ringwall westlich von Hemsbach belegt, bissen sich ihre Legionen hier die Zähne aus. Schon 4000 Jahre vor Christus war der westliche Spessart besiedelt. Im Wald oberhalb Schimborns finden sich Hügelgräber aus der Bronzezeit, die 20 Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung angelegt wurden. Es war eine raue Gegend, dieses riesige Waldgebiet, das erst mit der Christianisierung und der Errichtung von Klöstern allmählich erschlossen wurde. Karl der Große versorgte die Kirchengüter mit großen Forstgebieten, in denen sich später der Landadel ansiedelte. Dieser musste seine Schlösser und Jagdsitze mit Wassergräben gegen Räuberbanden schützen. Was heute an den Schlössern Mespelbrunn oder Oberaulenbach so märchenhaft wirkt, war damals bittere Notwendigkeit. Die flotten Schräglagenspiele bringen uns in Richtung Schöllkrippen. Dort heißt es, in der Konditorei Denk, noch einmal den Blutzuckerspiegel auf Normalniveau zu bringen. Denn jetzt wird es richtig sportlich. Hinter dem Abzweig nach Kleinkahl lassen wir quasi die Zivilisation hinter uns und konzentrieren uns nur auf das Sträßchen, das zigfach gekrümmt der Beschilderung nach Wiesen folgt. Die Bäume lassen ihre Äste bis dicht an die Fahrbahn heranragen und malen hübsche Schattenspiele auf den Asphalt. Der Gegenverkehr besteht in der Regel aus Motorrädern mit langen Federwegen, die für den welligen Asphalt und die verwinkelten Ecken dieses Teilstücks wie geschaffen sind. Vor Wiesen weist die Ausschilderung Richtung Autobahn und Aschaffenburg den Weg zur Spessart-Höhenstraße. Auf ihren lang gestreckten Bögen bekommen Bremsen und Getriebe eine kurze Erholungspause. Der fünfte Gang meldet sich zurück, und wir stoßen am Ende einer langen Geraden links hinunter nach Jakobsthal. In lockeren Wechselkurven geht es am Lohrbach entlang an Heigenbrücken vorbei zurück Richtung Autobahn, zum Ausgangspunkt unserer Räuber-Runde. Wir kreuzen die B 26, lassen hohe Sandsteinfelsen links liegen und sind bald am Ende einer Tour angelangt, die auf perfekte Weise Fahrspaß mit Naturgenuss verbindet. Highlight: Königin des Wassers Wörth bietet mit seiner Altstadt und der Stadtbefestigung viel Sehenswertes. Bevor die Stadt im 13. Jahrhundert befestigt wurde, war sie im 6. Jahrhundert Ausgangspunkt der christlichen Missionierung des Spessart, was die St. Martinskapelle auf dem Friedhof bezeugt. Der Name Wörth bedeutet »erhöhtes Uferland« oder »wasserfreies Land«. Als wichtiger Handelshafen war die Stadt Heimat bedeutender Schiffbauer. In der inzwischen auf der anderen Mainseite liegenden Werft entstehen noch heute große Transportschiffe für europäische Wasserstraßen. Roadbook: Mespelbrunn – Elsenfeld –  Klingenberg –  Wörth – Breuberg – Hainstadt – Aschaffenburg – Hemsbach – Schirmborn – Schöllkrippen – Jakobsthal – Heigenbrücken – Mespelbrunn (ca. 190 km) Motorradtreffs: Heigenbrücken: Waldhaus  Zum Engländer, ein  Klassiker, der beliebteste Bikertreff der Region. Sinntal-Jossa: Landgasthof Jossgrund, im Dreiländereck Spessart, Rhön, Vogelsberg, Gästezimmer.
    Schweiz / Westschweiz
    Eine Tour rund um Fribourg stellt sowohl den Kurvenräuber als auch den Genussfahrer mehr als zufrieden. Diese Region lässt sich am besten zwischen Mittelgebirge und Alpen einsortieren und so wechseln sich knackige Kurvenstrecken im Gebirge mit Sightseeing-Etappen entlang verträumter Seen ab. Diese Tour ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für einen perfekten Überblick über die schönsten Motorradtouren in der Schweiz empfehlen wir Dir unsere nachfolgenden Motorradkarten: Tourenkarten Alpen Österreich Schweiz Folymap Alpenpässe Bikerbetten Motorradkarten-Alpen-Österreich-Schweiz Der Tag der Variationen beginnt in Murten. Der Ort liegt romantisch am Murtensee und besitzt eine wunderschöne Altstadt, Schloss und Ringmauer, die man vor Tourstart unbedingt zu Fuß erkunden sollte. Oder wenigstens das Bike am Straßenrand abstellen und, umgeben von bezaubernden historischen Gebäuden, eine Tasse Kaffee trinken. Ein Landsträßchen bringt uns über Muntelier nach Salvenach und weiter über Liebistorf nach Düdingen. Dahinter queren wir die N 12, rollen durch Tafers und sind schon mitten drin in dem Hügelland mit seinen ungezählten kleinen Verbindungssträßchen. Die Kurven sind nicht zu eng und lassen Raum für Tempo und Schräglagen. Und für die Optik, denn diese alpine Gegend mit ihren grünen Almen ist eine Augenweide. Alterswil, Plaffeien, dann ein Abstecher zum Schwarzsee, wo am Ende des Tales ein Kleinod in Form eines Bergsees mit Parkplatz und Restauration wartet. Der See liegt etwas über tausend Meter über dem Meeresspiegel und ist maximal zehn Meter tief. Das flache Ufer ist von Wiesen und Bäumen umrandet und mit Schilfrohr eingefasst. Ringsherum die Berge, die sich im Wasser spiegeln – hier würde man am liebsten eine Almhütte kaufen. Weiter geht die Kurverei über Sangernboden nach Schwefelbergbad, danach folgt mit der Erstürmung des 1.608 Meter hohen Gurnigel das erste fahrerische Highlight der Tour. Dass auf der Gurnigelstraße jedes Jahr ein Bergrennen stattfindet, kann für uns nur eines bedeuten: Spaß ohne Ende! Wer Lust hat, darf am Bikertreff an der unteren Gantrischhütte anhalten und einen Benzinplausch halten. Ansonsten kurven wir weiter nach Riggisberg, um ein paar Kilometer später rechts nach Burgistein abzubiegen. Etwas gemächlicher geht es dann das Stockental entlang. In Wimmis klinken wir uns in die N 11 ein, die in eleganten Bögen durch das Simmental dem Lauf der Simme folgt. Ab Reidenbach heißt es dann wieder: Kurvenräuber aufgepasst! Die Kehren hinauf zum 1.509 Meter hohen Jaunpass verlangen nämlich die ganze Konzentration. Viel zu schnell sind wir über den Sattel drüber. Oben die typischen Alpenhäuser, herrliches Bergpanorama, es duftet nach Heu. Wie viele Passstraßen haben wir auch diese dem Militär zu verdanken. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1871 bauten die Schweizer diese Trasse, um die wichtigen Militärstützpunkte in Bulle und Thun miteinander zu verbinden. 1941 wurde auf dem Pass das Artilleriewerk Jaunpass errichtet. Die Bunker der acht Kanonen sind als Almhütten getarnt, nur das herausragende Kanonenrohr verrät ihre wahre Bestimmung. Gemächlich fahren wir das Vallée de la Jogne entlang, eine Etappe für die Genussfahrer, kurven nach Broc hinab und gelangen nach Bulle. Das Städtchen gefällt mit seinem hübschen Stadtbild, seine Bürgerhäuser stammen fast alle aus dem frühen 19. Jahrhundert. Schloss Bulle wurde im Jahr 1291 von den Bischöfen von Lausanne gebaut. Der Grundriss des Schlosses ist quadratisch, mit vier Ecktürmen, einer davon ist ein Monsterturm von 33 Meter Höhe und 13,5 Meter Durchmesser. Der Innenhof ist frei zugänglich. Also nichts wie hin. Nördlich von Bulle überqueren wir den Lac de la Gruyère und fahren auf relativ gerader Strecke mit zügigem Tempo nach Fribourg. Die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons sitzt spektakulär auf einem Felssporn über dem Tal der Saane und zeigt eine der am besten erhaltenen historischen Altstädte der Schweiz. Deshalb hier unbedingt eine Runde zu Fuß drehen oder zumindest einmal mit dem Bike durchrollen, die alten Fassaden und schönen Brunnen fotografieren. Über einen Hügel geht es anschließend nach Belfaux, Misery-Courtion und Avenches. Dort findet gleich der nächste Halt statt, denn das Städtchen ist ein Juwel mit Altstadt, Marktplatz und Cafézeile. Die französisch-deutsche Sprachgrenze verläuft genau hier. So redet man in Murten noch Deutsch, während wir hier auf Französisch angesprochen werden. Die Sprachgrenze ist auch sichtbar, denn gerade Avenches ist ein typischer französischer Ort, der mit dem deutschen Stadtbild von Murten rein gar nichts zu tun hat. Interessanterweise hält sich diese Grenze schon seit Jahrhunderten, Vermischungstendenzen sind nicht in Sicht. Wir fahren weiter nach Salavaux mit seinem hübschen Schloss am Ortsausgang, dann geht es am Murtensee entlang nach Murten zurück. Dort vertreten wir uns zum Abschluss der Tour auf der herrlichen Seepromenade noch die Beine oder strecken sie auf dem saftig grünen Rasen aus. Tourlänge: ca. 230 km Roadbook: Murten – Muntelier – Salvenach – Liebistorf – Düdingen – Tafers – Alterswil – Plaffeien – Schwarzsee – Sangernboden – Schwefelbergbad – Gurnigel – Riggisberg – Burgistein – Wimmis – Reidenbach – Jaunpass – Broc – Bulle – Fribourg – Belfaux – Misery-Courtion – Avenches – Salavaux – Murten Highlight: Eglifilet zum Abendessen. In den Restaurants rund um den Murtensee muss man unbedingt fangfrischen Flussbarsch bestellen. Ob à la meunière, nach Müllerinnenart, im Bierteig, natur, mariniert oder mit Limetten-Kräuterschaum ist Geschmackssache – immer zergeht er auf der Zunge. Dazu Salzkartoffeln und einen kühlen Weißwein. Pässe-Info: Gurnigel           1609    14 %    -    14km Jaunpass         1509    13 %    -   16km
    Österreich / Kärnten
    Diese vielseitige Tour mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führt über steile Alpenpässe Richtung Süden in das malerische Kärntener Seengebiet, wo Österreich seine Grenzen mit Italien und Slowenien teilt. Wir folgen unserer Nase auf der Suche nach dem Duft des Südens. Die Tour ist eine von über 1.000 Bikerbetten Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für alle, die sich über die Region und die Pässe in der Umgebung informieren möchten, empfehlen wir unsere Spezialkarte Alpenpässe aus der FolyMaps Reihe oder unsere FolyMaps Motorradkarten-Set Alpen Österreich Schweiz. Darüber hinaus findest Du weitere interessante Produkte in unserem Shop. Übrigens: Passende Motorradhotels Kärnten findest Du über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche. Startort Oberdrauburg. Idealer Ausgangspunkt, denn gleich dahinter wartet bereits das erste von vielen Kurvenabenteuern dieses Tages auf uns – die Überquerung des Doppelpasses Gailberg (981 m) und Plöcken (1.357 m). Einsteiger und Könner dürfen sich gleichermaßen freuen, denn die gesamte Route zwischen Kötschach-Mauthen und Paluzza ist äußerst harmonisch angelegt. Breite Fahrbahn, ordentlich asphaltiert, moderate Steigungen und Gefälle, gute Übersicht, relativ wenig Verkehr. Entspanntes Kurvenschwingen ist die Folge. Der Kopf hat viel Freiraum, um die tollen Blicke auf die Karnischen Alpen zu würdigen. Und die Nase darf schon mal Bergkräuter und Heu schnuppern. Übrigens: Wer sich für Geschichte interessiert – das Freilichtmuseum 1915 – 1918 am Plöckenpass ist das weltweit größte seiner Art. Es ist von Frühjahr bis Herbst geöffnet und zeigt Stellungen, Baracken, Stollen und Postenstände aus dem Gebirgskrieg von 1915 bis 1918. Eintritt frei. Hinter dem Plöckensattel überqueren wir die Landesgrenze zu Italien und kurven hinab nach Paluzza, in dieses typisch italienische Städtchen. Es duftet nach Pizza und Oregano. Sein Wahrzeichen ist der Moscarda-Turm, der Rest einer im 13. Jahrhundert erbauten Verteidigungsanlage. Die weit geschwungene Straße über Arta und Tolmezzo läuft zügig unter den Rädern durch, bevor hinter Moggio Udinese gleich der nächste alpine Doppelschlag folgt – Sella di Cereschiatis und Nassfeldpass. Ist die Fahrt über die Sella di Cereschiatis (1.066 m) noch eine runde, harmonische Angelegenheit, so entpuppt sich die Überquerung des Nassfeldpasses (1.530 m) als Herausforderung: enge Serpentinen, knackige Steigungen, Kurven wie am Fließband, eine 180-Grad-Kehre im Tunnel. Nur an den Schildern erkennt man noch den Grenzübergang. Auf der österreichischen Seite ist die Fahrbahn bestens ausgebaut und top in Schuss. In Tröpolach setzten wir den Blinker rechts und klinken uns auf die Bundesstraße 111 ein, die uns ostwärts Richtung Villach bringt. Endlich kommen die oberen Getriebegänge wieder zum Einsatz, und schon bald können wir linker Hand den 2.162 Meter hohen Dobratsch erkennen, Villachs Hausberg. Der ist unser nächstes Ziel. Wir recken die Nase hoch, durchqueren Villach, folgen dem Schild „ Villacher Alpenstraße “ und sind gleich mitten drin in dieser 16 Kilometer langen Route und ihren insgesamt sieben Kehren. Imposante Blicke hinab auf Villach und die umliegenden Seen wechseln sich ab mit mächtig Kurvenspaß. Oben auf der Villacher Alpe angekommen, bieten sich traumhafte Weitsichten zu den Julischen Alpen und den Karawanken. Zurück in Villach empfiehlt sich ein ausgedehnter Stadtbummel. Traumhaftschön am Ufer der Drau gelegen, glänzt das stark im Umweltschutz engagierte Villach mit seinem vom großzügigen Hauptplatz beherrschten historischen Kern. Es duftet verführerisch aus den Restaurants. Wer Hunger hat, bestellt Kasnudeln, das Kärntner Nationalgericht oder eine Villacher Kirchtagssuppe. Nach der Pause folgt unsere Route ein Stück dem Drautal, zweigt in Feistritz links ab und nimmt sich anschließend die Windische Höhe (1.110 m) vor. Die Bergstraße zieht sich in schwungvollen Kurven bergan und ist zwischendurch etwas holperig und so eng, dass zwei Autos gerade so aneinander vorbeikommen. Klein, aber oho könnte man zu diesem wenig bekannten Pass sagen. Sein Name hat übrigens nichts mit irgendwelchen Winden zu tun, sondern bezieht sich auf die früher hier verlaufende deutsch-slowenische Sprachgrenze – die Slowenen wurden auch die „Windischen“ genannt. In St. Stefan erreichen wir das pittoreske Gailtal, folgen dem Fluss ein Stück nach Westen und zweigen in Hermagor rechts Richtung Greifenburg ab. Und sofort dürfen wir uns auf den nächsten Kurvenrausch freuen, denn der 1.034 Meter hohe Kreuzbergsattel ist nicht weit. Zuerst einige harmlose Kilometer im Gitschtal, dann windet sich die gepflegte Fahrbahn in großen und kleinen Bögen an der Talflanke entlang in die Höhe. Die relativ kurze Scheitelstrecke ist schnell überquert, und kurz darauf rollen wir durch das hübsche Greifenburg mit seinem markanten Schloss. Es thront über dem malerischen Ort und kann für Hochzeiten gebucht werden. Wer sich nicht trauen lässt, kann sich etwas anderes trauen: Einen Tandemflug mit dem Gleitschirm von der Emberger Alm aus. Die durch das Drautal führende Bundesstraße 100 mit ihren sanften Bögen kommt nach diesem so kurvenintensiven Mittelteil der Tour gerade recht. Die Gipfel der Gailtaler und der Karnischen Alpen begleiten uns und sorgen für die perfekte Stimmung zum Ausklang dieser Runde. Visier hoch, Nase in den würzigen Wind. Herrlich. Tourlänge: ca. 410 km, ca. 8 Stunden oder 2 Tage Roadbook: Oberdrauburg – Gailbergpass – Kötschach-Mauthen – Plöckenpass – Paluzza – Arta – Tolmezzo – Moggio Udinese – Sella di Cereschiatis – Nassfeldpass – Tröpolach – Villach – Feistritz – Windische Höhe – St. Stefan – Hermagor – Kreuzbergsattel – Greifenburg – Oberdrauburg Highlight: Die Villacher Alpenstraße hoch auf den Dobratsch. Auf dem Parkplatz Rosstratte (1.732 m) erwartet uns das spektakulärste Panorama Österreichs. Ausblicke auf das Karstgebirge und auf die Berggipfel der Nachbarländer Slowenien und Italien. Pässe-Info: Gailbergsattel (Pass)                   982    10 %    11-4     15km Plöckenpass                            1357    13 %       -        37km Nassfeldpass                           1530    16 %       -        31km Windische Höhe                       1110      6 %      ?         19km Kreuzbergsattel                        1074    15 %       -        28km
    Italien / Piemont
    Rund um den zweitgrößten italienischen See führen spaßige und aussichtsreiche Routen. Über drei spannende Abstecher geht es zudem auf kurvenreichen Bergstrecken in die umliegenden Ausläufer der Alpen. Das kleine Premeno, hoch über dem Lago Maggiore in den Bergen des Piemont gelegen und nur nach einer wahren Kurvenorgie zu erreichen, ist der ideale Ausgangspunkt für diese abwechslungsreiche Berg- und Seentour um den zweitgrößten See Italiens. Unser Basislager ist das freundliche Hotel Moderno, das wir am frühen Morgen über die noch völlig leere Strada Cadorna oberhalb des Lago Maggiore durch den dichten, grünen Wald verlassen. Bald schon passieren wir den Pass Il Colle in rund 1250 Metern Höhe zu Füßen des Monte Spalavera und rollen wenig später an einem spektakulären Aussichtspunkt unterhalb des Monte Pian Bello aus. Das umliegende Bergland ist ein beliebtes Mountainbike- und Wander-Revier und der Blick von hier oben auf den See und das gegenüber liegende Luino mit den Bergen des italienisch-schweizerischen Grenzgebirges ist wirklich grandios. Bei Trarego windet sich der Asphalt über knackige Serpentinen wieder steil hinunter ins Tal. Das in den See hineinragende Cannero Riviera erblicken wir von oben wie aus einem landenden Flugzeug. Immer größer wird der interessante Ort rechts unter uns und bald haben wir die SS34, die Uferstrecke des Lago Maggiore erreicht. Nur eine knappe handvoll Kilometer folgen wir ihr in nordöstlicher Richtung, dann biegen wir schon wieder auf die nächste Bergstraße ab. Es geht auf der Strada Provinciale 75 in Richtung Santa Maria Maggiore. Nun folgen knapp 30 Kilometer Kurvenspaß durch waldiges Bergland, vorbei an kleinen, verschlafenen Dörfchen, einsamen Höfen und dichtem Grün. Zwar müssten wir bei Malesco, kurz vor Santa Maria Maggiore, rechts in Richtung Schweiz abbiegen, aber wir wollen dem rührigen Bergstädtchen mit seinen urigen Gassen in der Altstadt noch einen Besuch abstatten. Keine zehn Kilometer später überqueren wir die Grenze zur Schweiz und gelangen so in das Tessiner Tal Centovalli. Umgeben von bildschönen Zweitausendern geleitet uns das einst als Kaminfegertal bezeichnete Tal des Bergbachs Melezza hinunter ans Seeufer ins mondäne Locarno. Die malerische Stadt mit ihrem mediterranen Flair lebt vom Tourismus und protzt mit einer interessanten Altstadt, dem Kastell und der Piazza Grande. Ab Vira verläuft die Via Cantonale 2 stetig am Seeufer entlang, um rund zehn Kilometer später als Strada Statale SS394 wieder zurück nach Italien zu führen. Bald erreichen wir Luino, die größte Stadt am Ostufer des Sees. Weiter geht es gen Süden. Bei Laveno-Mombello pendelt die Fähre quer über den See und in Sesto Calende haben wir dann auch das Südende des Lago erreicht. Ab hier führt uns die SS33 erneut gen Norden. Oft direkt entlang des Ufers geleitet sie uns nach Stresa. In Stresa, dem interessanten Kurort, der nicht zuletzt in Ernest Hemingways tragischem Roman „In einem andern Land“ Erwähnung findet, drehen wir eine Runde durch den Ort. Durch die frühe Anbindung an die Bahnlinie Paris-Mailand und den Simplon-Orient-Express blühte schon früh der Tourismus und entsprechend viel ist auch heute noch hier los. Eine Runde motorisiertes Sightseeing gönnen wir uns, dann folgen wir den Schildern zum Mottarone, dem Hausberg Stresas. Der fast 1500 Meter hohe Monte Mottarone ist auch via Seilbahn zu erreichen und bietet eine grandiose Sicht auf die umliegende Region. Für kleine Maut lässt er sich auch über eine Privatstraße erreichen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Auch die anschließende Bergab-Passage hinunter an den Lago d'Orta macht richtig Spaß. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, also gönnen wir uns noch als dritten und letzten See auf dieser Runde den Lago di Mergozzo. Der kleine Bergsee gilt als einer der saubersten Seen Europas, Motorboote sind hier grundsätzlich nicht erlaubt. Auf der P54 genießen wir noch ein paar idyllische Blicke aufs Wasser, dann nehmen wir endgültig wieder Kurs auf Premeno. Quer durch die Provinzhauptstadt Verbania mit ihren interessanten Gärten und Parks steuere ich das Mopped über die kurvenreiche SP55 hinauf und bald trudeln wir wieder in Premeno ein, wo wir heute morgen diese abwechslungsreiche und kurzweilige Seenrunde starteten. Roadbook: Premeno, Monte Spalavera, Viggiona, Cannobio, Santa Maria Maggiore, Locarno, Luino, Laveno-Mombello, Sest Calende, Arona, Stresa, Il Mottarone, Orta San Giulio, Lago d'Orta, Omegna, Lago di Mergozzo, Verbania, Premeno. Start- / Zielort: Premeno / Premeno Länge: 260 km Highlight: Simplonpass und Lötschbergtunnel – Die perfekte Idee für die Heimreise: Über den Simplonpass und anschließend mittels der originellen Eisenbahn-Verladung durch den Lötschbergtunnel. Nach der grandiosen Naturkulisse des Simplonpasses geht es zu Füßen des Großen Aletschgletschers nach Goppenstein. Dort pendelt im 30-Minuten-Takt der Zug durch den 15 Kilometer langen Eisenbahntunnel nach Kandersteg. Mit dem Motorrad fährt man durch Seitentüren in eine Art Gepäckwagen, dann geht es schon los. Der 15minütige Spaß kostet 19 Euro inklusive Fahrer und Sozia.
    Frankreich / Cevennen
    Die Motorradtour "Schluchtenflitzer" ist eine von über 1.000 Alpenpässen und Motorradtouren der schönsten Regionen Europas auf BikerBetten.de. Für alle, die sich über die Region informieren möchten, empfehlen wir unseren Motorrad Reiseführer Französische Alpen mit seinen vielen Insidertipps, Tipps zu Motorradhotels, Kartenmaterial u.v.m. und die FolyMaps Motorradkarten-Set Frankreich-Süd. Diese und weitere interessante Produkte kannst Du über unseren Shop bestellen. Enge und steile Schluchten, dazwischen karge, menschenleere Hochebenen – das bedeutet motorradgerechte Bergsträßchen mit maximaler Kurven- und minimaler Verkehrsdichte. Wo gibt es so etwas? In den Cevennen, dem südöstlichen Teil des Zentralmassivs. Mende, unser Ausgangspunkt zu dieser kurvenlastigen Runde, ist das nördliche Tor zu den Cevennen und liegt romantisch am linken Ufer des Lot. Einmal im Jahr brennt in Mende enduromäßig die Luft, wenn hunderte Fahrer aus ganz Europa zur dreitägigen Geländesportveranstaltung „Trèfle Lozèrien“ starten. Auf steilen Wanderpfaden geht es dabei heftig zur Sache, und nur erfahrene Enduristen erreichen in Sollzeit das Ziel. Gemächlich zieht unsere Maschine durch die Bögen der N 106 Richtung Florac. Zeit für Mensch und Technik zum Warmwerden. Rechts oben ist das Plateau der Causse de Sauveterre zu erkennen. Causse nennen die Franzosen die charakteristischen Hochebenen der Cevennen. Schnell passieren wir das Schild des 1.046 Meter hohen Col de Montmirat, und nach einem schnellen Kaffee in der Auberge du Col nehmen uns die Kurven hinab ins Tal des Tarn auf. Geschmeidige Kurven, prachtvolle Blicke. Von oben fallen wir nach Florac ein. Blickfang der ehemaligen Gründung der Benediktiner ist das mittelalterliche Schloss mit seinen spitzen grauen Türmen. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, sein Vorgänger wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört. „ Corniche des Cévennes “ nennt sich die nun folgende knapp 60 Kilometer lange Etappe. Ein bescheidener Name, hinter dem sich eine attraktive Motorradstrecke verbirgt, die sportlich flott über vier Pässe wedelt. Dass hier oben in dieser rauen, felsenübersäten Heidelandschaft nur wenig Menschen wohnen, überrascht nicht. Gut für uns Motorradfahrer, denn so gehört uns die Fahrbahn fast immer ganz alleine. Verantwortlich für unsere gute Laune ist der Sonnenkönig Ludwig XIV. Der ließ die Corniche nämlich als Militärstraße für seine Truppen anlegen. Im Tal des Gardon liegt die sympathische Gemeinde Saint-Jean-du-Gard. Ausgestattet mit Schloss, Kirche und Markplatz drängt sie sich für die erste große Pause geradezu auf. Vielleicht mit einem Café crème und einem Eclair? Die mit Vanille-, Schokolade- oder Kaffeecreme gefüllte Süßigkeit kommt zur rechten Zeit. Denn die zügig zu fahrenden Kurven hinauf zum 905 Meter hohen Col de l’Asclier fordern Kraft und Konzentration. Bergauf zeigt sich das Sträßchen noch einigermaßen breit, während es nach dem Sattel, der sich unter einem alten gemauerten Brückenbogen befindet, höllisch schmal wird. Also aufgepasst, wenn die Augen mal wieder zu lange von der Fahrbahn zu den herrlichen Aussichten über die Berge der Cevennen schweifen. Le Vigan gefällt mit seinem historischen Zentrum, seiner Einkaufsstraße und seiner bereits im 14. Jahrhundert erbauten Brücke über die Arre. Der Ort ist Ausgangspunkt der Bergstraße, die zum 1.567 Meter hohen Mont Aigoual hinaufführt, dem nach dem Mont Lozère zweithöchsten Berg der Cevennen. Kehren und enge Kurven bietet die Strecke zwar nicht, dafür lässt sie ein sportliches Tempo zu. Schnell ist der Gipfel des Mont Aigoual erreicht, ein kahles Plateau mit weitem Rundblick. Hier oben harren tapfer die Mitarbeiter der letzten bewohnten Wetterstation Frankreichs aus. Und das bei miesem Wetter: Der Mont Aigoual ist der Ort mit der höchsten Niederschlagsmenge in Frankreich. Von oben an seinen grauen Schieferdächern zu erkennen, liegt Meyrueis im Tal der Jonte. Von dort aus zielt die Route hinüber nach Hures-la-Parade, wo der Aufstieg zum Col de Coperlac beginnt. Und der macht mit seinen stetigen Tiefblicken in die enge Gorge de la Jonte mächtig Laune. Danach zirkelt die Route über die einsame Causse Méjan, streift in 907 Metern Höhe die Passhöhe des Coperlac und stoppt kurz danach an einem Aussichtspunkt mit Gaststätte und Fernblick. Eine Handvoll Serpentinen folgen, danach kurvt die griffige Fahrbahn am Hang entlang hinab nach Sainte-Enimie. Auch hier ist ein Halt nicht die schlechteste Idee, gehört der Ort doch zu den schönsten Dörfern Frankreichs, den „Plus beaux villages de France“. Malerisch in der Schlucht des Tarn gelegen, macht Sainte-Enimie seiner Auszeichnung alle Ehre und präsentiert dem Besucher Idylle pur mit viel alter Bausubstanz. Der nun folgende Col de Rieisse liegt mit seinen 946 Metern unscheinbar in einem Kiefernwald. Lohnt er sich trotzdem? Und wie. Denn Auf- und Abfahrt stellen eine echte Herausforderung dar. Gleich hinter La Malène kraxelt die Fahrbahn in verdammt engen Kehren steil bergauf. Teils sind sie überhängend und damit nichts für schwache Nerven. Dafür ist die Aussicht phänomenal. Etwas ruhiger geht es die Abfahrt nach Vignes an, bevor die nächsten Serpentinen hinauf zur Pointe Sublime lauern. Wie gut, dass die Rückfahrt nach Mende über die Causse de Sauveterre und Chanac entspannt und gelassen erfolgt. Tourlänge: ca. 350 km Roadbook: Mende – Col de Montmirat – Florac – Corniche des Cévennes – Saint-Jean-du-Gard – Col de l’Asclier – Le Vigan – Mont Aigoual – Meyrueis – Hures-la-Parade – Col de Coperlac – Sainte-Enimie – Col de Rieisse – La Malène – Les Vignes – Pointe Sublime – Chanac – Mende Highlight: Pointe Sublime. Ein Highlight im wahren Wortsinn ist der Aussichtspunkt am Rande der Hochebene Causse de Sauveterre. Besonders abends ist der Blick hinab in die Tarnschlucht ein Traum. Unten vollführt der Fluss eine seiner berühmten 90-Grad-Schleifen, sodass man das Panorama in zwei Richtungen genießen kann. Pässe-Info: Col de Montmirat 1046   6% -     33 Corniche des Cévennes 1016 12% -     58 Col de l’Asclier   905   8% -     36 Mont Aigoual 1576   9% -     22 Col de Coperlac    907   8% -     30 Col de Rieisse   946 12% -     24 Pointe Sublime   930 fehlt -     10
    Schweden / Gotland
    Traumhafte Strände, endlose Wälder, urige Felsformationen und einladende Dörfchen. Eine Motorradreise durch den Norden Gotlands ist pures Balsam für die Seele. Hier kommen Entdecker voll auf ihre Kosten. "Ein Mann namens Tjelvar fand Gotland als Erster. Damals war Gotland aber verzaubert, sodass es bei Tage im Meere versank und nur nachts auftauchte. Aber dieser Mann brachte als erster Feuer ins Land und danach versank es nie mehr." So hört sie sich an, die Entstehungsgeschichte der schwedischen Insel Gotland. Ein bildschönes Eiland voller Mystik und alter Geheimnisse. Empfangen werden wir mit einem fantastischen Blick von Bord der MS Gotland auf das Panorama von Visby. Steile rote Dächer, weiße, stufenförmige Giebel, dazwischen mächtige Mauern, Türme und Überreste einst wehrhafter Kirchen. Es ist kein Problem, in Gotlands Hauptstadt ein Bett für die Nacht zu finden und so können wir am nächsten Morgen ausgeruht starten. Schnell liegt die Inselhauptstadt hinter uns und wir halten uns entlang der Küste auf der 149 gen Norden. Wie überall in den nordischen Ländern ist hier Vorsicht geboten. Wer zu schnell fährt, zahlt, und zwar richtig. Macht aber nichts, wir genießen die ruhige Fahrt durch die grüne, meist waldige Landschaft. Gotland ist Land für die Seele. Bei Lickershamn erwartet uns eine Jungfrau am Strand. Lang, schlank und schneeweiß ist sie und ganze zwölf Meter groß. "Jungfrun" heißt der Raukfelsen, einer von vielen Kalksteinfelsen, die auf den schwedischen Inseln zu finden sind. Unterschiedliche Gesteinshärten und Erosion schufen nach der letzten Eiszeit teils skurrile Gebilde mit faszinierenden Formen. Faszinierend sind auch die Kilometer entlang der Küste bei Harudden, der nördlichsten Spitze von Gotlands Hauptinsel. Vor Halls fiskeläge, was auf deutsch etwa Halls Fischerdorf bedeutet, lagen die ertragsreichsten Fanggründe rund um Gotland. Heute tummeln sich hier nur noch Touristen und das auch nur in sehr geringen Mengen. Vom ehemaligen Fischerdorf bis hinunter nach Västös lenke ich das Mopped direkt entlang des Wassers. Kies- und Sandstrände zwischen dichten Kiefernwäldern und tiefblauem Meer, menschenleer, aber traumhaft schön, laden zum erfrischenden Bad und herzhaften Picknick. Über das kleine Örtchen Kappelshamn erreichen wir bald den nur wenige Kilometer weiter gelegenen Gotland-Ring bei Lärbro. Eine beliebte Rennstrecke, die regelmäßig viele Besucher anzieht. In der Ring-Cafeteria gönnen wir uns einen heißen Kaffee, schauen den Sportfreaks bei ihren Runden zu und halten Schwätzchen. Weiter geht es nach Norden, unser Ziel ist die zu Gotland gehörende kleine Insel Fårö. Halbstündlich dümpelt die Fähre über den schmalen Fårösund. Broa - drei Häuser, ein Fähranleger. Kurz dahinter ein einladender Campingplatz mit viel Grün. Wir steuern Fårös gleichnamigem Hauptort an, drehen links ab und düsen in Richtung Släthällar. Dort, direkt an der Küste, führt die malerische und kurvenreiche Asphaltpiste direkt an der Raukområde entlang, der malerischen Galerie von Gotlands schönsten und spektakulärsten Rauksteinen. An der Grenze zwischen Wasser und Land wachsen abstruse, steinerne Gebilde empor. Hier müssen wir einfach vom Mopped runter, rauf auf die Felsen und zwischen den kantigen und karstigen Gebilden herumklettern. Ganz oben im Nordosten streckt sich der Fårö Fyr in den Himmel. Vorbei an urigen, eng zusammen stehenden Fischerhütten aus schwarzem, geteerten Holz und halb zerfallenen Booten, erreichen wir Gotlands nördlichsten Leuchtturm. Hier machen wir kehrt, passieren die Bucht Ajkesvik und über den Fårösund verlassen wir das kleine Eiland wieder. Wir halten uns an Gotlands Ostküste gen Süden. Hohe, weiß leuchtende Kalkklippen wechseln sich an der Küste mit goldfarbenen Badestränden ab. Immer wieder führen kurze Abstecher an herrliche einsame Plätze am Ufer. Valleviken und Åminne, einladende, verlockende Badeplätze. Südlich der Landzunge bei Östergarn warnt ein Schild vor gefährlichen Kurven. Tatsächlich erleben wir auf den folgenden fast zehn Kilometern richtig spannende, für Gotland eher ungewöhnliche Kurvenkombinationen. Gammelgarn, Ardre, dann biegen wir auf die 143 gen Westen ab. Es folgen 40 zügige Kilometer über die gut ausgebaute Landstraße, an deren Ende an der Westküste wieder Visby in Sicht kommt. Hier beenden wir die interessante Runde durch Gotlands Norden. Roadbook: Visby, Lickershamn, Harudden, Halls fiskeläge, Västös, Kappelshamn, Gotland-Ring, Insel Fårö, Broa, Ort Fårö, Släthällar, Leuchtturm Fårö Fyr, Valleviken, Åminne, Östergarn, Gammelgarn, Ardre, Visby. Start- / Zielort: Visby / Visby Länge: 275 km Highlight: Visby – Seit über 200 Jahren steht die geschichtsträchtige Hansestadt Visby an Gotlands Westküste bereits unter Denkmalschutz und gilt seit 1995 als Weltkulturerbe. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer ist über 3,5 Kilometer lang, hat nicht weniger als 27 Türme und beinhaltet die Ruine der einstigen Visborg. Dazwischen liegen zahlreiche mittelalterliche Gebäude, Kirchen und Ruinen. Auch die Region um den Hafen ist enorm abwechslungsreich. Mindestens einen ganzen Tag sollte man für Visby schon einplanen. Für die Pause bietet sich dann der kopfsteingepflasterte Hauptplatz Stora Torget an, er ist von einladenden Cafés und gemütlichen Restaurants umgeben.
    Deutschland / Odenwald
    Auf knackigen Kurvenstrecken führt uns die Nibelungensage durch das Herz des Odenwaldes und bringt uns zurück in das Jahr 400, als die Burgunder das Gebiet eroberten und von Worms aus ein Königreich gründeten. Die Festspielstadt Heppenheim empfängt den Tourenfahrer unterhalb ihres Wahrzeichens, der Starkenburg aus dem 11. Jahrhundert, mit reichlich Kultur: Ein mittelalterliches Zentrum schart sich um den Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern, an seiner Stirnseite das prächtige Rathaus. Auf der B 460 führt die Route anschließend über Fürth ins Mossautal, wo in der Gemeinde Hüttenthal angeblich der sagenhafte Siegfried durch Hagen von Tronjes Speer am Lindelbrunnen ermordet wurde. Vorbei am Marbach Stausee, einem der bekanntesten Treffpunkte für Wassersportler und Motorradfahrer, geht es der Ausschilderung Hesseneck folgend direkt ins enge Kurvenlabyrinth, in dem wir uns 15 Kilometer lang schwindlig fahren können. Zunächst zügig hinauf bis über 500 Meter Höhe, bevor es in leichtem Gefälle wieder 300 Meter tiefer geht. In Schöllenbach lohnt ein Boxenstopp, denn die vom Erbacher Schenken Philipp IV. erbaute und 1465 geweihte Kirche ist eine viel besuchte Wallfahrtsstätte. Danach kurven wir wieder bergauf, ein Stück der Siegfriedstraße folgend, bis wir links nach Hesselbach einbiegen. Diese schmale Waldstraße gibt nicht nur grandiose Blicke über steil abfallende Hänge frei, sondern führt auch entlang des ehemaligen Limes. Die Zeugen dieses römischen Grenzwalles stehen nicht selten direkt am Weg und können selbst in Motorradmontur leicht aufgesucht werden. Um dem Limes weiter zu folgen, müssen wir uns an der ersten Einmündung rechts halten, denn der Straßenverlauf ist nicht beschildert. Ländlich geht es hier zu. Der kaum befahrene Höhenweg legt sich über saftige Wiesen, schlängelt sich unter Obstbäumen durch und verschwindet schließlich im dichten Wald. Dort finden sich exakt rekonstruierte Abschnitte römischer Palisaden und Wachtürme. Rechts ab rollen wir durch die Ansiedlung Breitenbuch, wo die unter Schutz gestellte schönste Hainbuche des Odenwaldes steht. Sie ist 300 Jahre alt und hat einen Kronendurchmesser von über 20 Metern. Nach Watterbach laufen wir in Kirchzell ein, das auf eine 1200-jährige Geschichte blickt. Im altfränkischen Barockstädtchen Amorbach bestechen die Klostergebäude aus dem 18. Jahrhundert durch ihre Rokoko-Ausschmückung, die von den besten Künstlern der damaligen Zeit geschaffen wurde. Die Barockorgel ist eine der größten Europas, und für die Fürstlich Leiningenschen Konzerte muss man frühzeitig Karten bestellen. Wir drehen nun ab und ziehen über die Nibelungenstraße Richtung Michelstadt zur Schmalebene hinauf. In einem flotten Reigen folgt Kurve auf Kurve, bis hinter dem Wald eine weite Ebene wartet, über die der Asphalt in langen Geraden und zwei schnellen Biegungen wieder ins Gehölz mündet. Am Jagdschloss Eulbach machen wir erste Bekanntschaft mit dem Grafen Franz I. von Erbach. Der letzte Souverän der Grafschaft errichtete den Bau 1770 und machte den Wildpark und den Englischen Garten mit antiker Kunst der Öffentlichkeit zugänglich. Den Besuch der kunsthistorischen Sammlung in seinem Erbacher Schloss erlaubte der sozial engagierte Graf ebenso. Ganz fortschrittlich richtete er schon 1786 eine Alimentenkasse für Witwen und Waisen ein, finanzierte den Bau von Straßen über eine Chausseekasse und stiftete Geld für die Schulen direkt aus seiner Schatulle. Zur Förderung der Landwirtschaft ließ Franz I. kostenlos Samen und Düngemittel an die Bauern verteilen. Um seine Untertanen aus der Schuldenfalle zu erlösen, gründete er die Sparkasse. Architektonisch ist die Kreisstadt Erbach längst mit Michelstadt verwachsen, dessen Zentrum wegen seines ungewöhnlichen Fachwerkrathauses jedoch bekannter ist. Neben einer Kaffeepause lohnt dort der Besuch des Odenwaldmuseums und des Motorradmuseums. Weiter geht es auf der B 47 in Richtung Worms. In flotten Biegungen passieren wir den Morsberg und stoßen die Serpentinen hinunter ins Gersprenztal, wo wir links durch Reichelsheim fahren und vorbei an Schloss Reichenberg nach vielen Windungen in Lindenfels eintreffen. Außerhalb des Kurortes erlaubt die Nibelungenstraße mehrere wunderbare Ausblicke auf die Burgruine Lindenfels und die gesamte Bergregion. Um aber nicht durchgehend diese Schlagader zu nutzen, schlagen wir dem Verkehr ein Schnippchen und nehmen uns die Landstraße über Gadernheim, Brandau, Hoxhohl, Schmal Beerbach und Wurzelbach vor. Dort erwartet uns das Felsenmeer. Wie von Riesenhand geschaffen, erstreckt sich ein Meer aus Findlingen aller Größen über drei Kilometer hinunter ins Lautertal. Die römischen Steinmetze nutzten die Felsen für ihre Kunst, und noch heute lässt sich ihre Sprengtechnik erkennen. Zurück auf unserer Route biegen wir bei nächster Gelegenheit nach Bensheim-Auerbach ab und fahren nach Heppenheim zurück. Highlight: Krähberg-Rennstrecke Die frühere Bergrennstrecke verläuft neben der B 45 von Hetzbach nach Oberzent-Schöllenbach und zählte nach dem Ersten Weltkrieg zu Europas anspruchsvollsten Rennsportveranstaltungen. Die ersten Rennen fanden bereits 1911 statt, seine Blüte erlebte der Krähberg zwischen 1921 und 1927. 1993 brüllten dort zum letzten Mal die Motoren. Roadbook: Heppenheim – Fürth – Mossautal – Hesseneck – Kailbach – Hesselbach – Watterbach – Kirchzell – Amorbach – Erbach – Reichelsheim – Lindenfels – Gadernheim – Hoxhohl –  Bensheim – Heppenheim (ca. 200 km) Motorradtreffs: Hesseneck-Kailbach: Motorradcafé Zur Waldeslust. Erbach-Ebersberg: Grillhütte an der B 45 zwischen Hetzbach und Erbach. Zotzenbach: Ehemalige Bergrennstrecke. Marbach-Staubecken: Beerfelden-Marbach, Treff an der Staumauer. Neckarsteinach-Neuhausen: Motorcafé Point, die neue Heimat von Eddy Edelstahl, der früher das Hill Up in Kailbach betrieb. Strümpfelbrunn: Biker Camp Kurbrunnen, höchst gelegener Motorradtreff im Odenwald.
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