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    Deutschland / Teutoburger Wald
    Die Technik macht’s. Sie macht diese Tagestour durch das Tecklenburger Land so interessant. Die Fahrtechnik nämlich, die die verschlungenen Sträßchen dieser Runde verlangt. Es wartet aber auch die Technik zum Anfassen. Motorräder, Industrie, Kanäle. Für Abwechslung ist also gesorgt. Wir starten am südlichsten Punkt der Runde in Glandorf. Eine breite, vernünftig ausgebaute Straße trägt uns in Richtung Bad Laer. Der Asphalt wird mit einem Mal schmaler und schlechter. Der Teutoburger Wald naht, am Ortsrand von Hilter sind schon die ersten dunkelgrünen Höhenzüge zu erkennen. Schwungvoll geht es den Berg hinauf, einzelne Gehöfte liegen am Straßenrand. Geschmeidig wuselt die Fahrbahn zwischen ihnen hindurch. Öffnet runde und übersichtliche Kurven, vermeidet so gut wie jeglichen Gegenverkehr und setzt uns einen griffigen Belag unter die Räder. Die sporadisch auftauchenden Tempo-70-Schilder schmälern das Vergnügen minimal. In Borgloh weisen Schilder mit der Aufschrift Osnabrück und Kloster Oesede den weiteren Weg. Neues Ziel, derselbe Fahrspaß. Lässiges und lockeres Kurvenschwingen. Nächster Ort Georgsmarienhütte. Was für ein Name. Fast so lang wie die Ortsdurchfahrt. Das Wort Hütte weist darauf hin, dass hier früher Eisen verarbeitet wurde. Die Hütten schmolzen das aus dem Boden geförderte Eisenerz, veredelten das Eisen zu Stahl und belieferten damit Fabriken, die den Stahl walzten, pressten, schnitten und hämmerten. Heute ist die schmutzige der sauberen Industrie gewichen. Weiß gestrichene Gewerbebauten säumen die Straße. Nur noch die Namen der Industrieparks deuten auf die frühere Nutzung hin. Die Gedanken sollten nun wieder von der Eisen verarbeitenden zur Motorrad fahrenden Technik wandern. Denn die Waldstrecke nach Bad Iburg schießt ein wahres Feuerwerk von Bögen, Kurven und Kehren ab. Berg rauf, Berg runter. Der Asphalt weist einige böse Löcher und Flicken auf und bevorzugt Motorräder mit weichem Fahrwerk. Folgender Abzweig Holperdorp. Ein gepflegtes Sträßchen visiert in beeindruckenden Kehren und Serpentinen den Ort Lienen an. Spitzkehren so weit oben im Norden? Wer hätte das gedacht. Von Lienen nach Lengerich geht es endlich wieder einmal ein Stück geradeaus. Wir folgen dem Hinweis zum Zentrum von Lengerich und rollen eine Weile entlang der Bahngleise. Sie werden sowohl von der Bundesbahn als auch von der TWE, der Teutoburger-Wald-Eisenbahn, benutzt. Die private TWE schaukelt mit ihren preußischen Dampfloks aus dem Jahr 1915 im Sommerhalbjahr Anwohner und Urlauber von einem Bahnhof zum nächsten. Nach der Bahnunterführung kommt rechts der Abzweig nach Lotte. Er führt zu einem Waldsträßchen, das in der für diese Tour typischen Art und Weise zuerst den Rücken des Teutoburger Waldes erklimmt, um danach wieder das Flachland anzupeilen. Das nördlichste aller großen deutschen Mittelgebirge erstreckt sich ja bekanntlich recht schmal von Nordwesten nach Südosten. Man durchquert es also am besten der Länge nach und schwingt dabei ständig wie ein Skifahrer beim Parallelschwung von links nach rechts. An einer Kreuzung ist Tecklenburg beschildert. Blinker links und hinein in einen Traum von einer Motorradstrecke. Zügig zu fahren, mit wenig Verkehr und viel Übersicht versehen, schneidet die Fahrbahn durch die Landschaft wie das Messer durch die Butter. Wechselkurven werfen das Bike von einer Schräglage in die nächste. Tecklenburg mit seiner von Fachwerk gesäumten Fußgängerzone ist ein echtes Kleinod. Denkmalgeschützte Bürgerhäuser gruppieren sich um den Marktplatz mit seinem Brunnen. Man kann herrlich in Kleinkunstläden und Töpfereien stöbern, nach vorn zur Burg gehen und dort die Aussicht bewundern oder – und das ist ein Muss – im Café Rabbel ein Stück Kuchen vernaschen. In Richtung Ibbenbüren verlassen wir Tecklenburg. Auf der linken Seite bietet der Parkplatz Münsterlandblick interessante Aussichten auf Gegend und Technik: Sonntags versammeln sich hier die Kollegen von der Zweiradfraktion. Mit einem Abschwung lässt die Route das Gebirge hinter sich und nähert sich zügig Ibbenbüren. Auf der B 219 geht es asnchließend nach Saerbeck. Nach der Teutoburger Kurverei eine Erholung für Mensch und Mechanik. Im Zentrum von Saerbeck zweigt die Straße nach Lengerich ab. Eine kilometerlange Allee, die genau am Dortmund-Ems-Kanal endet. Gleich hinter der Brücke führt ein Fahrweg zum Wasser hinab. Das ideale Fleckchen, um sich in aller Ruhe den Kanal und seinen Schiffsverkehr zu betrachten. 1899 wurde die 280 Kilometer lange Wasserstraße gebaut, um die Kohlehalden des Ruhrgebietes mit der Nordsee zu verbinden. Ihr Bett ist ca. 30 Meter breit und nimmt Schiffe von einer Tragkraft bis 600 Tonnen auf. Die müssen auf dem Weg von Dortmund nach Emden insgesamt 18 Schleusen überwinden. Über die Imkerstadt Ladbergen geht es zurück nach Glandorf. Schneller Asphalt mit flüssigen Kurven. Und auch hier gilt: die Technik macht’s. Roadbook: Glandorf – Bad Laer – Hilter – Kloster Oesede – Georgsmarienhütte – Bad Iburg – Lienen – Lengerich – Leeden – Tecklenburg – Ibbenbüren – Saerbeck – Ladbergen – Glandorf (ca. 150 km) Motorradtreffs: Herzebrock-Clarholz: Bikertreff an der Brocker Mühle. Tecklenburg: Parkplatz Münsterlandblick, an der L 504 Am Weingarten. Lienen: Café Pellemeier, am Beginn des Holperdorper Tals, schöne Terrasse. Waldwirtschaft Malepartus. Highlight: Motorradmuseum Stockmann Ein kurzes Stück vor Ibbenbüren kommt das Schild Motorradmuseum in Sicht. Und nach wenigen Minuten parken wir die Maschine auf dem Parkplatz der alten Ibbenbürener Schule. Dort stellen Vater und Sohn Stockmann in fünf Räumen insgesamt 170 zwei- und dreirädrige Motorräder aus. Ob Wankel-Bike, DDR-Relikt oder Münch-Mammut – die komplette deutsche und europäische Motorradgeschichte steht hier beieinander. Blickfang unter den Gespannen ist das Zündapp KS 750 Wehrmachtsgespann. Wie sämtliche Ausstellungsstücke glänzt auch dies in perfektem Erhaltungszustand und sieht aus, als hätte es erst gestern die Fabrik verlassen.
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    Deutschland / Schwäbische Alb
    Die Schwäbische Alb sieht aus wie ein großer Keil. Um die steile vordere Seite, den Albtrauf, zu erklimmen, baute man zahlreiche schmale und kurvenreiche Bergsträßchen. Diese bilden einen Teil der faszinierenden Schwäbischen Albstraße und unserer Motorradtour Albtrauf. In Aalen noch schnell vor unserer Motorradtour Albtrauf einen Kaffee in der hübschen Fußgängerzone getrunken, dann geht es los. Und zwar auf der B 29 in Richtung Osten. Vor Lauchheim grüßt auf der Höhe die Kapfenburg, der ehemalige Sitz der Deutschordensritter. Vorbei am Kegel des Hohen Ipf und an den typischen Wacholderheiden der Alb erreichen wir Bopfingen und sein gut erhaltenes Rathaus. Weiter auf der B 29 Richtung Nördlingen. Das Ries tauch auf, dieser gewaltige Krater, den vor 15 Millionen Jahren ein  Meteorit schlug. Erst in den 1960er-Jahren konnte diese Tatsache wissenschaftlich bewiesen werden. Der Brocken aus dem All hatte einen Durchmesser von rund 1.000 Metern. Nach einem Stopp in Nördlingen und seinem pittoresken Marktplatz biegen wir auf unserer Motorradtour Albtrauf auf die B 466 ab und fahren weiter nach Neresheim, dessen Benediktinerkloster man schon von weitem sieht. Über die typische karge Hochfläche der Alb stoßen wir hinab ins Tal der Brenz und rollen nach Heidenheim hinein. Mit ihrer geballten Industrie- und Wirtschaftskraft ist die 50.000-Einwohner-Stadt das Zentrum der Ostalb. Von der City aus führt ein Fußweg hinauf zum Schloss Hellenstein, wo man einen tollen Blick über Heidenheim hat. In Königsbronn, wo der Quelltopf der Brenz auf einen Besuch wartet, verlassen wir die Bundesstraße für kurze Zeit und steuern auf unserer Motorradtour Albtrauf auf wenig befahrenem Bauernasphalt den Ort Steinheim an. Der liegt wie Nördlingen in einem durch Meteoriteneinschlag entstandenen Becken. Das Steinheimer Becken lässt sich sehr gut vom Steinhirt überblicken, einem Hügel am Ortsrand. Die B 466 hat uns auf unserer Motorradtour Albtrauf wieder, und nach einer kurzen Distanz über die Albhochfläche stürzt sich die Route unserer Motorradtour Albtrauf bei Böhmenkirch steil ins Roggental hinab. Im breiten Tal der Fils, in das wir als nächstes einfahren, kommt wieder Ruhe ins Fahrwerk. Gepflegter Asphalt, sanfte Bögen. Geislingen taucht auf. In der WMF-Stadt kann man im Werksverkauf des bekannten Haushaltswarenherstellers das eine oder andere Schnäppchen machen. Aber auch ein Bummel zu Fuß durch das Zentrum Geislingens lohnt sich. Dann weiter auf unserer Motorradtour Albtrauf die Fils hinab. Auf beiden Seiten ragen die hellen Kalkfelsen empor, die für die Alb so charakteristisch sind. Deggingen und seine oberhalb des Ortes stehende Wallfahrtskirche Ave Maria kommen auf unserer Motorradtour Albtrauf in Sicht. Der Abzweig hinauf zur Kirche ist ausgeschildert und wird von einem tollen Weitblick belohnt. In Wiesensteig hat man zwei Möglichkeiten, wieder die Albhochfläche zu erklimmen: Entweder man nimmt die direkt Route über Westerheim, die jedoch fahrerisch weniger interessant ist. Oder man macht einen lohnenswerten Umweg über Neidlingen und Hepsisau, der mit Kurven und Kehren nur so gespickt ist. Oben angelangt links ab nach Schopfloch, vorbei am Reußenstein, dann weiter Richtung Römerstein-Böhringen. Unsere Motorradtour Albtrauf quert nun wieder die Albhochfläche, streift bei Grabenstetten den Heidengraben, einen keltischen Ringwall, und kurvt dann hinab ins Tal der Elsach, wo mit Bad Urach der nächste Pausenstopp auf unserer Motorradtour Albtrauf wartet. Lust auf einen kleinen Fußmarsch? Dann auf zum Uracher Wasserfall, der sein Wasser 37 Meter tief zur Erde schickt. Frisch gestärkt gehen wir auf unserer Motorradtour Albtrauf die Kurven an, die uns über Bleichstetten und Würtingen wieder auf den Albrücken hinaufführen. Schon von weitem ist Burg Lichtenstein zu erkennen. Auf einem Felssporn thronend, war die Anlage jahrhundertelang uneinnehmbar. Um 1800 wurde sie abgerissen und später im Stil der Burgenromantik wieder aufgebaut. Die Bundesstraßen 312 und 313 führen uns auf unserer Motorradtour Albtrauf weiter nach Stetten, von dort geht es auf dem schmalem Asphalt von verwundenen Landstraßen nach Kornbühl und Hechingen. Der Besuch der dort auf einem Vulkankegel aufragenden Burg Hohenzollern ist Pflicht. Sie ist das Stammhaus der Grafen von Zollern und erhielt ihr heutiges Gesicht im 19. Jahrhundert. Nun überqueren wir auf unserer Motorradtour Albtrauf die B 27 und gelangen über Thanheim und Onstmettingen nach Albstadt. Die Stadt enstand 1975 im Zuge einer Verwaltungsreform durch die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Tailfingen und Ebingen.  Relativ unspektakulär geht es über Meßstetten auf der Albhochfläche entlang, bis mit dem Lochenstein einer der schönsten Aussichtspunkte der Region auftaucht. Vom Parkplatz aus führt ein Fußweg in 20 Minuten hinauf zur Kuppe des Berges. Ein Stück im idyllischen Tal der Bära folgt, danach fahren wir auf unserer Motorradtour Albtrauf vorbei an Böttingen und Dürbheim nach Spaichingen. Kurve an Kurve, Bogen an Bogen, Schräglagen am laufenden Band. Nicht auslassen sollte man auf unserer Motorradtour Albtrauf in Spaichingen die Serpentinen hinauf zum Dreifaltigkeitsberg. Wegen des Fahrspaßes und wegen der Aussicht. Eine kurze Etappe auf der B 14 folgt, bevor die Schwäbische Albstraße und unsere Motorradtour Albtrauf in Trossingen zu Ende geht. Roadbook: Aalen – Lauchheim – Nördlingen – Neresheim – Heidenheim – Königsbronn – Steinheim – Geislingen – Deggingen – Neidlingen – Hepsisau – Grabenstetten – Bad Urach – Bleichstetten – Würtingen – Stetten – Albstadt – Lochenstein ­– Spaichingen – Trossingen (ca. 400 km) Für alle, die nach ihrer Motorradtour Albtrauf noch nicht genug haben: einen perfekten Überblick über Motorradtouren in der Schwäbischen Alb bieten Dir unsere Bikerbetten Motorradkarten Deutschland Süd oder unser FolyMaps Touring Atlas Deuschland Süd. Das passende Hotel findest Du übrigens unter Motorradhotels Schwäbische Alb oder über unsere Bikerbetten Motorradhotel-Suche! TIPP: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub - weitere über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen der schönsten Regionen Europas findest Du auf BikerBetten.de. Highlight: Auf der Mauer, auf der Lauer Bis ins 19. Jahrhundert war Nördlingen Freie Reichsstadt. Seine kreisrunde Stadtmauer aus dem 16. und 17. Jahrhundert blieb vollständig erhalten und kann heute mitsamt ihren 15 Türmen betreten und besichtigt werden. Vom 90 Meter hohen Turm der Georgskirche, „Daniel“ genannt, bietet sich ein wunderschöner Rundblick über die Stadt und die umgebenden Hügel der Schwäbischen Alb. Motorradtreffs: Lochenstein: Der Parkplatztreff mit Aussicht ist ein schwäbischer Klassiker. Hechingen: Alte Brauerei, Musikkneipe mit feinstem Wurstsalat.
    Deutschland / Sauerland
    Sattel auf für das ultimative Motorraderlebnis! Deine Tour führt dich durch die faszinierende Landschaft des Burgwalds, die historischen Gassen Marburgs und entlang der atemberaubenden Ufer des Edersees. Erlebe kurvige Straßen, versteckte Pfade und spektakuläre Aussichten, die dein Biker-Herz höher schlagen lassen. Pack deine Sachen, starte den Motor und entdecke mit uns die Vielfalt dieser einzigartigen Region. Yuasa Power-Tour | 220 Kilometer | 275 Kurven | 5241 Höhenmeter Marburg: Seit dem 13. Jahrhundert besitzt die alte Universitätsstadt die Stadtrechte. Ihr Name stammt von „Marc“, der Grenze zwischen den Territorien der Landgrafen von Thüringen und der Erzbischöfe von Mainz. Reizvolle historische Altstadt, am Hang gelegen. Biedenkopf: Der hübsche Luftkurort besitzt eine sehenswerte Oberstadt mit Schloss und Kirche. Frankenberg: Der „ Berg an einer Furt“ war schon zu Zeiten der Frankenkönige ein befestigter Ort und erlangte im Mittelalter als Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelswege enorme wirtschaftliche Bedeutung. Gefällt heute mit seinen vielen schönen Fachwerkhäusern. Battenberg: Von hier stammen die berühmten englischen Lords of Mountbatten. Ihr Schloss kann noch besichtigt werden. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Alte Markt. Haina: Das ehemalige Zisterzienserkloster ist heute eine der bedeutendsten gotischen Klosteranlagen Hessens. Es wurde im 12. Jahrhundert von Mönchen aus dem Bergischen Land gegründet. Etappe Cölbe –Haina: Kurventrächtige Strecke durch den abwechslungsreichen Burgwald.
    Frankreich / Korsika
    Hoch im Norden Korsikas ragt das Cap Corse wie ein Zeigefinger weit hinaus ins Meer. Das Cap Corse wird von der schönsten Küstenstraße der Halbinsel umrundet – ein Traum für Motorradreisende und Naturfreunde. Unsere Tour ist eine von über 1.000 Motorradtouren und Alpenpässen auf BikerBetten.de. Für alle, die sich über Korsika informieren möchten, empfehlen wir unseren Motorrad Reiseführer Korsika. Weitere Motorradtouren auf Korsika findet man über unsere Motorradtouren Suche und unsere FolyMaps Korsika Karte. Tipp der Redaktion: Kennt Ihr schon die schönsten Pässe und Panoramastraßen auf Korsika? Das sind unsere Highlights für Euch: Bavella Pass Korsika Col de Vergio Asco Tal Willkommen auf Korsika! Dröhnend und vibrierend legt die mächtige Fähre nach vierstündiger Fahrt ab Livorno in Bastias Hafen an. Bald öffnen sich die mächtigen Klappen und gemeinsam mit dem Strom der Fahrzeuge rollen wir durch das Hafengelände. Die Orientierung ist denkbar einfach. Schließlich ist unser Ziel das Cap Corse Korsika, die bildschöne, gut 40 Kilometer lange Halbinsel in Korsikas Norden. Dazu müssen wir nur einfach die Küste rechter Hand im Blick behalten und schon bald haben wir Bastias Stadtgrenze hinter uns. Wir passieren Pietranera, dass sich fast nahtlos an Bastia anschließt und schon wird es deutlich leerer auf der D80, die sich von nun an eng entlang der Küstenlinie gen Norden windet. In Erbalunga, dem kleinen Fischerdorf mit seinem einladenden Hafen, lasse ich unser Motorrad ausrollen. Hier lockt das eine oder andere Café mit Leckereien, erfrischenden Getränken oder einem heißen, stärkenden Kaffee. Mit einem schönen Blick auf den Hafen genießen wir die mediterrane Atmosphäre, die frische Luft und den herrlichen Ausblick. Der perfekte Einstieg in eine spannende Moppedrunde Cap Corse. Bald schwingen wir uns wieder aufs Motorrad, verlassen Erbalunga und rollen weiter gen Norden entlang der Küste. Von Bucht zu Bucht kurvt der Asphalt und immer wieder wartet die Küstenlinie mit menschenleeren Badebuchten auf. Meist sind es felsige und steinige Abschnitte, aber mit dem Plage de Grisgione, dem Plage de Miomo und vielen weiteren Badestränden liegen hier auch bildschöne Sandbuchten. Immer wieder tauchen auf unserer Cap Corse Tour auch die Überreste der alten Genuesertürme neben der Straße auf. Insgesamt 67 der befestigten Bauwerke gibt es heute noch auf Korsika. Ab dem 16. Jahrhundert dienten die Türme zur Verteidigung gegen nordafrikanische Piraten und als Signaltürme. Ein besonders schönes Exemplar ist der Tour de Losse. Er steht gleich neben unserer Route kurz vor Cagnano unweit des Hafens Marine de Porticciolo. Nur wenige Minuten hinter dem Turm zweigt die sehr schöne D180 in das Innere der Insel ab. Wer mehr als einen Tag auf der Halbinsel verbringen möchte, dem sei hier der Abstecher über den Col de Sainte Lucie auf die Westseite der Insel empfohlen, eine tolle Strecke. Wir nehmen jedoch den größeren Bogen unter die Räder, steuern weiter entlang der Küste. Über Rogliano und den 200 Meter hohen Col Saint-Nicolas folgen wir der D80 und biegen kurz hinter dem Pass ab in Richtung Barcaggio und Tollare. Die beiden Örtchen bestehen nur aus wenigen Häusern und markieren gemeinsam mit dem Cap Punta di Agnello den nördlichsten Punkt der französischen Insel auf unserer Cap Corse Tour. Zurück auf der Küstenstraße D80 halten wir uns an die Schilder nach Centuri-Port. Der schöne Hafen gehört zum nicht minder netten Ort Centuri und ist der perfekte Platz für eine erholsame Mittagspause auf unserer Cap Corse Tour. Einige einladende Restaurants und Straßencafés laden zum Essen und sind vor allem durch die leckeren fangfrischen Langusten bekannt, die hier angeboten werden. Die sollte man sich nicht entgehen lassen. Als besten Ausklang des Stopps empfehlen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die verwinkelten Wege und Gassen Centuris. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung und macht munter, bevor wir uns wieder mit dem Motorrad auf unsere Cap Corse Tour begeben. Wieder zurück auf der Küstenstraße D80 folgt sogleich zum wieder Aufwärmen eine richtig tolle Kurvenstrecke. Zackig kurvt die Strecke entlang der Küste. Gleich nach der Bucht Golfe d'Aliso kommt linker Hand die vorhin beschriebene D180 über den Col de Sainte Lucie an. Wer mag, biegt genau hier links ab und folgt der Küste über die etwas höher liegende D33. Die schmale Nebenstrecke bietet fantastische Aussichten und herrliche Kurvenkombinationen. Aber auch auf der D80 kann man sich über einen Mangel an Schräglagen nicht beklagen. Die Strecke ist einfach ein Gedicht und ein Muss, wenn man das Cap Corse auf Korsika erkundet. Kurz hinter dem Hafen Marine D'Albo fällt der Blick auf den schwarzen Strand von Nonza, ein faszinierender Anblick. Rund um Nonza wurde früher Asbest abgebaut, die Rückstände des Bergbaus in Verbindung mit dem dunklen Schiefer der Region schufen den Strand, dessen Schwarz in herrlichem Kontrast zum türkisfarbenen Wasser steht. Aber auch Nonzas alter Genuesenturm, der sich besichtigen lässt, und auch das Städtchen selber sind unbedingt einen Besuch auf Deiner Cap Corse Tour wert. Zwei weitere Genuesertürme geleiten uns nach Patrimonio. Dort liegt auf der Küstenstraße der gerade mal 76 Meter hohe Col de Saint Bernardino. Gleich dahinter ließe sich der Kreis schließen, wenn man über den 536 Meter hohen Col de Teghime zurück nach Bastia lenkt. Wir wollen allerdings noch ein paar Kilometer weiter und folgen der D81 bis nach Saint-Florent. Am unteren Ende des Cap Corse gelegen, lockt das „korsische Saint Tropez“ mit einladenden Bars und Restaurants, mit interessanten Läden und Gassen, einer bemerkenswerten Zitadelle und viel mediterranem Flair – gerade richtig um hier die spannende Cap Corse-Runde zu beenden. Roadbook: Bastia, Pietranera, Erbalunga, Marine de Porticciolo, Rogliano, Col Saint-Nicolas, Barcaggio, Tollare, Centuri-Port ,Centuri, Golfe d'Aliso, Marine D'Albo, Nonza, Patrimonio, Col de Saint Bernardino, Saint-Florent. Start- / Zielort: Bastia / Saint-Florent Länge: 130 km Highlight: Korsische Wild- und Hausschweine – Irgendwann begegnen sie fast jedem Reisenden auf den Straßen Korsikas. Sie stehen im Schatten am Straßenrand oder liegen in der Sonne, graben nach Fressbarem oder schnüffeln einfach nur herum. Die Rede ist von den korsischen wilden Hausschweinen, die mittlerweile zu einer eigenen Spezies erklärt wurden. Sie entstammen einer Kreuzung zwischen dem korsischen Wildschwein und ausgebüxten, domestizierten Hausschweinen. Es gibt auch noch echte Wildschweine auf Korsika, die sieht man jedoch eher selten, und wenn, dann höchstens beim Wandern im tiefsten Wald. Und Vorsicht! Im Gegensatz zu den „Straßenschweinen“ reagieren die echten Wildschweine bisweilen recht aggressiv.
    Deutschland / Sauerland
    Was fällt uns auf Anhieb zum Sauerland ein? Talsperren. Gut. Bierbrauereien. Auch gut. Erzbergwerke. Sehr gut. Und nicht zu vergessen: Spannende, kurvenreiche Motorradstrecken. Da ist eine Tour durch den Hochsauerlandkreis genau das Richtige. Warstein bietet sich als Ausgangspunkt für diese Tour geradezu an. Die gepflegte Kleinstadt liegt auf einer zugigen Kalkhochfläche und ist wegen ihres würzigen Bieres in ganz Deutschland bekannt. Seit 1973 hat die Warsteiner Brauerei dort ihren Sitz in einem idyllischen Waldgebiet. Wer tiefer in die Geheimnisse des Bierbrauens eindringen will, kann an einer Führung teilnehmen. Die findet an Wochentagen stündlich statt und kostet ca. 5 Euro. Im Preis enthalten sind Essen, Getränke und ein Bierglas. Wir streifen Hirschberg und biegen kurz hinter dem Ortsausgang links ab nach Meschede. Dicht an dicht stehen die Bäume neben der Straße. Das sollte uns daran erinnern, dass drei Fünftel des Sauerlandes aus Wald bestehen. Der perfekte Fahrbahnbelag und die übersichtlichen Bögen verlocken zum Gas geben. Hinter der Ruhr taucht Meschede auf. Die Geburtsstadt des Malers August Macke lag im Mittelalter direkt an der wichtigen Heerstraße Hagen – Brilon – Marsberg und besaß eine große strategische Bedeutung. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde Meschede neu aufgebaut. Weiter mit Kurs auf Brilon. Von Wehrstapel aus empfiehlt sich ein kleiner Umweg nach Eversberg. Das hübsche Fachwerkdorf besitzt eine verfallene Burgruine mit einem Wehrturm, der einen herrlichen Blick über das Sauerland bereithält. Dazu ist ein wenig Kondition nötig, da der Turm zu Fuß erobert werden muss. Zurück auf der B 7 geht es über Velmede, Bestwig und Nuttlar nach Olsberg. Dann nehmen wir auf der B 480 sozusagen Anlauf für die kommende Kurvenetappe. Die naht nach dem Abzweig in Richtung Siedlinghausen. Von einem Meter zum nächsten wird aus topfebenem Asphalt ein Flickenteppich. Mit den vielen Bodenwellen und Schlaglöchern hat das Fahrwerk eine Menge Arbeit. Die Landschaft ändert sich ständig. Hügelketten reihen sich aneinander, Wälder und Wiesen wechseln sich ab. Brunskappel liegt verträumt im Tal des Flüsschens Neger. Ein kurzer Blick zurück ins Negertal, dann rollen wir den Berg hinab nach Elpe. Wir fahren rechts ab auf Gevelinghausen zu. Linker Hand steht der Freizeitpark Fort Fun. Die Anlage ist ein gutes Beispiel für einen gelungenen Strukturwandel. Sie entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Erzgrube und gibt nun zahlreichen Menschen der Region Arbeit. Herrliche Kurven geben den Takt bis Gevelinghausen vor. Der Fahrbahnbelag ist ruppig und verlangt Aufmerksamkeit. In Ramsbeck wurde schon im Mittelalter Erz abgebaut. Mehrere Jahrhunderte lang ernährte der Berg die Menschen im Ort. 1974 fuhren die Kumpel dann zur letzten Schicht ein, und im Dörnberg gingen die Lichter aus. Glücklicherweise nicht für lange. Bald darauf machte man aus dem Ramsbecker Erzbergwerk eine Besuchergrube mit Museum. Das Teilstück von Westernbödefeld nach Kirchrarbach entpuppt sich als landschaftlicher Leckerbissen. Es führt über einen Höhenzug und bietet weite Einblicke ins Bödefelder Land. Saftig grüne Wiesen und dichte Nadelwälder huschen vorüber. Die B 511 bringt nach dem ganzen Klein-Klein der zurückliegenden Kilometer eine willkommene Erholung. Allerdings nur bis Dorlar. Hier navigieren wir auf Altenilpe und Bad Fredeburg zu. Ein Abschnitt, um die Seele baumeln zu lassen. Grün so weit das Auge reicht. Das schmale Sträßchen von Bad Fredeburg Richtung Schmallenberg mit seinem holperigen Untergrund scheint eine Insiderstrecke zu sein, da uns nur einheimische Kennzeichen entgegenkommen. Ein Bahnübergang, dann bessert die Fahrbahn ihre Manieren und serviert uns gepflegten Untergrund. Von nun an geht es in einer ständigen Berg- und Talfahrt über die Höhenlagen des zentralen Hochsauerlandes. Spektakuläre Ausblicke auf die gesamte Region sind die Folge. Weiter auf Eslohe zu. In Cobbenrode erwartet uns eine Gaumenfreude. Die alte Mühle im Ort wurde von einigen Bewohnern in jahrelanger, mühevoller Arbeit restauriert und wieder in Betrieb genommen. Heute wird dort wie eh und je Korn gemahlen. Das Mehl gelangt zum ebenfalls historischen Backhaus, um dort zu Brot verarbeitet zu werden. Kurz hinter Calle biegen wir rechts ab nach Schüren. Eine kleine, aber feine Allee geleitet uns über Schüren und Enkhausen zum Henne-Stausee. Enge Kurven, holperiger Belag – man sollte sein Augenmerk nicht nur auf die reizende Umgebung richten. Der Weg windet sich hinunter zum Hennesee und trifft auf die Bundesstraße 55. Jetzt geht es nach links an der knapp 40 Millionen Kubikmeter fassenden Henne-Talsperre entlang. Das Ufer säumt ein schöner Badestrand. Auf der Rückfahrt nach Warstein statten wir dem westlich von Meschede stehenden Schloss Laer einen Besuch ab. Das weiße Wasserschloss mit seinem grauen Schieferdach stammt aus dem 17. Jahrhundert. Highlight: Gesunder Stollen In früheren Zeiten wurde im Kilianstollen in Marsberg Kupfer abgebaut. Inzwischen sind die Kumpel längst verschwunden. Die Menschen, die heute das Bergwerk aufsuchen, leiden an Asthma, Bronchitis oder Allergien. Die gute Luft in den feuchten Gewölben verschafft den Kranken Linderung. Und das mit Erfolg: Der Kilianstollen ist einer von zwölf anerkannten Heilstollen in Deutschland. Roadbook: Warstein – Hirschberg – Meschede – Eversberg – Nuttlar – Olsberg – Gevelinghausen – Westernbödefeld – Bremke –  Dorlar – Bad Fredeburg –  Ebbinghof – Cobbenrode – Eslohe – Calle – Henne-Stausee – Warstein (ca. 200 km) Motorradtreffs: Möhnetalsperre: Traditionstreff an der Staumauer, verschiedene Gastronomie. Möhnesee/Delecke: Café Geronimo, amerikanisch angehauchtes Restaurant mit Bar. Hennetalsperre: Bekannter Treff an der Staumauer, mit Gasthof. Winterberg: Bikers Herrloh, zünftige Hütte mit Terrasse.
    Deutschland / Westerwald/Bergisches Land
    Ob der Wind im Westerwald wirklich so kalt pfeift wie in einem der meistgesungenen deutschen Lieder, sei dahingestellt. Enorm sind die Klimaunterschiede zwischen seinen Höhenlagen und Flusstälern schon. Das warme Jäckchen sollte also bei einer Motorradtour durch den Westerwald immer dabei sein. Der Ausgangspunkt dieser 230 Kilometer langen Rundtour ist schon von weitem sichtbar – das prachtvolle gelbe Schloss von Montabaur. Stolz überragt die um 1700 erbaute Anlage die Schieferdächer des Städtchens. Einst im Besitz der Herzöge von Nassau, dient Schloss Montabaur seit 1978 den deutschen Volks- und Genossenschaftsbanken als Akademie und Hotel. Ein kurzer Bummel durch Montabaurs Gassen mit seinen stilvoll renovierten Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist daher vor dem Start zur Tour ein absolutes Muss. Bevor sich die Maschine nun in die schönen lang gezogenen Bögen des westerwälder Straßennetzes legen darf, steht noch ein Abstecher nach Wirzenborn auf dem Programm. Etwa zwei Kilometer östlich von Montabaur wartet mit der „Wirzenborner Liss“ ein urgemütliches Gasthaus, das seit 1982 als Motorradtreff und –museum genutzt wird. Dass sich dabei alles um die alten Schätzchen aus sieben Jahrzehnten dreht, ist klar. Ein zweites Frühstück oder eine Tasse Kaffee gefällig? Immer. Jetzt aber endlich auf die Piste. Auf schmalen, wenig befahrenen Landstraßen führt unsere Route nach Nordosten Richtung Selters. Selters? Das Mineralwasser? Nicht ganz. Denn unser Selters liegt im Westerwald. Nicht zu verwechseln mit dem Ort Selters an der Lahn. Dort sprudelt seit 1908 das gesunde Wasser aus einer Queller und gibt einer ganzen Getränkegattung ihren Namen. Hinter Selters legt sich das Bike in die sanften Bögen der nach Norden führenden Landstraße. Die Dächer von Hachenburg tauchen auf, gekrönt von den verschieferten Giebeln des wunderschönen Barockschlosses. Es beruht auf einem Bau aus dem Jahr 1212 und wurde später der Mode entsprechend barockisiert. Seit 1974 ist es im Besitz der Deutschen Bundesbank, die es als Fachhochschule nutzt. Eine Besichtigung von innen ist daher leider nicht möglich, ein Spaziergang durch den Park jedoch immer eine gute Idee. Auch Hachenburg selbst gefällt mit seinen Fachwerkhäusern und seinem historischen Kern. Ein kleines Juwel ist der Marktplatz mit Brunnen. Der Versuchung auf Kaffee und Kuchen zu widerstehen, fällt dort schwer. Kaum im Sattel, ist schon der nächste Stopp fällig. Und zwar in Steinebach, wo Agnes und Gerhard Weller seit 1993 mit großem Engagement das Westerwälder Technik- und Motorradmuseum betreiben. Die beiden Oldtimer-Liebhaber zeigen nicht nur einen Menge voll fahrbereiter alter Maschinen, sondern bieten auch einen Teile- und Reparaturservice an. Eine ganze Reihe flotter Wechselkurven folgen, dann tauchen wir hinab ins Tal der Sieg und erreichen das links und rechts des Flusses gebaute Wissen. 1952 wurden die beiden bis dahin selbständigen Gemeinden zu einer Stadt zusammengelegt. Wir verlassen die Sieg gleich wieder und peilen in einem Bogen mittels entlegener Bauernsträßchen Waldbröl an. Ein lang gestreckter Ort mit einer Hauptstraße voller Läden, Kneipen, Cafés und grünweißer Häuser – das ist Waldbröl. Mag das Städtchen auch nicht so perfekt gestylt sein wie einige seiner Nachbarn, so versprüht es doch den ganz eigenen Charme der bergischen Ortschaften mit ihren grauen Schieferfassaden, weißen Fenstern und grünen Fensterläden. Die folgende rund acht Kilometer lange Strecke nach Windeck ist ein echter Motorradtraum: Kurven jeglichen Kalibers, griffiger Asphalt, Radien wie mit dem Zirkel gezogen. Das verleitet dazu, am Quirl zu drehen. Wohl zu heftig, weshalb die Strecke an Feiertagen und Wochenenden für Motorräder gesperrt ist. Ab Windeck nimmt die Straße die Fährte der Sieg auf, folgt gelassen ihren Windungen und sorgt für Entspannung. Elegante Bögen, gepflegter Asphalt, dichtes Blätterdach – diese Etappe ist Balsam für die gestresste Seele. In Eitorf Blinker links, und ab geht es über die Erhebungen des Leuscheid Richtung Asbach. Diese auf der Landkarte so harmlos aussehende Etappe entpuppt sich in der motorradfahrerischen Realität als richtiges Schmankerl mit zünftigen Höhenunterschieden und zackigen Kurven. Aufatmen kann man erst wieder ab Neustadt/Wied, einer Ortsgemeinde mit 56 Dörfern, Weilern und Wohnplätzen. In kleinen und großen Radien folgt die Straße dem Lauf der Wied und gibt zauberhafte Blicke auf schnuckelige Dörfer und weite Wälder frei. Von Neuwied bis Bendorf folgen wir ein Stück dem Lauf der Rheins, um dann auf erst breiter, danach schmaler Fahrbahn ins Kannenbäckerland einzufallen. Ihren Namen verdankt die Region dem größten Tonvorkommen Europas. Aus diesem Material wurde ab dem 16. Jahrhundert das typische graublaue Westerwälder Steinzeug hergestellt. Auf kurvenreichen, verkehrsarmen Landstraßen geht es schließlich über Ransbach-Baumbach zurück nach Montabaur. Roadbook: Montabaur – Selters – Hachenburg –  Steinebach – Wissen – Waldbröl – Windeck – Eitorf – Asbach – Neustadt/Wied – Neuwied – Bendorf – Ransbach-Baumbach – Montabaur (ca. 230 km) Highlight: Wirzenborner Liss Seit 1894 befindet sich das Landgasthaus im Besitz der Familie, und seit 1982 betreiben es Christel und Helmut Müller als Gasthaus, Motorradtreff und Motorradmuseum. Die „Liss“, das war Helmuts Großmutter, wegen ihrer Schlagfertigkeit weit über den Westerwald hinaus bekannt. Am letzten Juli-Wochenende findet hier jährlich ein Veteranentreffen statt. Motorradtreffs: Montabaur: Gasthaus Wirzenborner Liss, am Motorradmuseum Montabaur. Isenburg: Gaststätte Zur Isenburg, an der Hauptstraße. Steinebach: Haus am See. Nistertal: Gasthaus zur Quelle.
    Deutschland / Lüneburger Heide
    Kaum Höhenunterschiede, wenig scharfe Kurven – wer in der Lüneburger Heide unterwegs ist, setzt andere Prioritäten in einer Landschaft, die Dank umfassendem Naturschutz immer noch so aussieht, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts verändert. Die Tour beginnt in der alten Hansestadt Lüneburg, der Namensgeberin der Region. Ihre romantische Altstadt mit den erhabenen Giebeln der Bürgerhäuser, jede Menge Fachwerk und Backstein sowie einsame Gassen und verschwiegene Winkel zwingen uns quasi dazu, einen Stadtbummel einzulegen, bevor wir den Motor der Maschine starten. Der Marktplatz ist die gute Stube Lüneburgs. Dort warten hübsche Cafés auf Besucher, dort findet regelmäßig ein bunter, quirliger Markt statt. Wir verlassen Lüneburg nach Süden, folgen dem Lauf der Ilmenau, klinken uns ein kurzes Stück auf die B 4 ein und erreichen über Bienenbüttel und Wichmannsburg auf einem kleinen Landsträßchen den Elbe-Seitenkanal. Der verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal und wurde 1976 in Betrieb genommen. Über Bad Bevensen erreicht die Route das Städtchen Uelzen, nicht ohne zuvor mehrmals den Elbe-Seitenkanal überquert zu haben. Zweimal wurde Uelzen in seiner Geschichte zerstört: 1646 durch einen Brand, 1945 durch den Zweiten Weltkrieg. So blieb von seiner mittelalterlichen Substanz leider nicht mehr viel übrig. Von Holdenstedt geht es ein Stück auf der B 4 Richtung Braunschweig, dann biegen wir nach Hösseringen ab. Dort wartet mit dem Museumsdorf ein optischer Leckerbissen. 20 Gebäude zeigen anschaulich, wie die Menschen vor rund 200 Jahren lebten und arbeiteten. Die Strecke führt nun durch herrlichen Mischwald zum Naturpark Südheide. Der reicht von Celle bis hinüber zum Truppenübungsplatz bei Munster. Das 50.000 Hektar große Naturschutzgebiet wurde 1963 eingeweiht. Weiter geht es über Faßberg und Hankenbostel nach Müden. Ob Müden nun tatsächlich das schönste Dorf der Lüneburger Heide ist, wie die Müdener gerne behaupten, sei dahingestellt. Ein Blickfang ist es allemal. Idyllisch liegt es am Ufer des Flüsschens Örtze. Vorbei am 102 Meter hohen Wietzer Berg, dem „Mount Everest“ der Lüneburger Heide, auf dem das Hermann-Löns-Denkmal steht, gelangen wir nach Hermannsburg. Benannt nach dem Sachsenherzog Hermann Billung, der hier im 10. Jahrhundert eine Burg baute, verfügt das Städtchen heute über zahlreiche hübsche aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäude. Herrliche Alleen führen uns anschließend nach Bergen. Dort gibt es Gelegenheit, einen Blick auf ein Stück dunkle deutsche Geschichte zu werfen: In der Nähe des Ortes liegt die Gedenkstätte des ehemaligen KZ’s Bergen-Belzen. Nach dem Passieren der Autobahn rollen wir nach Soltau hinein. Das „Herz der Heide“ besitzt einen sehenswerten Markplatz, der sich für eine ausgedehnte Pause geradezu aufdrängt. Dann fahren wir weiter nach Dorfmark, neben dessen Kirche ein einzelner hölzerner Kirchturm steht, und kommen nach Walsrode. Der Ort besitzt nicht nur einen bekannten Vogelpark, sondern die Reste eines um 900 gegründeten Klosters sowie ein gut gemachtes Heidemuseum mit Möbeln aus dem Nachlass von Hermann Löns. Wer sich über Himmelfahrt in der Lüneburger Heide aufhält, sollte unbedingt dem Ort Hiddingen bei Visselhövede einen Besuch abstatten. Dann wird dort nämlich das Heidhauerfest gefeiert, und die alten Trachten und Bräuche bestimmen das Bild. Der nächste Ort, Schneverdingen, gilt als das Zentrum für den Handel mit Erzeugnissen aus der Heide. Ob Felle, Fleisch oder Pflanzen – alles geht über Schneverdingen. Jetzt beginnt der Naturpark Lüneburger Heide. Er wurde 1909 als erstes deutsches Naturschutzgebiet gegründet. Heute umfasst der Naturpark rund 20.000 Hektar Land, sein Mittelpunkt ist der 169 Meter hohe Wilseder Berg. Vom Parkplatz bei Oberhaverbeck aus sind es ca. drei Kilometer zu Fuß bis dorthin. Man kann sich gut vorstellen, wie der Dichter Hermann Löns hier oben saß und seine Zeilen reimte. Weiter geht es durch herrliche Alleen nach Handeloh, dessen Ortsbild von Heidehöfen und Ziehbrunnen geprägt wird. Ein Stück Wald, dann erreichen wir Undeloh, das vor allem wegen seiner versteckt stehenden Kirche bekannt ist. Das reizende mittelalterliche Kirchlein besitzt einen separaten hölzernen Glockenturm und wird gerne für Hochzeiten benutzt. Mit Egestorf und Salzhausen warten zwei weitere idyllische Heidedörfer, dann kommt Winsen an der Luhe in Sicht.  Sein Schloss wurde bereits 1299 erstmals urkundlich erwähnt, weiterhin sehenswert sind die aus Backsteinen gebaute St. Marienkirche und der historische Marstall. Eine Nebenstraße  bringt uns wieder zurück zum Ausgangspunkt Lüneburg. Zuvor statten wir jedoch dem Dom von Bardowick einen Besuch ab. Das stolze Bauwerk erinnert an die Zeit zwischen den Jahren 1000 und 1200, als der Ort noch wichtiges Handelszentrum war. Roadbook: Lüneburg – Bienenbüttel – Bad Bevensen – Uelzen – Hösseringen – Müden – Hermannsburg – Bergen – Soltau – Dorfmark – Hiddingen – Handeloh – Undeloh – Salzhausen – Winsen – Lüneburg (ca. 300 km) Motorradtreffs: Kaarßen: Bei Tania, an der Hauptstraße entlang der Elbe. Uelzen: Grill Stop an der Celler Straße. Metzingen/Göhrde: Bei Mama und Papa, Imbiss in landschaftlich reizvoller Lage. Highlight: Das Salz in der Suppe Im Mittelalter gab es einen Rohstoff, der zeitweise teurer gehandelt wurde als Gold: Salz. Ohne Salz schmeckte das Essen nach nichts, und es war damals die einzige Möglichkeit, Nahrung zu konservieren. Entsprechend wertvoll war dieser Stoff, sogar Kriege wurden darum geführt. Da das Salz nicht überall verfügbar war, musste es quer durch Deutschland von Salinen und Bergwerken zu den Bestimmungsorten transportiert werden. Diese Routen nannte man Salzstraßen. In Deutschland existieren heute noch sechs, in Österreich zwei, dann gibt es noch je eine Salzstraße in Italien und Frankreich. Auch in der Lüneburger Heide wurde Salz gewonnen und auf der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck transportiert. Auch andere Städte wir Soltau (Solt = Salz, au = Flusstal) waren involviert.
    Spanien / Costa Brava
    Zwischen Collioure an der französischen Côte Vermeille und Barcelona liegen die fantastischen, kurvenreichen Küstenstraßen der Costa Brava. Zudem lockt im Hinterland die bedeutendste Vulkanlandschaft der iberischen Halbinsel. Es hat einen besonderen Flair, das Fischerdorf Collioure am nördlichen Ende der französischen Côte Vermeille. Der kleine Stadtstrand mit der dahinter liegenden hübschen und farbenfrohen Häuserzeile, die Wehrkirche mit ihrem markanten Turm und die fotogene Festung gleich neben dem Strand verleihen Collioure seinen speziellen Charme. Wir starten hier, unser Ziel ist die Costa Brava, die „Wilde Küste“ Spaniens. Vorerst genießen wir jedoch noch die kurvenreiche Küstenstraße der wild zerklüfteten Côte Vermeille. Über Port-Vendres und Banyuls erreichen wir über unzählige Kehren und Auf- und Abstiege die Grenze nach Spanien bei Portbou. Sie ist lediglich am Schild des Col de Balistres und dem ehemalige Zöllnerhaus erkennbar. Noch gut zwölf Kilometer kurven wir auf der Küstenstraße weiter, die sich in Spanien N-260 nennt, dann erreichen wir den Badeort Llançà. Linkerhand liegt die felsige Halbinsel des Cap de Creus. Die etwa zehn mal zehn Kilometer große Halbinsel ragt weit hinaus ins Mittelmeer, markiert den östlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel und den Beginn der Costa Brava. Fast die komplette Halbinsel gilt heute als Naturpark. Wir folgen der GI-613 nach Cadaqués. Ab Llançà windet sie sich erst mal entlang der schönen Küste des Cap del Bol bis nach El Port de la Selva, einem hübschen Badeort mit großem Yachthafen. Im weiteren Verlauf geht es dann quer durch den Naturpark an die Küste. Das ehemalige Fischerdorf Cadaqués liegt malerisch in einer offenen Bucht. Die weiß strahlenden Häuser rahmen das türkis schimmernde Wasser im Hafen ein und auf den einladenden Terrassen der Straßencafés ist es nie wirklich leer. Cadaqués und das kleine, direkt anschließende Portlligat sind die Heimat Salvador Dalís. Auch andere bekannte Künstler wie Pablo Picasso und Joan Miró prägten das Image des Ortes und trugen zu dessen Bekanntheit bei. In Portlligat kann man Dalís Wohnhaus besuchen, das heute als Museum eingerichtet ist und über das aufregende Leben und Schaffen des großartigen Maler, Schriftsteller und Bildhauer berichtet. Die schmale Straße nach Portlligat führt gleich weiter zur nordöstlichsten Ecke des Cap de Creus, zum Punta de Cap de Creus. Dessen 1853 errichteter Leuchtturm liegt knapp 80 Meter über dem Meer und leuchtet mehr als 60 Kilometer weit auf das Mittelmeer hinaus. Rechts und links der Straße wechseln sich grüne, blühende Macchia und bizarre Felsformationen ab, die durch ihre Formen an verschiedene Tiere erinnern. So gibt es ein Kamel von Tudela und das Kaninchen von Culip. Was sich der große Meister Dalí bei dem von ihm persönlich verliehenen Namen „Der große Masturbator“ für einen markanten Felsen dachte, ist allerdings der Fantasie des Betrachters überlassen. Am Leuchtturm machen wir kehrt und über die GI-614 lassen wir das Cap de Creus hinter uns. Nach einem kurzen Abstecher über den Urlaubsort Roses steuern wir in das Hinterland der Costa Brava. Da es hier am Golf de Roses keine durchgehende, reizvolle Küstenstraße gibt, wenden wir uns dem Parc Natural de la Zona Volcanicà Garrotxa zu. Sanft steigt die N-260 auf in die Höhen, die einst durch gewaltige vulkanische Aktivitäten entstanden. Die hübschen Städtchen Besalú und Castellfollit de la Roca locken mit ihrer alten Bausubstanz und netten Plätzen, das Zentrum der Region ist Olot. Über unzählige Kilometer führt die kurvenreiche GI-524 durch den Naturpark. Die Region gilt als die bedeutendste Vulkanlandschaft der iberischen Halbinsel. Entsprechend verläuft der Asphalt im Zickzack durch die Landschaft und der Kurvenspaß endet erst wieder bei Banyoles. Über die gut ausgebaute C-66 und die Bergkette Les Gavarres haben wir bald wieder die Mittelmeerküste erreicht. Hier lockt der einladende Strand Platja d'Aro, bevor wir bei Sant Feliu de Guíxols auf die GI-682 steuern. Ab hier folgen 20 Kilometer Küstenstraße, die es in sich haben. Aussichtsreich folgt der Asphalt der felsigen Küstenlinie und sorgt für jede Menge Schräglagen. Das wissen natürlich auch alle Motorradfahrer der Region und so gilt dieses Stück als echter Hotspot der lokalen Sportmotorrad-Fraktion. Bei Tossa de Mar ist vorerst Schluss mit dem Kurvenspaß. Die Straße wendet sich ein wenig ins Landesinnere. Erst hinter Calella nähert sie sich wieder der Küste. Etwa hier geht nun auch die Costa Brava in die Costa de Maresme über. Aber eigentlich hat sich der Begriff der Maresme nie so richtig durchgesetzt. Im allgemeine Verständnis endet die Costa Brava bei Barcelona. Das ist nun auch unser Ziel und gleichzeitig das Ende dieser Cost Brava-Route. Roadbook: Collioure, Portbou, Col de Balistres, Llançà, El Port de la Selva, Cadaqués, Portlligat, Punta de Cap de Creus, Roses, Figueres, Besalú, Castellfollit de la Roca, Olot, Banyoles, Sant Feliu de Guíxols, Tossa de Mar, Barcelona. Start- / Zielort: Collioure /  Barcelona Länge: 330 km Highlight: Mit dem Hop-on/Hop-off-Bus durch Barcelona – Auch wenn es vielleicht komisch erscheint, in einem Motorrad-Reiseführer den Bus zu empfehlen, wir tun es dennoch. Die Fahrt mit dem Hop-on/Hop-off-Bus durch die Hauptstadt Kataloniens ist ein tolles Erlebnis. Der oben offene Doppeldecker fährt alle interessanten Ziele an und wie der Name schon sagt, kann man überall an den Haltestellen aus- und zusteigen. Die Ausblicke vom Oberdeck sind fantastisch und die mehrsprachigen Ansagen sind hoch interessant. So lassen sich auch Ziele entdecken, die man später intensiver erleben möchte, wie zum Beispiel den Park Güell oder den Olympiapark auf dem Berg Montujic. 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